MRT-Ultraschall-Fusionsbiopsie der Prostata – diagnostische MRT und Biopsiesitzung
Radiologie · Interventionelle Radiologie – MRT/Ultraschall-Fusion

Zweck und Anwendbarkeit
Wofür ist diese Ziffernkette gedacht?
Entnimmt systematisch und gegebenenfalls MRT-gezielt Prostatagewebe, um ein klinisch relevantes Karzinom histologisch zu sichern und dessen Ausdehnung beziehungsweise Risikoprofil einzuordnen. Die Bildgebung umfasst diagnostische MRT und Biopsiesitzung.
Wann ist sie anwendbar?
Bei begründetem Prostatakarzinomverdacht nach PSA-, Tast- und Bildbefund beziehungsweise kontrollbedürftigem Vorbefund; Zielregionen, Stanzenzahl, Infektionsprophylaxe, Blutungsrisiko und pathologische Zuordnung müssen dokumentiert sein. Erforderliche Kernleistungen: Diagnostische MRT und Biopsiesitzung; sie müssen tatsächlich erbracht und dokumentiert sein.
GOÄ-Ziffern und Voraussetzungen
| Position | Rolle | Entscheidende Voraussetzung |
|---|---|---|
| GOÄ-Nr. 5720 | Bedingt / alternativ | Multiparametrische MRT der Prostata im Bereich des Beckens. Nur wenn vom abrechnenden Arzt tatsächlich in einer gesonderten diagnostischen Sitzung erbracht. |
| GOÄ-Nr. 5731 | Bedingt / alternativ | Ergänzende MRT-Serie für die multiparametrische Untersuchung. Nur bei tatsächlicher ergänzender Serie; einmal je Sitzung. |
| GOÄ-Nr. 5733 | Bedingt / alternativ | Computergestützte MRT-Analyse, z. B. Diffusions-/Kinetikauswertung. Nur bei tatsächlicher selbständiger Analyse; einfacher Gebührensatz. |
| GOÄ-Nr. 410 | Kernposition | Ultraschalluntersuchung der Prostata als Organuntersuchung. Zeitaufwand der Fusionsdarstellung gegebenenfalls über den Steigerungsfaktor begründen, nicht durch freie Zusatzposition. |
| GOÄ-Nr. 403 | Bedingt / alternativ | Zuschlag für transkavitäre Ultraschalluntersuchung. Nur bei transrektaler Durchführung. |
| GOÄ-Nr. A5733-MRT-US-FUSION | Kernposition | Markierung des MRT-Zielareals, Datentransfer und bewegungsabhängige simultane Fusion von MRT- und Ultraschallbildern, analog Nr. 5733 |
| GOÄ-Nr. 319 | Kernposition | Punktion der Prostata, je tatsächlich medizinisch notwendiger Biopsie. Je tatsächlich durchgeführter medizinisch notwendiger Prostatabiopsie; Anzahl dokumentieren. |
| GOÄ-Nr. 1 | Bedingt / alternativ | Beratung – auch mittels Fernsprecher. Nur bei eigenständiger medizinischer Beratung, die über die bloße Überprüfung von Indikation und Untersuchungsumfang hinausgeht; neben Leistungen der Abschnitte C–O im Behandlungsfall nur einmal. |
| GOÄ-Nr. 5 | Bedingt / alternativ | Symptombezogene Untersuchung. Nur bei eigenständiger medizinischer Indikation und tatsächlich erbrachter symptombezogener Untersuchung; nicht allein für die routinemäßige radiologische Indikations-/Umfangsprüfung; neben Leistungen der Abschnitte C–O im Behandlungsfall nur einmal. |
Wichtig: Die Tabelle beschreibt Entscheidungspunkte, keine automatisch abrechenbare Pauschale.
Weitere Angaben zu den Positionen
Bedingte oder alternative Position
Bedingte oder alternative Position
Bedingte oder alternative Position
Kernposition der Kombination
Bedingte oder alternative Position
Kernposition der Kombination
Kernposition der Kombination
Abgrenzung zu ähnlichen Abrechnungsfällen
Davon abzugrenzen sind „MRT von Abdomen und/oder Becken einschließlich MRCP oder multiparametrischer Prostata-MRT“ sowie „MRT-Leistungsanteile bei transurethraler fokaler Prostata-HIFU mit MR-Thermometrie“. Diese Themen besitzen einen anderen dokumentierten Leistungsumfang und deshalb jeweils eine eigene Abrechnungsseite.
Dokumentation für diesen Abrechnungsfall
rechtfertigende Indikation, Modalität, Region und Seite, Ebenen beziehungsweise Sequenzen, Kontrastmittel und eigenständige Interventionen
GOÄ-Nr. 410: Zeitaufwand der Fusionsdarstellung gegebenenfalls über den Steigerungsfaktor begründen, nicht durch freie Zusatzposition.
GOÄ-Nr. A5733-MRT-US-FUSION: Markierung des MRT-Zielareals, Datentransfer und bewegungsabhängige simultane Fusion von MRT- und Ultraschallbildern, analog Nr. 5733
GOÄ-Nr. 319: Je tatsächlich durchgeführter medizinisch notwendiger Prostatabiopsie; Anzahl dokumentieren.
MRT-Indikation und PI-RADS-Zielareal
getrennte Behandlungsdaten
Fusionssoftware und Zielmarkierung
transrektaler oder transperinealer Zugang
Anzahl und Lokalisation der Biopsien
Komplikationen
Typische Fehler in diesem Abrechnungsfall
1.
GOÄ-Nr. 5720 wird angesetzt, obwohl die konkrete Zusatzvoraussetzung nicht belegt ist: Nur wenn vom abrechnenden Arzt tatsächlich in einer gesonderten diagnostischen Sitzung erbracht.
Ähnliche Abrechnungsfälle
Maßgeblich bleiben die aktuelle GOÄ, der konkrete Behandlungsfall und die vollständige Leistungsdokumentation.
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Über den Autor
Dieser Artikel wurde von unserem Gründer und Geschäftsführer Felix Vogel erstellt. Er beschäftigt sich täglich mit GOÄ-Prozessen, Rechnungsstellung und modernen Alternativen zur klassischen Rechnungsabtretung.
