Welche GOÄ-Ziffern sind für „Akute kinder- oder jugendpsychiatrische Krise mit Untersuchung, Notfallintervention und Einweisung“ berechnungsfähig?
Praxisleitfaden zur GOÄ-Abrechnung in der Fachgruppe Psychiatrie und Psychotherapie für das Thema „Akute kinder- oder jugendpsychiatrische Krise mit Untersuchung, Notfallintervention und Einweisung“.

Welche GOÄ-Ziffern kommen für „Akute kinder- oder jugendpsychiatrische Krise mit Untersuchung, Notfallintervention und Einweisung“ in Betracht?
Für „Akute kinder- oder jugendpsychiatrische Krise mit Untersuchung, Notfallintervention und Einweisung“ führt die Kette GOÄ-Nr. 885 als Kernposition. GOÄ-Nr. 812, GOÄ-Nr. 5, GOÄ-Nr. 651, GOÄ-Nr. 602 und GOÄ-Nr. 833 sowie weitere Positionen kommen nur bei zusätzlichem oder alternativem Leistungsinhalt in Betracht.
Bei der Abrechnung von „Akute kinder- oder jugendpsychiatrische Krise mit Untersuchung, Notfallintervention und Einweisung“ stehen Suizidalität, Selbstverletzung, Jugendliche, Krise, Einweisung. Für die Abrechnungsentscheidung sind insbesondere Behandlungssetting, Mindestdauer, Gesprächs- oder Therapieverfahren, Teilnehmer, Video- beziehungsweise Präsenzform und zeitliche Abstände maßgeblich. Der Titel der Behandlung ersetzt keinen dieser Leistungsnachweise.
| Position | Rolle | Entscheidende Voraussetzung |
|---|---|---|
| GOÄ-Nr. 885 | Kernposition | Psychiatrische Untersuchung bei Kindern/Jugendl. mit Einbeziehung von Bezugspersonen, unter Berücksichtigung familienmedizinischer und entwicklungspsychologischer Aspekte. |
| GOÄ-Nr. 812 | Bedingt / alternativ | Psychiatrische Notfallbehandlung bei akuter Dekompensation; eigenständiger Inhalt und Ausschlüsse prüfen. |
| GOÄ-Nr. 5 | Bedingt / alternativ | Symptombezogene Untersuchung |
| GOÄ-Nr. 651 | Bedingt / alternativ | Elektrokardiographische Untersuchung in Ruhe – auch gegebenenfalls nach Belastung – mit Extremitäten- und Brustwandableitungen (mindestens neun Ableitungen) |
| GOÄ-Nr. 602 | Bedingt / alternativ | Oxymetrische Untersuchung(en) (Bestimmung der prozentualen Sauerstoffsättigung im Blut) – gegebenenfalls einschließlich Bestimmung(en) nach Belastung |
| GOÄ-Nr. 833 | Bedingt / alternativ | Begleitung bei Kliniküberführung. |
| GOÄ-Nr. 56 | Bedingt / alternativ | Erforderliches Verweilen nach Ablauf einer halben Stunde. |
Wichtig: Die Tabelle beschreibt Entscheidungspunkte, keine automatisch abrechenbare Pauschale.
Wann sind die einzelnen Positionen für „Akute kinder- oder jugendpsychiatrische Krise mit Untersuchung, Notfallintervention und Einweisung“ berechnungsfähig?
Jede Position ist anhand ihres vollständigen Leistungsinhalts und der konkret hinterlegten Abhängigkeiten zu beurteilen.
Kernposition der Kombination
Psychiatrische Untersuchung bei Kindern/Jugendl. mit Einbeziehung von Bezugspersonen, unter Berücksichtigung familienmedizinischer und entwicklungspsychologischer Aspekte.
Bedingte oder alternative Position
Psychiatrische Notfallbehandlung bei akuter Dekompensation; eigenständiger Inhalt und Ausschlüsse prüfen.
Bedingte oder alternative Position
Symptombezogene Untersuchung
Bedingte oder alternative Position
Elektrokardiographische Untersuchung in Ruhe – auch gegebenenfalls nach Belastung – mit Extremitäten- und Brustwandableitungen (mindestens neun Ableitungen)
Bedingte oder alternative Position
Oxymetrische Untersuchung(en) (Bestimmung der prozentualen Sauerstoffsättigung im Blut) – gegebenenfalls einschließlich Bestimmung(en) nach Belastung
Bedingte oder alternative Position
Begleitung bei Kliniküberführung.
Bedingte oder alternative Position
Erforderliches Verweilen nach Ablauf einer halben Stunde.
Welche Abrechnungspfade und Sonderregeln gelten für „Akute kinder- oder jugendpsychiatrische Krise mit Untersuchung, Notfallintervention und Einweisung“?
Besondere Dokumentationsvorgaben
Wie grenzt sich „Akute kinder- oder jugendpsychiatrische Krise mit Untersuchung, Notfallintervention und Einweisung“ von ähnlichen Abrechnungsfällen ab?
Dieser Artikel behandelt gezielt „Akute kinder- oder jugendpsychiatrische Krise mit Untersuchung, Notfallintervention und Einweisung“ und nicht einen allgemeinen Sammelblock dieser Fachgruppe. Davon abzugrenzen sind „Kinder- und jugendpsychiatrische Gruppenbehandlung“ sowie „Essstörung bei Jugendlichen – kinderpsychiatrische, körperliche und laborchemische Risikodiagnostik“. Diese Themen besitzen einen anderen dokumentierten Leistungsumfang und deshalb jeweils eine eigene Abrechnungsseite.
Entscheidend ist nicht nur die Diagnose oder Behandlungsbezeichnung, sondern welcher Leistungsumfang im konkreten Fall vollständig erbracht wurde.
Was sollte für die Abrechnung von „Akute kinder- oder jugendpsychiatrische Krise mit Untersuchung, Notfallintervention und Einweisung“ dokumentiert werden?
Behandlungsanlass und konkrete fachliche Fragestellung: Suizidalität, Selbstverletzung, Jugendliche, Krise
Indikation, Setting, Beginn und Ende beziehungsweise Dauer, Teilnehmer, Verfahren, Inhalt und therapeutisches Ergebnis
GOÄ-Nr. 885: vollständiger Leistungsinhalt der GOÄ-Nr. 885
akuter Anlass
Suizidalität/Fremdgefährdung
entwicklungsbezogener psychiatrischer Befund
Behandlungstag, eigenständige Leistungsschritte und die Zuordnung jeder Position zur tatsächlichen Dokumentation
Wie kann ein konkreter Leistungsablauf für „Akute kinder- oder jugendpsychiatrische Krise mit Untersuchung, Notfallintervention und Einweisung“ aussehen?
Dokumentierter Beispielfall
Der Beispielfall dokumentiert „Akute kinder- oder jugendpsychiatrische Krise mit Untersuchung, Notfallintervention und Einweisung“. Vollständig erbracht und getrennt dokumentiert werden GOÄ-Nr. 885 (vollständiger Leistungsinhalt der GOÄ-Nr. 885). Für die bedingte Position GOÄ-Nr. 812 gilt zusätzlich: Psychiatrische Notfallbehandlung bei akuter Dekompensation; eigenständiger Inhalt und Ausschlüsse prüfen.
Aus diesem Ablauf dürfen nur die Positionen übernommen werden, deren Voraussetzungen in der Dokumentation tatsächlich belegt sind.
Welche Abrechnungsfehler sollten für „Akute kinder- oder jugendpsychiatrische Krise mit Untersuchung, Notfallintervention und Einweisung“ vermieden werden?
1.
Prüfpunkt 1
Gesprächs-, Test- und Therapieleistungen sind nicht austauschbar; Mindestzeiten, Teilnehmerkreis und Sitzungsabstände müssen jeweils erfüllt sein.
2.
Prüfpunkt 2
GOÄ-Nr. 812 wird angesetzt, obwohl die konkrete Zusatzvoraussetzung nicht belegt ist: Psychiatrische Notfallbehandlung bei akuter Dekompensation; eigenständiger Inhalt und Ausschlüsse prüfen.
3.
Prüfpunkt 3
Bei „Akute kinder- oder jugendpsychiatrische Krise mit Untersuchung, Notfallintervention und Einweisung“ werden Kern-, Zusatz- und Alternativpositionen nicht getrennt beurteilt.
4.
Pr üfpunkt 4
Die vollständige Ziffernkette wird aus dem Titel übernommen, ohne jede Position und Alternative einzeln zu prüfen.
Welche Psychiatrie und Psychotherapie-Abrechnungskombinationen sind fachlich verwandt?
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Maßgeblich bleiben die aktuelle GOÄ, der konkrete Behandlungsfall und die vollständige Leistungsdokumentation.
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Als Kernpositionen nennt die Kombination GOÄ-Nr. 885. Auch diese Positionen sind nur bei vollständig erbrachtem Leistungsinhalt berechnungsfähig.
Dieser Artikel behandelt gezielt „Akute kinder- oder jugendpsychiatrische Krise mit Untersuchung, Notfallintervention und Einweisung“ und nicht einen allgemeinen Sammelblock dieser Fachgruppe. Davon abzugrenzen sind „Kinder- und jugendpsychiatrische Gruppenbehandlung“ sowie „Essstörung bei Jugendlichen – kinderpsychiatrische, körperliche und laborchemische Risikodiagnostik“. Diese Themen besitzen einen anderen dokumentierten Leistungsumfang und deshalb jeweils eine eigene Abrechnungsseite.
Nein. Die Kette ist ein strukturiertes Abrechnungsbeispiel. Jede Position, Alternative, Wiederholung und Auslage muss anhand der tatsächlichen Leistung, Dokumentation und Ausschlussbestimmungen geprüft werden.

Über den Autor
Dieser Artikel wurde von unserem Gründer und Geschäftsführer Felix Vogel erstellt. Er beschäftigt sich täglich mit GOÄ-Prozessen, Rechnungsstellung und modernen Alternativen zur klassischen Rechnungsabtretung.
