Akuter Harnverhalt bei der Frau – Katheterisierung und Ursachenabklärung

Urologie · Katheter und Harnableitung

FachgruppeUrologie
ThemenbereichKatheter und Harnableitung
KernpositionenGOÄ-Nr. 5 und GOÄ-Nr. 410
GOÄ-Abrechnung für Akuter Harnverhalt bei der Frau – Katheterisierung und Ursachenabklärung

Zweck und Anwendbarkeit

Wofür ist diese Ziffernkette gedacht?

Entlastet eine überdehnte Harnblase und sichert den Harnabfluss, während Ursache, Restfunktion und katheterbezogene Risiken abgeklärt werden. Die Abklärung umfasst einmalige Katheterisierung der Harnblase und Ultraschalluntersuchung des betreffenden Organs. Bei der Frau werden neben der sofortigen Blasenentlastung insbesondere Prolaps, postoperative, medikamentöse und neurogene Ursachen geprüft.

Wann ist sie anwendbar?

Bei akutem oder chronischem Harnverhalt beziehungsweise erforderlicher längerfristiger Ableitung; Zugangsweg und Verweildauer richten sich nach Obstruktion, Infektion und Versorgungsperspektive. Bei der Frau werden neben der sofortigen Blasenentlastung insbesondere Prolaps, postoperative, medikamentöse und neurogene Ursachen geprüft.

GOÄ-Ziffern und Voraussetzungen

PositionRolleEntscheidende Voraussetzung
GOÄ-Nr. 5KernpositionSymptombezogene Untersuchung
GOÄ-Nr. 1730Bedingt / alternativEinmalige Katheterisierung der Harnblase. Nur bei einmaliger Entlastung ohne Verweilkatheter.
GOÄ-Nr. 1732Bedingt / alternativEinlage eines Blasenverweilkatheters. Nur wenn ein Verweilkatheter tatsächlich eingelegt wird; Nr. 1728/1730 ist dann eingeschlossen.
GOÄ-Nr. 410KernpositionUltraschalluntersuchung eines Organs
GOÄ-Nr. 420Bedingt / alternativUltraschalluntersuchung eines weiteren Organs im Anschluss an Nr. 410 bis 418, je Organ, höchstens dreimal je Sitzung. Nur für jedes weitere tatsächlich untersuchte Organ im Anschluss an eine Grundleistung nach Nr. 410 bis 418; höchstens dreimal je Sitzung abrechenbar.
GOÄ-Nr. 3511Bedingt / alternativUntersuchung eines Körpermaterials mit vorgefertigtem Reagenzträger, z. B. Urinteststreifen
GOÄ-Nr. 1792Bedingt / alternativUroflowmetrie einschließlich Registrierung

Wichtig: Die Tabelle beschreibt Entscheidungspunkte, keine automatisch abrechenbare Pauschale.

Weitere Angaben zu den Positionen

GOÄ 1730

Bedingte oder alternative Position

Abrechnungsalternative: bladder_drainage
GOÄ 1732

Bedingte oder alternative Position

Abrechnungsalternative: bladder_drainage
GOÄ 420

Bedingte oder alternative Position

Erforderlicher Zusammenhang: 410

Kombinationsregeln und Alternativen

Erforderliche Alternativgruppen

Group: bladder_drainage
Min: 1
Max: 1

Abgrenzung zu ähnlichen Abrechnungsfällen

Davon abzugrenzen sind „Akuter Harnverhalt beim Mann – Katheterisierung und Ursachenabklärung“ sowie „Blasenspülung/Instillation bei der Frau“. Diese Themen besitzen einen anderen dokumentierten Leistungsumfang und deshalb jeweils eine eigene Abrechnungsseite.

Dokumentation für diesen Abrechnungsfall

Organ, Seite, Indikation, Zugangsweg, Untersuchungs- oder Operationstechnik, Befund und Proben beziehungsweise Implantate

GOÄ-Nr. 5: Symptombezogene Untersuchung

GOÄ-Nr. 410: Ultraschalluntersuchung eines Organs

Restharn

Katheterisierung

neurologische/gynäkologische Ursachen

Uroflow bei späterer Kontrolle

Typische Fehler in diesem Abrechnungsfall

1.

GOÄ-Nr. 1730 wird angesetzt, obwohl die konkrete Zusatzvoraussetzung nicht belegt ist: Nur bei einmaliger Entlastung ohne Verweilkatheter.

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Über den Autor

Dieser Artikel wurde von unserem Gründer und Geschäftsführer Felix Vogel erstellt. Er beschäftigt sich täglich mit GOÄ-Prozessen, Rechnungsstellung und modernen Alternativen zur klassischen Rechnungsabtretung.