Schilddrüsensonographie

Praxisleitfaden zur GOÄ-Abrechnung in der hausärztlichen Medizin: Positionen, Voraussetzungen und Dokumentation für „Schilddrüsensonographie“.

FachgruppeHausärztliche Medizin
Nur bei ZusatzleistungGOÄ-Nr. 250
GOÄ-Abrechnung für Schilddrüsensonographie

Zweck und Anwendbarkeit

Wofür ist diese Ziffernkette gedacht?

Verknüpft Morphologie und Funktion der Schilddrüse, um fokale Autonomie, Minderfunktion, Entzündung oder therapiebedürftiges Gewebe einzuordnen. Die Bildgebung umfasst ultraschalluntersuchung der Schilddrüse.

Wann ist sie anwendbar?

Bei Knoten, Funktionsstörung, auffälligem TSH, unklarer Halsraumforderung oder zur Planung und Kontrolle einer Radioiodbehandlung. Erforderliche Kernleistung: Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse; sie muss tatsächlich erbracht und dokumentiert sein. Grenze: Erforderliche Bilddokumentation ist enthalten.

Fachlicher Kontext

Im konkreten Fall stehen Schilddrüse, Sonographie, Ultraschall, Thyreoidea im Mittelpunkt. Untersuchtes Organ, Zahl der Organe und eingesetztes Ultraschallverfahren müssen auseinandergehalten werden. B-Mode-, Doppler- und Farbdopplerleistungen sind nur bei jeweils vollständigem technischen Leistungsinhalt kombinierbar.

GOÄ-Ziffern und Voraussetzungen

Für „Schilddrüsensonographie“ bildet GOÄ-Nr. 417, GOÄ-Nr. 1 sowie GOÄ-Nr. 7 die dokumentierten Kernleistungen.

PositionRolleEntscheidende Voraussetzung
GOÄ-Nr. 1KernpositionBeratung - auch mittels Fernsprecher -. Neben Sonderleistungen der Abschnitte C–O nur einmal im Behandlungsfall derselben Erkrankung (Monatszeitraum); frühere Ansätze prüfen.
GOÄ-Nr. 5KernpositionSymptombezogene Untersuchung. Gezielte klinische Schilddrüsenuntersuchung; eine isolierte Schilddrüsenpalpation erfüllt Nr. 7 nicht. Neben Sonderleistungen der Abschnitte C–O nur einmal im Behandlungsfall derselben Erkrankung (Monatszeitraum); frühere Ansätze prüfen.
GOÄ-Nr. 417KernpositionUltraschalluntersuchung der Schilddrüse. Vollständige diagnostische Organdarstellung in mindestens zwei Ebenen; bloße Mitdarstellung oder Nadel-/Lagekontrolle genügt nicht. Erforderliche Bilddokumentation ist enthalten.
GOÄ-Nr. 250Bedingt / alternativBlutentnahme mittels Spritze, Kanüle oder Katheter aus der Vene. Eigenständige venöse Blutentnahme für medizinisch indizierte Schilddrüsen-Labordiagnostik. Eigenständige venöse Blutentnahme; Entnahme aus bereits liegender Kanüle/liegendem Katheter sowie Gefäßpunktion als Bestandteil einer Infusion nicht zusätzlich berechnen.

Wichtig: Die Tabelle beschreibt Entscheidungspunkte, keine automatisch abrechenbare Pauschale.

Weitere Angaben zu den Positionen

GOÄ 417

Kernposition der Kombination

Organbezug: Schilddrüse

Abgrenzung zu ähnlichen Abrechnungsfällen

Diese Seite beantwortet ausschließlich die Abrechnungsfrage zu „Schilddrüsensonographie“. Fachlich nah, aber nach Leistungsumfang getrennt zu prüfen, sind „Schilddrüsen- und Carotissonographie mit Duplex“ und „Sonographie der Bauchaorta“. Die eigene Seite jeder Variante verhindert, dass unterschiedliche Indikationen, Verfahren oder Zusatzleistungen zu einer pauschalen Kette vermischt werden.

Dokumentation für diesen Abrechnungsfall

Indikation, untersuchte Organe und Gefäßabschnitte, B-Mode- und Dopplertechnik, Messwerte, Seitenbezug und Befundbeurteilung.

Klinischer Bezug der Dokumentation: Schilddrüse, Sonographie, Ultraschall, Thyreoidea.

GOÄ-Nr. 417: vollständige Durchführung und patientenbezogene Befunddokumentation.

GOÄ-Nr. 1: vollständige Durchführung und patientenbezogene Befunddokumentation.

GOÄ-Nr. 7: vollständige Durchführung und patientenbezogene Befunddokumentation.

Behandlungstag, Leistungserbringer und Zuordnung jeder Position zum konkret dokumentierten Leistungsabschnitt.

Praxisbeispiel

Konkreter Leistungsablauf

Dokumentierter Beispielfall: Schilddrüsensonographie. GOÄ-Nr. 417, GOÄ-Nr. 1 sowie GOÄ-Nr. 7 werden mit dem vollständigen Leistungsinhalt dokumentiert.

Typische Fehler in diesem Abrechnungsfall

1.

Organanzahl oder Dopplerzuschläge werden aus einer allgemeinen Ultraschallangabe abgeleitet, ohne die Einzeluntersuchungen zu dokumentieren.


2.

Die Positionen 417, 1, 7 werden nur anhand der Behandlungsbezeichnung statt anhand ihrer vollständigen Leistungslegenden ausgewählt.


3.

„Schilddrüsensonographie“ wird mit einer fachlich verwandten, aber im Leistungsumfang abweichenden Kombination gleichgesetzt.

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Autor des Artikels

Über den Autor

Dieser Artikel wurde von unserem Gründer und Geschäftsführer Felix Vogel erstellt. Er beschäftigt sich täglich mit GOÄ-Prozessen, Rechnungsstellung und modernen Alternativen zur klassischen Rechnungsabtretung.