Welche GOÄ-Ziffern sind für „Autismus-Spektrum-Störung – kinderpsychiatrische Entwicklungs- und strukturierte Diagnostik“ berechnungsfähig?
Praxisleitfaden zur GOÄ-Abrechnung in der Fachgruppe Psychiatrie und Psychotherapie für das Thema „Autismus-Spektrum-Störung – kinderpsychiatrische Entwicklungs- und strukturierte Diagnostik“.

Welche GOÄ-Ziffern kommen für „Autismus-Spektrum-Störung – kinderpsychiatrische Entwicklungs- und strukturierte Diagnostik“ in Betracht?
Für „Autismus-Spektrum-Störung – kinderpsychiatrische Entwicklungs- und strukturierte Diagnostik“ führt die Kette GOÄ-Nr. 885 als Kernposition. GOÄ-Nr. 856, GOÄ-Nr. A855, GOÄ-Nr. A855B, GOÄ-Nr. 857 und GOÄ-Nr. 800 sowie weitere Positionen kommen nur bei zusätzlichem oder alternativem Leistungsinhalt in Betracht.
Bei der Abrechnung von „Autismus-Spektrum-Störung – kinderpsychiatrische Entwicklungs- und strukturierte Diagnostik“ stehen Autismus, ASS, soziale Kommunikation, Stereotypien, Entwicklungsdiagnostik. Für die Abrechnungsentscheidung sind insbesondere Behandlungssetting, Mindestdauer, Gesprächs- oder Therapieverfahren, Teilnehmer, Video- beziehungsweise Präsenzform und zeitliche Abstände maßgeblich. Der Titel der Behandlung ersetzt keinen dieser Leistungsnachweise.
| Position | Rolle | Entscheidende Voraussetzung |
|---|---|---|
| GOÄ-Nr. 885 | Kernposition | Psychiatrische Untersuchung bei Kindern/Jugendl. mit Einbeziehung von Bezugspersonen, unter Berücksichtigung familienmedizinischer und entwicklungspsychologischer Aspekte. |
| GOÄ-Nr. 856 | Bedingt / alternativ | Standardisierte Intelligenz- und Entwicklungstests (z.B. HAWIE(K), IST/Amthauer) mit schriftlicher Aufzeichnung, insgesamt. |
| GOÄ-Nr. A855 | Bedingt / alternativ | Nur validiertes, strukturiertes und standardisiertes klinisch-diagnostisches Interview zur Diagnostik psychischer Störungen mit schriftlicher Aufzeichnung; kein beliebiger Fragebogen oder gewöhnliches Anamnesegespräch. |
| GOÄ-Nr. A855B | Bedingt / alternativ | Mindestens drei eigenständige Testverfahren mit Durchführung, Auswertung, schriftlicher Aufzeichnung und Ergebnisbesprechung; enthaltene Einzeltests nicht nochmals berechnen. |
| GOÄ-Nr. 857 | Bedingt / alternativ | Orientierende Testauswertung (z.B. Eysenck, MPQ, MPI, Raven, Sceno, Wartegg, Haus-Baum-Mensch), insgesamt. Lüscher-Test ausgeschlossen. |
| GOÄ-Nr. 800 | Bedingt / alternativ | Eigenständige neurologische Untersuchung bei neurologischer Fragestellung. |
| GOÄ-Nr. 5 | Bedingt / alternativ | Symptombezogene Untersuchung |
| GOÄ-Nr. 250 | Bedingt / alternativ | Nur bei tatsächlich persönlich bzw. delegationsfähig durchgeführter venöser Blutentnahme; nicht allein wegen einer Laboranforderung. |
| GOÄ-Nr. 4030 | Bedingt / alternativ | Laborposition nur bei tatsächlich veranlasster und nach GOÄ zulässig eigener Leistung; bei echtem Fremdlabor nicht als eigene Leistung des Psychiaters übernehmen. Nur abrechnen, wenn die konkrete Laborleistung nach Abschnitt M GOÄ vom abrechnenden Leistungserbringer persönlich bzw. unter dessen fachlicher Weisung und Aufsicht in zulässiger Weise erbracht wurde; echtes Fremdlabor rechnet selbst ab. Parameter, Methode, Höchstwerte und Ausschlüsse separat prüfen. |
Wichtig: Die Tabelle beschreibt Entscheidungspunkte, keine automatisch abrechenbare Pauschale.
Wann sind die einzelnen Positionen für „Autismus-Spektrum-Störung – kinderpsychiatrische Entwicklungs- und strukturierte Diagnostik“ berechnungsfähig?
Jede Position ist anhand ihres vollständigen Leistungsinhalts und der konkret hinterlegten Abhängigkeiten zu beurteilen.
Kernposition der Kombination
Psychiatrische Untersuchung bei Kindern/Jugendl. mit Einbeziehung von Bezugspersonen, unter Berücksichtigung familienmedizinischer und entwicklungspsychologischer Aspekte.
Bedingte oder alternative Position
Standardisierte Intelligenz- und Entwicklungstests (z.B. HAWIE(K), IST/Amthauer) mit schriftlicher Aufzeichnung, insgesamt.
Bedingte oder alternative Position
Nur validiertes, strukturiertes und standardisiertes klinisch-diagnostisches Interview zur Diagnostik psychischer Störungen mit schriftlicher Aufzeichnung; kein beliebiger Fragebogen oder gewöhnliches Anamnesegespräch.
Bedingte oder alternative Position
Mindestens drei eigenständige Testverfahren mit Durchführung, Auswertung, schriftlicher Aufzeichnung und Ergebnisbesprechung; enthaltene Einzeltests nicht nochmals berechnen.
Bedingte oder alternative Position
Orientierende Testauswertung (z.B. Eysenck, MPQ, MPI, Raven, Sceno, Wartegg, Haus-Baum-Mensch), insgesamt. Lüscher-Test ausgeschlossen.
Bedingte oder alternative Position
Eigenständige neurologische Untersuchung bei neurologischer Fragestellung.
Bedingte oder alternative Position
Symptombezogene Untersuchung
Bedingte oder alternative Position
Nur bei tatsächlich persönlich bzw. delegationsfähig durchgeführter venöser Blutentnahme; nicht allein wegen einer Laboranforderung.
Bedingte oder alternative Position
Laborposition nur bei tatsächlich veranlasster und nach GOÄ zulässig eigener Leistung; bei echtem Fremdlabor nicht als eigene Leistung des Psychiaters übernehmen. Nur abrechnen, wenn die konkrete Laborleistung nach Abschnitt M GOÄ vom abrechnenden Leistungserbringer persönlich bzw. unter dessen fachlicher Weisung und Aufsicht in zulässiger Weise erbracht wurde; echtes Fremdlabor rechnet selbst ab. Parameter, Methode, Höchstwerte und Ausschlüsse separat prüfen.
Welche Abrechnungspfade und Sonderregeln gelten für „Autismus-Spektrum-Störung – kinderpsychiatrische Entwicklungs- und strukturierte Diagnostik“?
Hinweise zur Kombination
Besondere Dokumentationsvorgaben
Wie grenzt sich „Autismus-Spektrum-Störung – kinderpsychiatrische Entwicklungs- und strukturierte Diagnostik“ von ähnlichen Abrechnungsfällen ab?
Dieser Artikel behandelt gezielt „Autismus-Spektrum-Störung – kinderpsychiatrische Entwicklungs- und strukturierte Diagnostik“ und nicht einen allgemeinen Sammelblock dieser Fachgruppe. Davon abzugrenzen sind „ADHS bei Kindern/Jugendlichen – umfassende kinderpsychiatrische und testpsychologische Diagnostik“ sowie „Essstörung bei Jugendlichen – kinderpsychiatrische, körperliche und laborchemische Risikodiagnostik“. Diese Themen besitzen einen anderen dokumentierten Leistungsumfang und deshalb jeweils eine eigene Abrechnungsseite.
Entscheidend ist nicht nur die Diagnose oder Behandlungsbezeichnung, sondern welcher Leistungsumfang im konkreten Fall vollständig erbracht wurde.
Was sollte für die Abrechnung von „Autismus-Spektrum-Störung – kinderpsychiatrische Entwicklungs- und strukturierte Diagnostik“ dokumentiert werden?
Behandlungsanlass und konkrete fachliche Fragestellung: Autismus, ASS, soziale Kommunikation, Stereotypien
Indikation, Setting, Beginn und Ende beziehungsweise Dauer, Teilnehmer, Verfahren, Inhalt und therapeutisches Ergebnis
GOÄ-Nr. 885: vollständiger Leistungsinhalt der GOÄ-Nr. 885
frühe Entwicklung
soziale Kommunikation und repetitive Verhaltensweisen
Bezugspersoneninformationen
Behandlungstag, eigenständige Leistungsschritte und die Zuordnung jeder Position zur tatsächlichen Dokumentation
Wie kann ein konkreter Leistungsablauf für „Autismus-Spektrum-Störung – kinderpsychiatrische Entwicklungs- und strukturierte Diagnostik“ aussehen?
Dokumentierter Beispielfall
Der Beispielfall dokumentiert „Autismus-Spektrum-Störung – kinderpsychiatrische Entwicklungs- und strukturierte Diagnostik“. Vollständig erbracht und getrennt dokumentiert werden GOÄ-Nr. 885 (vollständiger Leistungsinhalt der GOÄ-Nr. 885). Für die bedingte Position GOÄ-Nr. 856 gilt zusätzlich: vollständiger Leistungsinhalt der GOÄ-Nr. 856.
Aus diesem Ablauf dürfen nur die Positionen übernommen werden, deren Voraussetzungen in der Dokumentation tatsächlich belegt sind.
Welche Abrechnungsfehler sollten für „Autismus-Spektrum-Störung – kinderpsychiatrische Entwicklungs- und strukturierte Diagnostik“ vermieden werden?
1.
Prüfpunkt 1
Gesprächs-, Test- und Therapieleistungen sind nicht austauschbar; Mindestzeiten, Teilnehmerkreis und Sitzungsabstände müssen jeweils erfüllt sein.
2.
Prüfpunkt 2
GOÄ-Nr. 856 wird angesetzt, obwohl die konkrete Zusatzvoraussetzung nicht belegt ist: vollständiger Leistungsinhalt der GOÄ-Nr. 856
3.
Prüfpunkt 3
Bei „Autismus-Spektrum-Störung – kinderpsychiatrische Entwicklungs- und strukturierte Diagnostik“ werden Kern-, Zusatz- und Alternativpositionen nicht getrennt beurteilt.
4.
Prüfpunkt 4
Die vollständige Ziffernkette wird aus dem Titel übernommen, ohne jede Position und Alternative einzeln zu prüfen.
Welche Psychiatrie und Psychotherapie-Abrechnungskombinationen sind fachlich verwandt?
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ADHS bei Kindern/Jugendlichen – umfassende kinderpsychiatrische und testpsychologische Diagnostik
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Essstörung bei Jugendlichen – kinderpsychiatrische, körperliche und laborchemische Risikodiagnostik
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Kinder- und jugendpsychiatrische Erstuntersuchung mit Entwicklungs- und Testdiagnostik
Maßgeblich bleiben die aktuelle GOÄ, der konkrete Behandlungsfall und die vollständige Leistungsdokumentation.
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Als Kernpositionen nennt die Kombination GOÄ-Nr. 885. Auch diese Positionen sind nur bei vollständig erbrachtem Leistungsinhalt berechnungsfähig.
Dieser Artikel behandelt gezielt „Autismus-Spektrum-Störung – kinderpsychiatrische Entwicklungs- und strukturierte Diagnostik“ und nicht einen allgemeinen Sammelblock dieser Fachgruppe. Davon abzugrenzen sind „ADHS bei Kindern/Jugendlichen – umfassende kinderpsychiatrische und testpsychologische Diagnostik“ sowie „Essstörung bei Jugendlichen – kinderpsychiatrische, körperliche und laborchemische Risikodiagnostik“. Diese Themen besitzen einen anderen dokumentierten Leistungsumfang und deshalb jeweils eine eigene Abrechnungsseite.
Nein. Die Kette ist ein strukturiertes Abrechnungsbeispiel. Jede Position, Alternative, Wiederholung und Auslage muss anhand der tatsächlichen Leistung, Dokumentation und Ausschlussbestimmungen geprüft werden.

Über den Autor
Dieser Artikel wurde von unserem Gründer und Geschäftsführer Felix Vogel erstellt. Er beschäftigt sich täglich mit GOÄ-Prozessen, Rechnungsstellung und modernen Alternativen zur klassischen Rechnungsabtretung.
