Hyperemesis gravidarum mit Schwangerschaftskontrolle, Labor und intravenöser Therapie

Gynäkologie und Geburtshilfe · Schwangerschaft und Pränataldiagnostik

FachgruppeGynäkologie und Geburtshilfe
ThemenbereichSchwangerschaft und Pränataldiagnostik
Auslagen / Sachkosten1 gesondert zu prüfende Position
PrüfungManuelle fachliche Prüfung erforderlich
GOÄ-Abrechnung für Hyperemesis gravidarum mit Schwangerschaftskontrolle, Labor und intravenöser Therapie

Zweck und Anwendbarkeit

Wofür ist diese Ziffernkette gedacht?

Beurteilt bei anhaltendem Schwangerschaftserbrechen Dehydratation, Elektrolyt- und Stoffwechselstörung sowie den Schwangerschaftsverlauf und gleicht Flüssigkeit beziehungsweise Medikamente intravenös nach Befund aus. Die Verlaufskontrolle umfasst injektion, intravenös und Infusion, intravenös, bis zu 30 Minuten Dauer.

Wann ist sie anwendbar?

Bei häufigem Erbrechen mit unzureichender oraler Aufnahme, Gewichtsverlust, Ketonurie oder Kreislaufzeichen; andere Ursachen, Elektrolyte, Nieren- und Leberwerte sowie stationäre Behandlungsbedürftigkeit sind nach Schweregrad zu prüfen. Bei Varianten gilt: Nur tatsächlich erbrachte und dokumentierte Kernleistungen ansetzen: Injektion, intravenös und Infusion, intravenös, bis zu 30 Minuten Dauer.

GOÄ-Ziffern und Voraussetzungen

PositionRolleEntscheidende Voraussetzung
GOÄ-Nr. 24KernpositionUntersuchung im Schwangerschaftsverlauf -einschließlich Beratung und Bewertung der Befunde, gegebenenfalls auch im Hinblick auf Schwangerschaftsrisiken
GOÄ-Nr. 415Bedingt / alternativUltraschalluntersuchung im Rahmen der Mutterschaftsvorsorge – gegebenenfalls einschließlich Biometrie und Beurteilung der Organentwicklung
GOÄ-Nr. 403Bedingt / alternativZuschlag zu den sonographischen Leistungen bei transkavitärer Untersuchung. Zuschlag bei tatsächlich transkavitär durchgeführter Sonographie; setzt eine passende Sonographie-Grundleistung voraus.
GOÄ-Nr. 250KernpositionBlutentnahme mittels Spritze, Kanüle oder Katheter aus der Vene
GOÄ-Nr. 3511KernpositionUntersuchung von Körpermaterial (z.B. Urin) mit vorgefertigten Reagenzien und visueller Auswertung, qualitativ/semiquantitativ, je Untersuchung.
GOÄ-Nr. 3531Bedingt / alternativUrinsediment
GOÄ-Nr. 3550KernpositionBlutbild und Blutbildbestandteile
GOÄ-Nr. 3551Bedingt / alternativElektronischzytometrische/zytochemisch-zytometrische Leukozyten-Differenzierung, zusätzlich zu Nr. 3550. Nur zusätzlich Nr. 3550.
GOÄ-Nr. 3556Bedingt / alternativChlorid. Chloridbestimmung bei Elektrolyt-/Dehydratationsabklärung.
GOÄ-Nr. 3557Bedingt / alternativKalium. Kaliumbestimmung bei Elektrolyt-/Dehydratationsabklärung.
GOÄ-Nr. 3558Bedingt / alternativNatrium. Natriumbestimmung bei Elektrolyt-/Dehydratationsabklärung.
GOÄ-Nr. 3560Bedingt / alternativGlukose
GOÄ-Nr. 253Bedingt / alternativInjektion, intravenös. Intravenöse Injektion; nicht zusätzlich zu Nr. 271–274 in derselben Sitzung.
GOÄ-Nr. 271Bedingt / alternativInfusion, intravenös, bis zu 30 Minuten Dauer. Intravenöse Infusion bis 30 Minuten; Dauer dokumentieren.
GOÄ-Nr. 272Bedingt / alternativInfusion, intravenös, von mehr als 30 Minuten Dauer. Intravenöse Infusion über 30 Minuten; Dauer dokumentieren.
SACHKOSTENAuslage / SachkostenSachkosten. Zulässige Arzneimittel-/Infusionsauslagen.

Wichtig: Die Tabelle beschreibt Entscheidungspunkte, keine automatisch abrechenbare Pauschale.

Weitere Angaben zu den Positionen

GOÄ 403

Bedingte oder alternative Position

Abhängig von mindestens einer Position:
410
417
418
415
GOÄ 3551

Bedingte oder alternative Position

Abhängig von:
3550
GOÄ 253

Bedingte oder alternative Position

Abrechnungsalternative: iv_administration
GOÄ 271

Bedingte oder alternative Position

Abrechnungsalternative: iv_administration
GOÄ 272

Bedingte oder alternative Position

Abrechnungsalternative: iv_administration

Kombinationsregeln und Alternativen

Hinweise zur Kombination

271 und 272 sind Alternativen nach dokumentierter Dauer.

Abgrenzung zu ähnlichen Abrechnungsfällen

Davon abzugrenzen sind „Gestationsdiabetes-Abklärung mit Schwangerschaftskontrolle, Glukoseprofil und fetaler Überwachung“ sowie „Präeklampsie-/Plazentainsuffizienz-Risikokontrolle mit CTG, Labor und fetomaternalem Duplex“. Diese Themen besitzen einen anderen dokumentierten Leistungsumfang und deshalb jeweils eine eigene Abrechnungsseite.

Dokumentation für diesen Abrechnungsfall

Anlass, Schwangerschafts- oder Zyklusbezug, untersuchte Organe, Zugangsweg, Befunde und selbständige Behandlungsschritte

GOÄ-Nr. 24: vollständiger Leistungsinhalt der GOÄ-Nr. 24

GOÄ-Nr. 250: vollständiger Leistungsinhalt der GOÄ-Nr. 250

GOÄ-Nr. 3511: vollständiger Leistungsinhalt der GOÄ-Nr. 3511

Gewichtsverlust, Flüssigkeitsstatus und Ketone/Urin

Schwangerschaftsbefund

Tatsächlich verwendete Materialien oder Arzneimittel mit Menge, Kosten und prüffähiger Zuordnung als Auslage

Laborwerte

Präparate/Dosis

Beginn/Ende bzw. Dauer der Infusion

Verlauf und Einweisungsindikation

Elektrolyte mit Messwerten und Laborverantwortung

Auslagen und Sachkosten

SACHKOSTEN

Sachkosten. Zulässige Arzneimittel-/Infusionsauslagen.

Typische Fehler in diesem Abrechnungsfall

1.

GOÄ-Nr. 415 wird angesetzt, obwohl die konkrete Zusatzvoraussetzung nicht belegt ist: vollständiger Leistungsinhalt der GOÄ-Nr. 415

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Über den Autor

Dieser Artikel wurde von unserem Gründer und Geschäftsführer Felix Vogel erstellt. Er beschäftigt sich täglich mit GOÄ-Prozessen, Rechnungsstellung und modernen Alternativen zur klassischen Rechnungsabtretung.