Entwicklungs- oder sensorimotorische Therapie
Kinder- und Jugendmedizin · Entwicklung und Sozialpädiatrie

Zweck und Anwendbarkeit
Wofür ist diese Ziffernkette gedacht?
Fördert eine konkret beeinträchtigte motorische, sensorische oder entwicklungsbezogene Funktion mit einer zeitgebundenen ärztlichen Therapie und überprüfbarem Alltagsziel. Die Behandlung umfasst systematische sensomotorische Entwicklungs- und Übungsbehandlung von zentralbedingten Störungen.
Wann ist sie anwendbar?
Bei diagnostisch eingeordneter Entwicklungs- oder Funktionsstörung; gewählte Methode, Dauer, Eigenanteil der ärztlichen Leistung und messbarer Verlauf müssen nachvollziehbar sein. Bei Varianten gilt: Nur tatsächlich erbrachte und dokumentierte Kernleistungen ansetzen: Systematische sensomotorische Entwicklungs- und Übungsbehandlung von zentralbedingten Störungen.
GOÄ-Ziffern und Voraussetzungen
| Position | Rolle | Entscheidende Voraussetzung |
|---|---|---|
| GOÄ-Nr. 719 | Bedingt / alternativ | Funktionelle Entwicklungstherapie bei Ausfallerscheinungen, Einzelbehandlung. Mindestens 45 Minuten; nicht neben Nr. 725 oder 726. |
| GOÄ-Nr. 725 | Bedingt / alternativ | Systematische sensomotorische Entwicklungs- und Übungsbehandlung von zentralbedingten Störungen. Mindestens 45 Minuten; nicht neben Nr. 719. Neben Nr. 726 am selben Tag nur bei zeitlich getrennten Behandlungen von jeweils mindestens 45 Minuten. |
| GOÄ-Nr. 726 | Bedingt / alternativ | Systematische sensomotorische Behandlung zentral bedingter Sprachstörungen. Mindestens 45 Minuten; nicht neben Nr. 719. Neben Nr. 725 am selben Tag nur bei zeitlich getrennten Behandlungen von jeweils mindestens 45 Minuten. |
Wichtig: Die Tabelle beschreibt Entscheidungspunkte, keine automatisch abrechenbare Pauschale.
Weitere Angaben zu den Positionen
Bedingte oder alternative Position
Bedingte oder alternative Position
Bedingte oder alternative Position
Abgrenzung zu ähnlichen Abrechnungsfällen
Davon abzugrenzen sind „Entwicklungsauffälligkeit – standardisierte Entwicklungsbeurteilung mit motorischer und audiologischer Abklärung“ sowie „Säugling mit Torticollis oder Asymmetrie – Bewegungsapparat, Hüftsonographie und neurokinesiologische Entwicklungsdiagnostik“. Diese Themen besitzen einen anderen dokumentierten Leistungsumfang und deshalb jeweils eine eigene Abrechnungsseite.
Dokumentation für diesen Abrechnungsfall
Alter, Entwicklungsstand, Anlass, vollständiger Untersuchungs- oder Beratungsumfang und relevante Fremdanamnese
Diagnose und Funktionsdefizit
Therapieziel
Beginn/Ende und Dauer
konkrete Übungen
Reaktion und Verlauf
Typische Fehler in diesem Abrechnungsfall
1.
GOÄ-Nr. 719 wird angesetzt, obwohl die konkrete Zusatzvoraussetzung nicht belegt ist: Mindestens 45 Minuten; nicht neben Nr. 725 oder 726.
Ähnliche Abrechnungsfälle
Maßgeblich bleiben die aktuelle GOÄ, der konkrete Behandlungsfall und die vollständige Leistungsdokumentation.
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Über den Autor
Dieser Artikel wurde von unserem Gründer und Geschäftsführer Felix Vogel erstellt. Er beschäftigt sich täglich mit GOÄ-Prozessen, Rechnungsstellung und modernen Alternativen zur klassischen Rechnungsabtretung.
