Autismus-Spektrum-Störung – kinderpsychiatrische Entwicklungs- und strukturierte …

Psychiatrie und Psychotherapie · Kinder- und Jugendpsychiatrie

AbrechnungsfallAutismus-Spektrum-Störung – kinderpsychiatrische Entwicklungs- und strukturierte Diagnostik
FachgruppePsychiatrie und Psychotherapie
ThemenbereichKinder- und Jugendpsychiatrie
KernpositionenGOÄ-Nr. 885
GOÄ-Abrechnung für Autismus-Spektrum-Störung – kinderpsychiatrische Entwicklungs- und strukturierte Diagnostik

Zweck und Anwendbarkeit

Wofür ist diese Ziffernkette gedacht?

Ordnet Entwicklung, Verhalten, Emotionen, Familie und schulische Funktion zu einem kinderpsychiatrischen Störungsbild und leitet altersgerechte Behandlung sowie Unterstützung ab. Die Abklärung umfasst kinderpsychiatrische Entwicklungs- und strukturierte Diagnostik.

Wann ist sie anwendbar?

Bei anhaltender altersuntypischer Beeinträchtigung oder Krisensymptomatik; Eigen- und Fremdanamnese, Entwicklungsstand und mehrere Lebensbereiche müssen berücksichtigt werden. Erforderliche Kernleistung: Kinderpsychiatrische Entwicklungs- und strukturierte Diagnostik; sie muss tatsächlich erbracht und dokumentiert sein.

GOÄ-Ziffern und Voraussetzungen

PositionRolleEntscheidende Voraussetzung
GOÄ-Nr. 885KernpositionPsychiatrische Untersuchung bei Kindern/Jugendl. mit Einbeziehung von Bezugspersonen, unter Berücksichtigung familienmedizinischer und entwicklungspsychologischer Aspekte.
GOÄ-Nr. 856Bedingt / alternativStandardisierte Intelligenz- und Entwicklungstests (z.B. HAWIE(K), IST/Amthauer) mit schriftlicher Aufzeichnung, insgesamt.
GOÄ-Nr. A855Bedingt / alternativAnwendung und Auswertung projektiver Testverfahren (z.B. Rorschach-Test, TAT) mit schriftlicher Aufzeichnung, insgesamt. Nur validiertes, strukturiertes und standardisiertes klinisch-diagnostisches Interview zur Diagnostik psychischer Störungen mit schriftlicher Aufzeichnung; kein beliebiger Fragebogen oder gewöhnliches Anamnesegespräch.
GOÄ-Nr. A855BBedingt / alternativAnwendung und Auswertung projektiver Testverfahren (z.B. Rorschach-Test, TAT) mit schriftlicher Aufzeichnung, insgesamt. Mindestens drei eigenständige Testverfahren mit Durchführung, Auswertung, schriftlicher Aufzeichnung und Ergebnisbesprechung; enthaltene Einzeltests nicht nochmals berechnen.
GOÄ-Nr. 857Bedingt / alternativOrientierende Testauswertung (z.B. Eysenck, MPQ, MPI, Raven, Sceno, Wartegg, Haus-Baum-Mensch), insgesamt. Lüscher-Test ausgeschlossen.
GOÄ-Nr. 800Bedingt / alternativEingehende neurologische Untersuchung – gegebenenfalls einschließlich der Untersuchung des Augenhintergrundes. Eigenständige neurologische Untersuchung bei neurologischer Fragestellung.
GOÄ-Nr. 5Bedingt / alternativSymptombezogene Untersuchung
GOÄ-Nr. 250Bedingt / alternativBlutentnahme mittels Spritze, Kanüle oder Katheter aus der Vene. Nur bei tatsächlich persönlich bzw. delegationsfähig durchgeführter venöser Blutentnahme; nicht allein wegen einer Laboranforderung.
GOÄ-Nr. 4030Bedingt / alternativHormonbestimmung mittels Ligandenassay – gegebenenfalls einschließlich Doppelbestimmung und aktueller Bezugskurve. Laborposition nur bei tatsächlich veranlasster und nach GOÄ zulässig eigener Leistung; bei echtem Fremdlabor nicht als eigene Leistung des Psychiaters übernehmen. Nur abrechnen, wenn die konkrete Laborleistung nach Abschnitt M GOÄ vom abrechnenden Leistungserbringer persönlich bzw. unter dessen fachlicher Weisung und Aufsicht in zulässiger Weise erbracht wurde; echtes Fremdlabor rechnet selbst ab. Parameter, Methode, Höchstwerte und Ausschlüsse separat prüfen.

Wichtig: Die Tabelle beschreibt Entscheidungspunkte, keine automatisch abrechenbare Pauschale.

Weitere Angaben zu den Positionen

GOÄ A855

Bedingte oder alternative Position

Analog bewertet zu: 855
Analoge Leistung: strukturiertes_interview
Leistungserbringer-Kontext: gemeinsame psychotherapeutische Abrechnungsempfehlung; Qualifikation und Kontext prüfen
GOÄ A855B

Bedingte oder alternative Position

Analog bewertet zu: 855
Analoge Leistung: testbatterie
Leistungserbringer-Kontext: gemeinsame psychotherapeutische Abrechnungsempfehlung; Qualifikation und Kontext prüfen

Kombinationsregeln und Alternativen

Hinweise zur Kombination

Kein einzelnes Testverfahren ist allein aufgrund der Diagnose zwingend als GOÄ-Position anzusetzen; Instrument, Leistungslegende und Qualifikation sind konkret zu prüfen.

Abgrenzung zu ähnlichen Abrechnungsfällen

Davon abzugrenzen sind „ADHS bei Kindern/Jugendlichen – umfassende kinderpsychiatrische und testpsychologische Diagnostik“ sowie „Essstörung bei Jugendlichen – kinderpsychiatrische, körperliche und laborchemische Risikodiagnostik“. Diese Themen besitzen einen anderen dokumentierten Leistungsumfang und deshalb jeweils eine eigene Abrechnungsseite.

Dokumentation für diesen Abrechnungsfall

Indikation, Setting, Beginn und Ende beziehungsweise Dauer, Teilnehmer, Verfahren, Inhalt und therapeutisches Ergebnis

GOÄ-Nr. 885: vollständiger Leistungsinhalt der GOÄ-Nr. 885

frühe Entwicklung

soziale Kommunikation und repetitive Verhaltensweisen

Bezugspersoneninformationen

tatsächlich verwendete standardisierte Instrumente und Auswertung

Differentialdiagnosen und dokumentierter kinderpsychiatrischer Befund

Typische Fehler in diesem Abrechnungsfall

1.

GOÄ-Nr. 856 wird angesetzt, obwohl die konkrete Zusatzvoraussetzung nicht belegt ist: vollständiger Leistungsinhalt der GOÄ-Nr. 856

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Über den Autor

Dieser Artikel wurde von unserem Gründer und Geschäftsführer Felix Vogel erstellt. Er beschäftigt sich täglich mit GOÄ-Prozessen, Rechnungsstellung und modernen Alternativen zur klassischen Rechnungsabtretung.