Zystoskopie mit Harnleitersondierung und retrograder Darstellung
Urologie · Endoskopie

Zweck und Anwendbarkeit
Wofür ist diese Ziffernkette gedacht?
Sondiert den Harnleiter zystoskopisch und stellt das obere Harnsystem retrograd dar, um eine intraluminale Engstelle oder Abflussstörung zu lokalisieren. Die Versorgung umfasst zystoskopie mit Harnleitersondierung und Darstellung von Niere beziehungsweise Harnleiter mit Kontrastmittel.
Wann ist sie anwendbar?
Bei konkreter Harnleiter- beziehungsweise Nierenbeckenfrage, wenn die invasive retrograde Darstellung einen relevanten Zusatznutzen bietet; Seite, Infektionsstatus und Kontrastserie sind zu dokumentieren. Bei Varianten gilt: Nur tatsächlich erbrachte und dokumentierte Kernleistungen ansetzen: Zystoskopie mit Harnleitersondierung und retrograder Darstellung.
GOÄ-Ziffern und Voraussetzungen
| Position | Rolle | Entscheidende Voraussetzung |
|---|---|---|
| GOÄ-Nr. 1790 | Kernposition | Zystoskopie mit Harnleitersondierung einschließlich Medikamenten-/Kontrastmitteleinbringung ins Nierenbecken |
| GOÄ-Nr. 5220 | Bedingt / alternativ | Darstellung von Niere und/oder Harnleiter mit Kontrastmittel. Röntgenologische Darstellung nur bei tatsächlicher eigenständiger Bildleistung. |
| GOÄ-Nr. 3511 | Bedingt / alternativ | Untersuchung eines Körpermaterials mit vorgefertigtem Reagenzträger, z. B. Urinteststreifen |
Wichtig: Die Tabelle beschreibt Entscheidungspunkte, keine automatisch abrechenbare Pauschale.
Abgrenzung zu ähnlichen Abrechnungsfällen
Davon abzugrenzen sind „Zystoskopie mit Gewebeentnahme“ sowie „Urethroskopie mit operativem Eingriff“. Diese Themen besitzen einen anderen dokumentierten Leistungsumfang und deshalb jeweils eine eigene Abrechnungsseite.
Dokumentation für diesen Abrechnungsfall
Organ, Seite, Indikation, Zugangsweg, Untersuchungs- oder Operationstechnik, Befund und Proben beziehungsweise Implantate
GOÄ-Nr. 1790: Zystoskopie mit Harnleitersondierung einschließlich Medikamenten-/Kontrastmitteleinbringung ins Nierenbecken
Sondierungsseite
Kontrastmittel
Nierenbecken-/Ureterbefund
Stentanlage
Typische Fehler in diesem Abrechnungsfall
1.
GOÄ-Nr. 5220 wird angesetzt, obwohl die konkrete Zusatzvoraussetzung nicht belegt ist: Röntgenologische Darstellung nur bei tatsächlicher eigenständiger Bildleistung.
Ähnliche Abrechnungsfälle
Maßgeblich bleiben die aktuelle GOÄ, der konkrete Behandlungsfall und die vollständige Leistungsdokumentation.
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Über den Autor
Dieser Artikel wurde von unserem Gründer und Geschäftsführer Felix Vogel erstellt. Er beschäftigt sich täglich mit GOÄ-Prozessen, Rechnungsstellung und modernen Alternativen zur klassischen Rechnungsabtretung.
