Galaktorrhoe/Hyperprolaktinämie mit Mamma-, Becken- und Hormondiagnostik

Gynäkologie und Geburtshilfe · Zyklus, Endokrinologie und Fertilität

FachgruppeGynäkologie und Geburtshilfe
ThemenbereichZyklus, Endokrinologie und Fertilität
PrüfungManuelle fachliche Prüfung erforderlich
GOÄ-Abrechnung für Galaktorrhoe/Hyperprolaktinämie mit Mamma-, Becken- und Hormondiagnostik

Zweck und Anwendbarkeit

Wofür ist diese Ziffernkette gedacht?

Klärt eine pathologische Milchsekretion durch Einordnung von Prolaktin, Medikamenten, Schilddrüsenfunktion, Schwangerschaft und lokalem Brustbefund. Die Abklärung umfasst punktion der Mamma oder Punktion eines Lymphknotens und Ultraschalluntersuchung einer Brustdrüse.

Wann ist sie anwendbar?

Bei spontaner oder persistierender Galaktorrhö, Zyklusstörung, Infertilität oder Hypogonadismus; präanalytische Einflüsse und prolaktinsteigernde Medikamente sind vor weiterer Bildgebung zu prüfen. Bei Varianten gilt: Nur tatsächlich erbrachte und dokumentierte Kernleistungen ansetzen: Punktion der Mamma oder Punktion eines Lymphknotens und Ultraschalluntersuchung einer Brustdrüse.

GOÄ-Ziffern und Voraussetzungen

PositionRolleEntscheidende Voraussetzung
GOÄ-Nr. 1KernpositionBeratung – auch mittels Fernsprecher
GOÄ-Nr. 7KernpositionVollständige körperliche Untersuchung mindestens eines der folgenden Organsysteme
GOÄ-Nr. 418KernpositionUltraschalluntersuchung einer Brustdrüse – gegebenenfalls einschließlich der regionalen Lymphknoten. Sonographie der betroffenen Brust einschließlich regionaler Lymphknoten.
GOÄ-Nr. 410Bedingt / alternativUltraschalluntersuchung eines Organs. Uterus-/Ovarsonographie bei Zyklusstörung.
GOÄ-Nr. 403Bedingt / alternativZuschlag zu den sonographischen Leistungen bei transkavitärer Untersuchung. Zuschlag bei tatsächlich transkavitär durchgeführter Sonographie; setzt eine passende Sonographie-Grundleistung voraus.
GOÄ-Nr. 250KernpositionBlutentnahme mittels Spritze, Kanüle oder Katheter aus der Vene
GOÄ-Nr. 4041KernpositionHormonbestimmung mittels Ligandenassay – einschließlich Doppelbestimmung und aktueller Bezugskurve. Prolaktinbestimmung.
GOÄ-Nr. 4030Bedingt / alternativHormonbestimmung mittels Ligandenassay – gegebenenfalls einschließlich Doppelbestimmung und aktueller Bezugskurve. TSH-Bestimmung.
GOÄ-Nr. 3529Bedingt / alternativSchwangerschaftstest (Nachweisgrenze des Tests kleiner als 50 U/l). Schwangerschaftstest.
GOÄ-Nr. 4024Bedingt / alternativHormonbestimmung mittels Ligandenassay – gegebenenfalls einschließlich Doppelbestimmung und aktueller Bezugskurve. Quantitatives hCG.
GOÄ-Nr. 314Bedingt / alternativPunktion der Mamma oder Punktion eines Lymphknotens. Nur bei tatsächlich vorhandener punktionsbedürftiger Läsion der Brustdrüse oder eines Lymphknotens; nicht Bestandteil der üblichen Galaktorrhö-Abklärung.
GOÄ-Nr. 75Bedingt / alternativUmfassender Bericht mit Anamnese, Befunden, Beurteilung und ggf. Therapie.
GOÄ-Nr. 420Bedingt / alternativUltraschalluntersuchung von bis zu drei weiteren Organen im Anschluß an eine der Leistungen nach den Nummern 410 bis 418, je Organ. Je weiteres tatsächlich untersuchtes Organ/Region im Anschluss an genau eine Grundleistung nach Nr. 410–418; insgesamt höchstens dreimal je Sitzung; jedes Organ/Region benennen.

Wichtig: Die Tabelle beschreibt Entscheidungspunkte, keine automatisch abrechenbare Pauschale.

Weitere Angaben zu den Positionen

GOÄ 418

Kernposition der Kombination

Abrechnungsalternative: ultrasound_base
GOÄ 410

Bedingte oder alternative Position

Abrechnungsalternative: ultrasound_base
GOÄ 403

Bedingte oder alternative Position

Abhängig von mindestens einer Position:
410
417
418
415
GOÄ 3529

Bedingte oder alternative Position

Abrechnungsalternative: pregnancy_test
GOÄ 4024

Bedingte oder alternative Position

Abrechnungsalternative: pregnancy_test
GOÄ 420

Bedingte oder alternative Position

Wiederholung:
Max: 3
Abhängig von mindestens einer Position:
410
417
418

Kombinationsregeln und Alternativen

Hinweise zur Kombination

Bei bilateraler Mammasonographie Gebührenlogik 418 einmal plus 420 für weitere Brust/Axilla beachten.

Abgrenzung zu ähnlichen Abrechnungsfällen

Davon abzugrenzen sind „Amenorrhoe/PCOS mit umfassender Sonographie und hormoneller Basisdiagnostik“ sowie „Hypermenorrhoe/abnorme uterine Blutung mit Sonographie, Anämiediagnostik und Endometriumabklärung“. Diese Themen besitzen einen anderen dokumentierten Leistungsumfang und deshalb jeweils eine eigene Abrechnungsseite.

Dokumentation für diesen Abrechnungsfall

Anlass, Schwangerschafts- oder Zyklusbezug, untersuchte Organe, Zugangsweg, Befunde und selbständige Behandlungsschritte

GOÄ-Nr. 1: vollständiger Leistungsinhalt der GOÄ-Nr. 1

GOÄ-Nr. 7: vollständiger Leistungsinhalt der GOÄ-Nr. 7

GOÄ-Nr. 418: Sonographie der betroffenen Brust einschließlich regionaler Lymphknoten.

Seite, Sekretcharakter und Brustbefund

Zyklus/Medikamente

Mamma- und Beckenorgane sonographisch

Laborwerte

bei Punktion Ziel, Material und Zytologieauftrag

weitere endokrinologische Abklärung

Typische Fehler in diesem Abrechnungsfall

1.

GOÄ-Nr. 410 wird angesetzt, obwohl die konkrete Zusatzvoraussetzung nicht belegt ist: Uterus-/Ovarsonographie bei Zyklusstörung.

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Über den Autor

Dieser Artikel wurde von unserem Gründer und Geschäftsführer Felix Vogel erstellt. Er beschäftigt sich täglich mit GOÄ-Prozessen, Rechnungsstellung und modernen Alternativen zur klassischen Rechnungsabtretung.