Therapiekontrolle der Leberwerte

Praxisleitfaden zur GOÄ-Abrechnung in Onkologie und Hämatologie für „Therapiekontrolle der Leberwerte“.

FachgruppeOnkologie und Hämatologie
Nur bei ZusatzleistungGOÄ-Nr. 250
GOÄ-Abrechnung für Therapiekontrolle der Leberwerte

Zweck und Anwendbarkeit

Wofür ist diese Ziffernkette gedacht?

Erfasst cholestatische und hepatozelluläre Labormuster, um Leberbeteiligung, Abflussstörung und medikamentenbedingte Toxizität voneinander abzugrenzen. Die Verlaufskontrolle umfasst bilirubin, gesamt und Alkalische Phosphatase.

Wann ist sie anwendbar?

Bei hepatotoxischer Therapie, Lebermetastasen, Ikterus, Oberbauchbeschwerden oder auffälligem Vorwert; die Auswahl der Parameter soll die konkrete Fragestellung abbilden. Erforderliche Kernleistungen: Bilirubin, gesamt und Alkalische Phosphatase; sie müssen tatsächlich erbracht und dokumentiert sein.

Fachlicher Kontext

Bei Laborleistungen sind der konkret bestimmte Parameter, Material, Methode und die persönliche beziehungsweise organisatorische Laborverantwortung entscheidend. Ein allgemeiner Hinweis auf ein Kontrolllabor ersetzt diese Angaben nicht. Im Mittelpunkt stehen hier Leberwerte Chemotherapie, Hepatotoxizität Labor, Bilirubin AP GGT AST ALT.

GOÄ-Ziffern und Voraussetzungen

Als Kernpositionen nennt die Kette GOÄ-Nr. 3581.H1, GOÄ-Nr. 3587.H1, GOÄ-Nr. 3592.H1, GOÄ-Nr. 3594.H1, GOÄ-Nr. 3595.H1. GOÄ-Nr. 250 kommt nur bei zusätzlichem oder alternativem Leistungsinhalt in Betracht. Keine Position darf allein aus Diagnose oder Therapiebezeichnung übernommen werden.

PositionRolleEntscheidende Voraussetzung
GOÄ-Nr. 250Bedingt / alternativBlutentnahme mittels Spritze, Kanüle oder Katheter aus der Vene. Nur bei tatsächlich gesondert durchgeführter venöser Blutentnahme; Entnahmen aus einer bereits liegenden Kanüle oder einem liegenden Katheter sind nicht gesondert berechnungsfähig.
GOÄ-Nr. 3581.H1KernpositionBilirubin, gesamt
GOÄ-Nr. 3587.H1KernpositionAlkalische Phosphatase
GOÄ-Nr. 3592.H1KernpositionGamma-Glutamyltranspeptidase (GammaGlutamyltransferase, Gamma-GT)
GOÄ-Nr. 3594.H1KernpositionGlutamatoxalazetattransaminase (GOT, Aspartataminotransferase, ASAT, AST)
GOÄ-Nr. 3595.H1KernpositionGlutamatpyruvattransaminase (GPT, Alaninaminotransferase, ALAT, ALT)

Wichtig: Die Tabelle beschreibt Entscheidungspunkte, keine automatisch abrechenbare Pauschale.

Abgrenzung zu ähnlichen Abrechnungsfällen

Dieser Artikel behandelt ausschließlich „Therapiekontrolle der Leberwerte“ als konkrete onkologische Abrechnungskonstellation und keinen pauschalen Leistungsblock. Davon abzugrenzen sind insbesondere „Onkologische Erstvorstellung mit Beratung und Ganzkörperstatus“ und „Onkologische Verlaufskontrolle mit Beratung und symptombezogener Untersuchung“. Entscheidend ist jeweils, welche Einzelleistungen tatsächlich vollständig erbracht und dokumentiert wurden.

Dokumentation für diesen Abrechnungsfall

konkret bestimmte Laborparameter, Untersuchungsmaterial und verwendete Methode

medizinische Indikation, Messergebnis und abrechnender Laborleistungserbringer

GOÄ-Nr. 3581.H1: Bilirubin, gesamt

GOÄ-Nr. 3587.H1: Alkalische Phosphatase

GOÄ-Nr. 3592.H1: Gamma-Glutamyltranspeptidase (GammaGlutamyltransferase, Gamma-GT)

Behandlungstag, medizinische Notwendigkeit, Ausschlüsse und gegebenenfalls erforderlicher Rechnungstext

Praxisbeispiel

Konkreter Leistungsablauf

Der dokumentierte Fall betrifft „Therapiekontrolle der Leberwerte“. Nachgewiesen und einzeln geprüft werden GOÄ-Nr. 3581.H1 (Bilirubin, gesamt); GOÄ-Nr. 3587.H1 (Alkalische Phosphatase); GOÄ-Nr. 3592.H1 (Gamma-Glutamyltranspeptidase (GammaGlutamyltransferase, Gamma-GT)); GOÄ-Nr. 3594.H1 (Glutamatoxalazetattransaminase (GOT, Aspartataminotransferase, ASAT, AST)). Bedingte Positionen werden nur ergänzt, wenn ihre eigene Voraussetzung aus der Dokumentation hervorgeht.

Typische Fehler in diesem Abrechnungsfall

1.

Laborpositionen werden allein aus Begriffen wie Therapiekontrolle oder Chemotherapielabor abgeleitet, obwohl einzelne Parameter und Leistungserbringung nicht dokumentiert sind.


2.

Bedingte Positionen wie GOÄ-Nr. 250 werden ohne eigenständigen Leistungsnachweis ergänzt.


3.

Ausschlüsse, Höchstwerte, Wiederholungsgrenzen oder enthaltene Nebenleistungen werden nicht je Behandlungstag geprüft.

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Autor des Artikels

Über den Autor

Dieser Artikel wurde von unserem Gründer und Geschäftsführer Felix Vogel erstellt. Er beschäftigt sich täglich mit GOÄ-Prozessen, Rechnungsstellung und modernen Alternativen zur klassischen Rechnungsabtretung.