Operation einer extrasphinkterischen Fistel oder Rundbogenfistel

Praxisleitfaden zur GOÄ-Abrechnung in der Chirurgie: Positionen, Voraussetzungen und Dokumentation für „Operation einer extrasphinkterischen Fistel oder Rundbogenfistel“.

FachgruppeChirurgie
KernpositionenGOÄ-Nr. 3223
Nur bei ZusatzleistungGOÄ-Nr. 444
GOÄ-Abrechnung für Operation einer extrasphinkterischen Fistel oder Rundbogenfistel

Zweck und Anwendbarkeit

Wofür ist diese Ziffernkette gedacht?

Saniert einen komplexen Analfistelgang außerhalb wesentlicher Schließmuskelanteile und zielt auf Ausheilung bei größtmöglichem Erhalt der Kontinenz. Der Eingriff umfasst operation einer extrasphinkterischen Fistel oder Rundbogenfistel.

Wann ist sie anwendbar?

Bei klinisch beziehungsweise bildgebend gesichertem komplexem Fistelverlauf; innere und äußere Öffnung sowie Beziehung zum Sphinkter müssen die Verfahrenswahl bestimmen. Erforderliche Kernleistung: Operation einer extrasphinkterischen Fistel oder Rundbogenfistel; sie muss tatsächlich erbracht und dokumentiert sein.

Fachlicher Kontext

Im konkreten Fall stehen extrasphinkterische Analfistel, Rundbogenfistel, Fisteloperation extrasphinkterisch im Mittelpunkt. Anatomische Höhe, Ausdehnung und Operationsverfahren trennen Untersuchung, Ligatur, Sklerosierung und operative Therapie voneinander. Enthaltene Proktoskopien oder methodische Teilschritte dürfen nicht ein zweites Mal berechnet werden.

GOÄ-Ziffern und Voraussetzungen

Für „Operation einer extrasphinkterischen Fistel oder Rundbogenfistel“ bildet GOÄ-Nr. 3223 die Kernleistung. GOÄ-Nr. 444 ist nur bei dem jeweils beschriebenen zusätzlichen oder alternativen Leistungsinhalt zu prüfen.

PositionRolleEntscheidende Voraussetzung
GOÄ-Nr. 3223KernpositionOperation einer extrasphinkterischen Fistel oder Rundbogenfistel – auch jeweils ihres verzweigten Gangsystems
GOÄ-Nr. 444Bedingt / alternativZuschlag bei ambulanter Durchführung von operativen Leistungen, die mit Punktzahlen von 800 bis 1199 Punkten bewertet sind. Nur bei ambulanter Durchführung, nur wenn die Hauptleistung im abschließenden Katalog des Abschnitts C VIII steht; je Behandlungstag nur der nach der höchstbewerteten zuschlagsfähigen Einzelleistung passende OP-Zuschlag.

Wichtig: Die Tabelle beschreibt Entscheidungspunkte, keine automatisch abrechenbare Pauschale.

Weitere Angaben zu den Positionen

GOÄ 444

Bedingte oder alternative Position

Hinterlegter Faktor: 1

Abgrenzung zu ähnlichen Abrechnungsfällen

Diese Seite beantwortet ausschließlich die Abrechnungsfrage zu „Operation einer extrasphinkterischen Fistel oder Rundbogenfistel“. Fachlich nah, aber nach Leistungsumfang getrennt zu prüfen, sind „Operation einer intramuskulaeren Mastdarmfistel“ und „Operation einer transsphinkterischen Mastdarmfistel“. Die eigene Seite jeder Variante verhindert, dass unterschiedliche Indikationen, Verfahren oder Zusatzleistungen zu einer pauschalen Kette vermischt werden.

Dokumentation für diesen Abrechnungsfall

analer oder rektaler Befund, Lage und Ausdehnung, Proktoskopiebefund, Operationsverfahren, Sphinkterbezug und Wundversorgung.

Klinischer Bezug der Dokumentation: extrasphinkterische Analfistel, Rundbogenfistel, Fisteloperation extrasphinkterisch.

GOÄ-Nr. 3223: vollständige Durchführung und patientenbezogene Befunddokumentation.

Nur bei ambulanter Durchführung, nur wenn die Hauptleistung im abschließenden Katalog des Abschnitts C VIII steht; je Behandlungstag nur der nach der höchstbewerteten zuschlagsfähigen Einzelleistung passende OP-Zuschlag.

Behandlungstag, Leistungserbringer und Zuordnung jeder Position zum konkret dokumentierten Leistungsabschnitt.

Praxisbeispiel

Konkreter Leistungsablauf

Dokumentierter Beispielfall: Operation einer extrasphinkterischen Fistel oder Rundbogenfistel. GOÄ-Nr. 3223 wird mit dem vollständigen Leistungsinhalt dokumentiert. Für GOÄ-Nr. 444 muss zusätzlich gelten: Nur bei ambulanter Durchführung, nur wenn die Hauptleistung im abschließenden Katalog des Abschnitts C VIII steht; je Behandlungstag nur der nach der höchstbewerteten zuschlagsfähigen Einzelleistung passende OP-Zuschlag.

Typische Fehler in diesem Abrechnungsfall

1.

Eine in der Leistungslegende enthaltene Proktoskopie wird zusätzlich berechnet oder unterschiedliche Hämorrhoidenverfahren werden ohne tatsächliche Kombination addiert.


2.

GOÄ-Nr. 444 wird ergänzt, ohne folgende Voraussetzung zu belegen: Nur bei ambulanter Durchführung, nur wenn die Hauptleistung im abschließenden Katalog des Abschnitts C VIII steht; je Behandlungstag nur der nach der höchstbewerteten zuschlagsfähigen Einzelleistung passende OP-Zuschlag.


3.

„Operation einer extrasphinkterischen Fistel oder Rundbogenfistel“ wird mit einer fachlich verwandten, aber im Leistungsumfang abweichenden Kombination gleichgesetzt.

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Autor des Artikels

Über den Autor

Dieser Artikel wurde von unserem Gründer und Geschäftsführer Felix Vogel erstellt. Er beschäftigt sich täglich mit GOÄ-Prozessen, Rechnungsstellung und modernen Alternativen zur klassischen Rechnungsabtretung.