Digitale rektale Untersuchung mit Beratung und vollständiger Untersuchung der …

Praxisleitfaden zur GOÄ-Abrechnung in der hausärztlichen Medizin: Positionen, Voraussetzungen und Dokumentation für „Digitale rektale Untersuchung mit Beratung und erweitertem Status“.

AbrechnungsfallDigitale rektale Untersuchung mit Beratung und vollständiger Untersuchung der Bauchorgane
FachgruppeHausärztliche Medizin
KernpositionenGOÄ-Nr. 11, GOÄ-Nr. 1 und GOÄ-Nr. 7
GOÄ-Abrechnung für Digitale rektale Untersuchung mit Beratung und vollständiger Untersuchung der Bauchorgane

Zweck und Anwendbarkeit

Wofür ist diese Ziffernkette gedacht?

Tastet Rektum, Analkanal und bei entsprechender Fragestellung die Prostata ab, um Raumforderung, Schmerz, Blut, Stuhlverhalt, Sphinktertonus oder Prostataveränderung klinisch einzuordnen. Die ärztliche Bewertung umfasst digitaluntersuchung des Mastdarms beziehungsweise der Prostata.

Wann ist sie anwendbar?

Bei anorektaler Blutung, Schmerz, Entleerungsstörung, Prostata- oder Beckenbodenfragestellung sowie auffälligem Bauchbefund; Tastbefund und Untersuchungsgrenze dokumentieren, bei Warnzeichen weiterführende Endoskopie oder Bildgebung veranlassen. Erforderliche Kernleistung: Digitaluntersuchung des Mastdarms beziehungsweise der Prostata; sie muss tatsächlich erbracht und dokumentiert sein.

Fachlicher Kontext

Im konkreten Fall stehen digital-rektal, rektale Untersuchung, DRU, Prostata im Mittelpunkt. Beratung, Untersuchungsstatus und technische Einzelleistung müssen jeweils vollständig erbracht und medizinisch zugeordnet sein. Eine umfassende hausärztliche Dokumentation ersetzt nicht den besonderen Leistungsinhalt der einzelnen GOÄ-Position.

GOÄ-Ziffern und Voraussetzungen

Für „Digitale rektale Untersuchung mit Beratung und erweitertem Status“ bildet GOÄ-Nr. 11, GOÄ-Nr. 1 sowie GOÄ-Nr. 7 die dokumentierten Kernleistungen.

PositionRolleEntscheidende Voraussetzung
GOÄ-Nr. 11KernpositionDigitaluntersuchung des Mastdarms und/oder der Prostata
GOÄ-Nr. 1KernpositionBeratung - auch mittels Fernsprecher -
GOÄ-Nr. 7KernpositionVollständige körperliche Untersuchung mindestens eines der folgenden Organsysteme: das gesamte Hautorgan, die Stütz- und Bewegungsorgane, alle Brustorgane, alle Bauchorgane, der gesamte weibliche Genitaltrakt (gegebenenfalls einschließlich Nieren und ableitende Harnwege) - gegebenenfalls einschließlich Dokumentation -. Vollständiges in Nr. 7 genanntes Organsystem nach vorgeschriebenem Umfang untersuchen; bei lediglich symptombezogener Untersuchung Nr. 5 statt Nr. 7, nicht zusätzlich. Dieses Beispiel bezieht sich auf die Bauchorgane; die Digitaluntersuchung ist darin nicht enthalten.

Wichtig: Die Tabelle beschreibt Entscheidungspunkte, keine automatisch abrechenbare Pauschale.

Abgrenzung zu ähnlichen Abrechnungsfällen

Diese Seite beantwortet ausschließlich die Abrechnungsfrage zu „Digitale rektale Untersuchung mit Beratung und erweitertem Status“. Fachlich nah, aber nach Leistungsumfang getrennt zu prüfen, sind „Bioimpedanzanalyse mit Beratung und Befundbericht“ und „SARS-CoV-2-Antigen-Schnelltest mit Abstrich“. Die eigene Seite jeder Variante verhindert, dass unterschiedliche Indikationen, Verfahren oder Zusatzleistungen zu einer pauschalen Kette vermischt werden.

Dokumentation für diesen Abrechnungsfall

Behandlungsanlass, relevante Anamnese, Untersuchungsumfang, technischer Einzelbefund, ärztliche Beurteilung und Konsequenz.

Klinischer Bezug der Dokumentation: digital-rektal, rektale Untersuchung, DRU, Prostata.

GOÄ-Nr. 11: vollständige Durchführung und patientenbezogene Befunddokumentation.

GOÄ-Nr. 1: vollständige Durchführung und patientenbezogene Befunddokumentation.

GOÄ-Nr. 7: vollständige Durchführung und patientenbezogene Befunddokumentation.

Behandlungstag, Leistungserbringer und Zuordnung jeder Position zum konkret dokumentierten Leistungsabschnitt.

Praxisbeispiel

Konkreter Leistungsablauf

Dokumentierter Beispielfall: Digitale rektale Untersuchung mit Beratung und erweitertem Status. GOÄ-Nr. 11, GOÄ-Nr. 1 sowie GOÄ-Nr. 7 werden mit dem vollständigen Leistungsinhalt dokumentiert.

Typische Fehler in diesem Abrechnungsfall

1.

Beratung, Status und technische Diagnostik werden als fester Block übernommen, obwohl einzelne Leistungen nicht vollständig erbracht wurden.


2.

Die Positionen 11, 1, 7 werden nur anhand der Behandlungsbezeichnung statt anhand ihrer vollständigen Leistungslegenden ausgewählt.


3.

„Digitale rektale Untersuchung mit Beratung und erweitertem Status“ wird mit einer fachlich verwandten, aber im Leistungsumfang abweichenden Kombination gleichgesetzt.

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Autor des Artikels

Über den Autor

Dieser Artikel wurde von unserem Gründer und Geschäftsführer Felix Vogel erstellt. Er beschäftigt sich täglich mit GOÄ-Prozessen, Rechnungsstellung und modernen Alternativen zur klassischen Rechnungsabtretung.