Depressive Episode – psychiatrische Erstdiagnostik

Psychiatrie und Psychotherapie · Erwachsenenpsychiatrie – Diagnostik

AbrechnungsfallDepressive Episode – psychiatrische Erstdiagnostik mit somatischer Differentialdiagnostik
FachgruppePsychiatrie und Psychotherapie
ThemenbereichErwachsenenpsychiatrie – Diagnostik
KernpositionenGOÄ-Nr. 801
GOÄ-Abrechnung für Depressive Episode – psychiatrische Erstdiagnostik mit somatischer Differentialdiagnostik

Zweck und Anwendbarkeit

Wofür ist diese Ziffernkette gedacht?

Erfasst depressive Kernsymptome, Schweregrad, Funktionsbeeinträchtigung und Suizidalität und bezieht somatische beziehungsweise bipolare Differentialdiagnosen ein. Die Abklärung umfasst psychiatrische Erstdiagnostik mit somatischer Differentialdiagnostik.

Wann ist sie anwendbar?

Bei anhaltender gedrückter Stimmung, Interessenverlust, Antriebsminderung, Suizidgedanken oder auffälligem Screening sowie zur strukturierten Verlaufskontrolle. Bei Varianten gilt: Nur tatsächlich erbrachte und dokumentierte Kernleistungen ansetzen: Psychiatrische Erstdiagnostik mit somatischer Differentialdiagnostik. Grenze: Eingehende psychiatrische Untersuchung.

GOÄ-Ziffern und Voraussetzungen

PositionRolleEntscheidende Voraussetzung
GOÄ-Nr. 801KernpositionEingehende psychiatrische Untersuchung – gegebenenfalls unter Einschaltung der Bezugs- und/oder Kontaktperson. Eingehende psychiatrische Untersuchung; psychischen Befund dokumentieren.
GOÄ-Nr. 857Bedingt / alternativOrientierende Testauswertung (z.B. Eysenck, MPQ, MPI, Raven, Sceno, Wartegg, Haus-Baum-Mensch), insgesamt. Lüscher-Test ausgeschlossen. Orientierender validierter Fragebogentest, z. B. Depressions- oder Suizidalitätsskala, mit ärztlicher Auswertung.
GOÄ-Nr. 5Bedingt / alternativSymptombezogene Untersuchung. Eigenständige symptombezogene körperliche Untersuchung.
GOÄ-Nr. 651Bedingt / alternativElektrokardiographische Untersuchung in Ruhe – auch gegebenenfalls nach Belastung – mit Extremitäten- und Brustwandableitungen (mindestens neun Ableitungen). Eigenständiges Ruhe-EKG mit mindestens neun Ableitungen, insbesondere vor/unter QT-relevanter Medikation.
GOÄ-Nr. 250Bedingt / alternativBlutentnahme mittels Spritze, Kanüle oder Katheter aus der Vene. Venöse Blutentnahme tatsächlich durchgeführt. Nur bei tatsächlich persönlich bzw. delegationsfähig durchgeführter venöser Blutentnahme; nicht allein wegen einer Laboranforderung.
GOÄ-Nr. 3550Bedingt / alternativBlutbild und Blutbildbestandteile. Laborposition nur bei tatsächlich veranlasster und nach GOÄ zulässig eigener Leistung; bei echtem Fremdlabor nicht als eigene Leistung des Psychiaters übernehmen. Blutbild. Nur abrechnen, wenn die konkrete Laborleistung nach Abschnitt M GOÄ vom abrechnenden Leistungserbringer persönlich bzw. unter dessen fachlicher Weisung und Aufsicht in zulässiger Weise erbracht wurde; echtes Fremdlabor rechnet selbst ab. Parameter, Methode, Höchstwerte und Ausschlüsse separat prüfen.
GOÄ-Nr. 3560Bedingt / alternativGlukose. Laborposition nur bei tatsächlich veranlasster und nach GOÄ zulässig eigener Leistung; bei echtem Fremdlabor nicht als eigene Leistung des Psychiaters übernehmen. Glukose. Nur abrechnen, wenn die konkrete Laborleistung nach Abschnitt M GOÄ vom abrechnenden Leistungserbringer persönlich bzw. unter dessen fachlicher Weisung und Aufsicht in zulässiger Weise erbracht wurde; echtes Fremdlabor rechnet selbst ab. Parameter, Methode, Höchstwerte und Ausschlüsse separat prüfen.
GOÄ-Nr. 3585Bedingt / alternativKreatinin. Laborposition nur bei tatsächlich veranlasster und nach GOÄ zulässig eigener Leistung; bei echtem Fremdlabor nicht als eigene Leistung des Psychiaters übernehmen. Kreatinin. Nur abrechnen, wenn die konkrete Laborleistung nach Abschnitt M GOÄ vom abrechnenden Leistungserbringer persönlich bzw. unter dessen fachlicher Weisung und Aufsicht in zulässiger Weise erbracht wurde; echtes Fremdlabor rechnet selbst ab. Parameter, Methode, Höchstwerte und Ausschlüsse separat prüfen.
GOÄ-Nr. 4030Bedingt / alternativHormonbestimmung mittels Ligandenassay – gegebenenfalls einschließlich Doppelbestimmung und aktueller Bezugskurve. Laborposition nur bei tatsächlich veranlasster und nach GOÄ zulässig eigener Leistung; bei echtem Fremdlabor nicht als eigene Leistung des Psychiaters übernehmen. TSH. Nur abrechnen, wenn die konkrete Laborleistung nach Abschnitt M GOÄ vom abrechnenden Leistungserbringer persönlich bzw. unter dessen fachlicher Weisung und Aufsicht in zulässiger Weise erbracht wurde; echtes Fremdlabor rechnet selbst ab. Parameter, Methode, Höchstwerte und Ausschlüsse separat prüfen.
GOÄ-Nr. 806Bedingt / alternativPsychiatrische Behandlung mit Exploration und therapeutischem Gespräch, ggf. mit Kontaktgesprächen. Mindestdauer: 20 Minuten. Zusätzliche eigenständige psychiatrische Behandlung nur bei gesonderter medizinischer Notwendigkeit; nicht routinemäßig allein wegen Erstvorstellung.

Wichtig: Die Tabelle beschreibt Entscheidungspunkte, keine automatisch abrechenbare Pauschale.

Weitere Angaben zu den Positionen

GOÄ 806

Bedingte oder alternative Position

Mindestdauer / Zeitbezug: mindestens 20 Minuten

Kombinationsregeln und Alternativen

Hinweise zur Kombination

Nr. 801 und Nr. 806 können nach BÄK nur bei jeweils eigenständiger medizinischer Notwendigkeit nebeneinander vorkommen; graduelle Verlaufsabklärung ist bereits Bestandteil der Behandlung.

Abgrenzung zu ähnlichen Abrechnungsfällen

Davon abzugrenzen sind „Bipolare Störung – psychiatrische Erstdiagnostik und somatische Basisabklärung“ sowie „Angst- oder Panikstörung – psychiatrische und somatische Differentialdiagnostik“. Diese Themen besitzen einen anderen dokumentierten Leistungsumfang und deshalb jeweils eine eigene Abrechnungsseite.

Dokumentation für diesen Abrechnungsfall

Indikation, Setting, Beginn und Ende beziehungsweise Dauer, Teilnehmer, Verfahren, Inhalt und therapeutisches Ergebnis

GOÄ-Nr. 801: Eingehende psychiatrische Untersuchung; psychischen Befund dokumentieren.

vollständiger psychopathologischer Befund

Dauer, Verlauf und Schweregrad

Suizidalität und Schutzfaktoren

somatische/medikamentöse Differentialdiagnostik

Testname und Ergebnis

Typische Fehler in diesem Abrechnungsfall

1.

GOÄ-Nr. 857 wird angesetzt, obwohl die konkrete Zusatzvoraussetzung nicht belegt ist: Orientierender validierter Fragebogentest, z. B. Depressions- oder Suizidalitätsskala, mit ärztlicher Auswertung.

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Über den Autor

Dieser Artikel wurde von unserem Gründer und Geschäftsführer Felix Vogel erstellt. Er beschäftigt sich täglich mit GOÄ-Prozessen, Rechnungsstellung und modernen Alternativen zur klassischen Rechnungsabtretung.