Akuter Harnverhalt – einmalige suprapubische Harnblasenpunktion ohne Fistelkatheter
Urologie · Katheter, Harnverhalt und Harnableitung

Zweck und Anwendbarkeit
Wofür ist diese Ziffernkette gedacht?
Entlastet eine überdehnte Harnblase und sichert den Harnabfluss, während Ursache, Restfunktion und katheterbezogene Risiken abgeklärt werden. Die Bildgebung umfasst punktion der Harnblase und Ultraschalluntersuchung der Harnblase.
Wann ist sie anwendbar?
Bei akutem oder chronischem Harnverhalt beziehungsweise erforderlicher längerfristiger Ableitung; Zugangsweg und Verweildauer richten sich nach Obstruktion, Infektion und Versorgungsperspektive. Bei Varianten gilt: Nur tatsächlich erbrachte und dokumentierte Kernleistungen ansetzen: Punktion der Harnblase und Ultraschalluntersuchung der Harnblase.
GOÄ-Ziffern und Voraussetzungen
| Position | Rolle | Entscheidende Voraussetzung |
|---|---|---|
| GOÄ-Nr. 318 | Kernposition | Punktion der Harnblase. Nur wenn nach Urinablass kein suprapubischer Katheter als Fistelkatheter verbleibt. |
| GOÄ-Nr. 410 | Bedingt / alternativ | Ultraschalluntersuchung der Harnblase. Nur bei eigenständiger diagnostischer Sonographie; reine Punktionsführung ist nicht automatisch zusätzlich berechnungsfähig. |
Wichtig: Die Tabelle beschreibt Entscheidungspunkte, keine automatisch abrechenbare Pauschale.
Abgrenzung zu ähnlichen Abrechnungsfällen
Davon abzugrenzen sind „Akuter Harnverhalt bei der Frau – Katheterisierung und Ursachenabklärung“ sowie „Akuter Harnverhalt beim Mann – Katheterisierung und Ursachenabklärung“. Diese Themen besitzen einen anderen dokumentierten Leistungsumfang und deshalb jeweils eine eigene Abrechnungsseite.
Dokumentation für diesen Abrechnungsfall
Organ, Seite, Indikation, Zugangsweg, Untersuchungs- oder Operationstechnik, Befund und Proben beziehungsweise Implantate
GOÄ-Nr. 318: Nur wenn nach Urinablass kein suprapubischer Katheter als Fistelkatheter verbleibt.
Indikation und Harnverhalt
Punktionsweg
Urinablass
unmittelbare Katheterentfernung
Typische Fehler in diesem Abrechnungsfall
1.
GOÄ-Nr. 410 wird angesetzt, obwohl die konkrete Zusatzvoraussetzung nicht belegt ist: Nur bei eigenständiger diagnostischer Sonographie; reine Punktionsführung ist nicht automatisch zusätzlich berechnungsfähig.
Ähnliche Abrechnungsfälle
Maßgeblich bleiben die aktuelle GOÄ, der konkrete Behandlungsfall und die vollständige Leistungsdokumentation.
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Über den Autor
Dieser Artikel wurde von unserem Gründer und Geschäftsführer Felix Vogel erstellt. Er beschäftigt sich täglich mit GOÄ-Prozessen, Rechnungsstellung und modernen Alternativen zur klassischen Rechnungsabtretung.
