Hypertrophe Kardiomyopathie – Obstruktions-, Belastungs- und Rhythmusdiagnostik

Kardiologie · Herzinsuffizienz und Kardiomyopathien

FachgruppeKardiologie
ThemenbereichHerzinsuffizienz und Kardiomyopathien
PrüfungManuelle fachliche Prüfung erforderlich
GOÄ-Abrechnung für Hypertrophe Kardiomyopathie – Obstruktions-, Belastungs- und Rhythmusdiagnostik

Zweck und Anwendbarkeit

Wofür ist diese Ziffernkette gedacht?

Quantifiziert Morphologie, Pumpfunktion, Obstruktion und Rhythmusrisiko einer Kardiomyopathie und unterstützt Prognose, Familienabklärung und Therapieplanung. Die Abklärung umfasst obstruktions-, Belastungs- und Rhythmusdiagnostik.

Wann ist sie anwendbar?

Bei gesicherter oder vermuteter Kardiomyopathie sowie im Verlauf; Bildgebung, Belastung und Rhythmusmonitoring werden nach Phänotyp, Symptomen und Risikomerkmalen gewählt. Bei Varianten gilt: Nur tatsächlich erbrachte und dokumentierte Kernleistungen ansetzen: Obstruktions-, Belastungs- und Rhythmusdiagnostik. Grenze: Zweidimensionale Doppler-Echokardiographie mit Bilddokumentation.

GOÄ-Ziffern und Voraussetzungen

PositionRolleEntscheidende Voraussetzung
GOÄ-Nr. 1KernpositionBeratung – auch mittels Fernsprecher. Eigenständige Beratung, auch telefonisch möglich.
GOÄ-Nr. 7KernpositionVollständige körperliche Untersuchung mindestens eines der folgenden Organsysteme. Vollständige Untersuchung eines erweiterten Organsystems, hier Thorax/Herz-Kreislauf-System.
GOÄ-Nr. 651KernpositionElektrokardiographische Untersuchung in Ruhe – auch gegebenenfalls nach Belastung – mit Extremitäten- und Brustwandableitungen (mindestens neun Ableitungen). Eigenständiges Ruhe-EKG mit mindestens neun Ableitungen, vollständiger Dokumentation und ärztlicher Auswertung.
GOÄ-Nr. 424KernpositionZweidimensionale doppler-echokardiographische Untersuchung mit Bilddokumentation – einschließlich der Leistung nach Nummer 423 – (Duplex-Verfahren). Zweidimensionale Doppler-Echokardiographie mit Bilddokumentation; umfasst Nrn. 422 und 423.
GOÄ-Nr. 404Bedingt / alternativZuschlag zu doppler-sonographischen Leistungen bei zusätzlicher Frequenzspektrumanalyse – einschließlich graphischer oder Bilddokumentation. Zusätzliche Frequenzspektrumanalyse mit grafischer oder Bilddokumentation.
GOÄ-Nr. 405Bedingt / alternativZuschlag zu den Leistungen nach Nummer 415 oder 424 – bei zusätzlicher Untersuchung mit cw-Doppler. Zusätzliche Untersuchung mit cw-Doppler zu Nr. 424.
GOÄ-Nr. 406Bedingt / alternativZuschlag zu der Leistung nach Nummer 424 – bei zusätzlicher Farbkodierung. Zusätzliche Farbkodierung zu Nr. 424.
GOÄ-Nr. A5140KernpositionZuschlag für Gewebedoppler-Verfahren bei Echokardiographien, analog Nr. 5140 GOÄ. Gewebedoppler als eigenständiger Zusatz zur Echokardiographie; einmal je Sitzung.
GOÄ-Nr. A5139Bedingt / alternativZuschlag für Speckle Tracking-Verfahren bei Echokardiographien, ggf. einschl. 3D-Darstellung, analog Nr. 5139 GOÄ. Speckle Tracking als eigenständiger Zusatz zur Echokardiographie; einmal je Sitzung; bei zusätzlichem A5140 medizinische Begründung in der Rechnung.
GOÄ-Nr. A629Bedingt / alternativTransseptaler Linksherzkatheterismus – einschließlich Druckmessungen und oxymetrischer Untersuchungen sowie fortlaufender EKG- und Röntgenkontrolle. Stressechokardiographie zur dynamischen Obstruktion/Belastungsfragestellung.
GOÄ-Nr. 659KernpositionLangzeit-EKG (≥18h) mit Auswertung. Gegebenenfalls gleichzeitige Puls- und Atemregistrierung.
GOÄ-Nr. A658Bedingt / alternativHochverstärktes Oberflächen-EKG (3 Ableitungen) zur Analyse ventrikulärer Spätpotentiale (Frequenz/Zeitbereich), analog Nr. 652 GOÄ. Spätpotential-EKG als eigenständige BÄK-Analogbewertung entsprechend Nr. 652; nur bei gesonderter Indikation, vollständiger Signalanalyse und manueller Prüfung der Kombination mit weiteren EKG-Leistungen.
GOÄ-Nr. 602Bedingt / alternativOxymetrische Untersuchung(en) (Bestimmung der prozentualen Sauerstoffsättigung im Blut) – gegebenenfalls einschließlich Bestimmung(en) nach Belastung. Eigenständige Pulsoxymetrie bei gesonderter klinischer Fragestellung; nicht zusätzlich, soweit sie Bestandteil der Spiroergometrie nach Nr. 606 ist.
GOÄ-Nr. 250Bedingt / alternativBlutentnahme mittels Spritze, Kanüle oder Katheter aus der Vene. Venöse Blutentnahme tatsächlich durchgeführt; Laborleistungen nur bei eigener zulässiger Leistungserbringung zusätzlich.
GOÄ-Nr. 75Bedingt / alternativUmfassender Bericht mit Anamnese, Befunden, Beurteilung und ggf. Therapie. Nur bei eigenständigem ausführlichem Krankheits- oder Befundbericht mit Anamnese, Befunden und epikritischer Bewertung; ein technischer Kurzbefund genügt nicht.

Wichtig: Die Tabelle beschreibt Entscheidungspunkte, keine automatisch abrechenbare Pauschale.

Weitere Angaben zu den Positionen

GOÄ 404

Bedingte oder alternative Position

Höchstzahl pro Sitzung: 1
GOÄ 405

Bedingte oder alternative Position

Höchstzahl pro Sitzung: 1
GOÄ 406

Bedingte oder alternative Position

Höchstzahl pro Sitzung: 1
GOÄ A5140

Kernposition der Kombination

Analog bewertet zu: 5140
Höchstzahl pro Sitzung: 1
GOÄ A5139

Bedingte oder alternative Position

Analog bewertet zu: 5139
Höchstzahl pro Sitzung: 1
GOÄ A629

Bedingte oder alternative Position

Analog bewertet zu: 629
GOÄ A658

Bedingte oder alternative Position

Analog bewertet zu: 652
Manuelle Kombinationsprüfung: Ja
GOÄ 602

Bedingte oder alternative Position

Same session excludes if included by:
606

Abgrenzung zu ähnlichen Abrechnungsfällen

Davon abzugrenzen sind „Dilatative Kardiomyopathie – Struktur-, Rhythmus- und Funktionsverlauf“ sowie „Kardiale Amyloidose – Struktur-, Strain-, Rhythmus- und Blutdruckverlauf“. Diese Themen besitzen einen anderen dokumentierten Leistungsumfang und deshalb jeweils eine eigene Abrechnungsseite.

Dokumentation für diesen Abrechnungsfall

Indikation, Ruhe- oder Belastungsprotokoll, Ableitungen beziehungsweise Messdauer, Befund und ärztliche Auswertung

GOÄ-Nr. 1: Eigenständige Beratung, auch telefonisch möglich.

GOÄ-Nr. 7: Vollständige Untersuchung eines erweiterten Organsystems, hier Thorax/Herz-Kreislauf-System.

GOÄ-Nr. 651: Eigenständiges Ruhe-EKG mit mindestens neun Ableitungen, vollständiger Dokumentation und ärztlicher Auswertung.

Familienanamnese und Synkopen

Hypertrophieverteilung

LVOT-Gradient in Ruhe/Provokation

Klappenbefund

Langzeit-EKG

Risikostratifizierung und Familienempfehlung

Typische Fehler in diesem Abrechnungsfall

1.

GOÄ-Nr. 404 wird angesetzt, obwohl die konkrete Zusatzvoraussetzung nicht belegt ist: Zusätzliche Frequenzspektrumanalyse mit grafischer oder Bilddokumentation.

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Über den Autor

Dieser Artikel wurde von unserem Gründer und Geschäftsführer Felix Vogel erstellt. Er beschäftigt sich täglich mit GOÄ-Prozessen, Rechnungsstellung und modernen Alternativen zur klassischen Rechnungsabtretung.