Operative Bildung einer Harnblase aus Ileum oder Kolon

Urologie · Blase und Urothel

FachgruppeUrologie
ThemenbereichBlase und Urothel
KernpositionenGOÄ-Nr. 1807
Nur bei ZusatzleistungGOÄ-Nr. 250 und GOÄ-Nr. 3550
GOÄ-Abrechnung für Operative Bildung einer Harnblase aus Ileum oder Kolon

Zweck und Anwendbarkeit

Wofür ist diese Ziffernkette gedacht?

Rekonstruiert nach Blasenverlust ein kontinenzorientiertes Harnreservoir aus Darmsegment und stellt den Anschluss an oberen Harntrakt und Harnröhre her. Der Eingriff umfasst operative Bildung einer Harnblase aus Ileum oder Kolon.

Wann ist sie anwendbar?

Bei geeigneter onkologischer und funktioneller Konstellation nach Prüfung von Nierenfunktion, Darm, Urethra, Motivation und Fähigkeit zur Nachsorge beziehungsweise Selbstkatheterisierung. Erforderliche Kernleistung: Operative Bildung einer Harnblase aus Ileum oder Kolon; sie muss tatsächlich erbracht und dokumentiert sein.

GOÄ-Ziffern und Voraussetzungen

PositionRolleEntscheidende Voraussetzung
GOÄ-Nr. 1807KernpositionOperative Bildung einer Harnblase aus Ileum oder Kolon
GOÄ-Nr. 250Bedingt / alternativBlutentnahme mittels Spritze, Kanüle oder Katheter aus der Vene. Nur bei tatsächlich durchgeführter venöser Blutentnahme in einer eigenständigen diagnostischen Behandlungsphase.
GOÄ-Nr. 3550Bedingt / alternativBlutbild. Nur bei medizinischer Indikation und zulässiger eigener Laborleistung; echtes Fremdlabor rechnet selbst.

Wichtig: Die Tabelle beschreibt Entscheidungspunkte, keine automatisch abrechenbare Pauschale.

Abgrenzung zu ähnlichen Abrechnungsfällen

Davon abzugrenzen sind „Großer Harnblasentumor – transurethrale Resektion“ sowie „Harnblasendivertikel – operative Behandlung“. Diese Themen besitzen einen anderen dokumentierten Leistungsumfang und deshalb jeweils eine eigene Abrechnungsseite.

Dokumentation für diesen Abrechnungsfall

Organ, Seite, Indikation, Zugangsweg, Untersuchungs- oder Operationstechnik, Befund und Proben beziehungsweise Implantate

GOÄ-Nr. 1807: Operative Bildung einer Harnblase aus Ileum oder Kolon

Darmsegment

Reservoirkonstruktion

Ureterimplantation

Drainagen/Harnableitung

Typische Fehler in diesem Abrechnungsfall

1.

GOÄ-Nr. 250 wird angesetzt, obwohl die konkrete Zusatzvoraussetzung nicht belegt ist: Nur bei tatsächlich durchgeführter venöser Blutentnahme in einer eigenständigen diagnostischen Behandlungsphase.

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Über den Autor

Dieser Artikel wurde von unserem Gründer und Geschäftsführer Felix Vogel erstellt. Er beschäftigt sich täglich mit GOÄ-Prozessen, Rechnungsstellung und modernen Alternativen zur klassischen Rechnungsabtretung.