Hypertensive Herzerkrankung mit diastolischer Funktionsanalyse

Kardiologie · Hypertonie und Gefäßdiagnostik

FachgruppeKardiologie
ThemenbereichHypertonie und Gefäßdiagnostik
PrüfungManuelle fachliche Prüfung erforderlich
GOÄ-Abrechnung für Hypertensive Herzerkrankung mit diastolischer Funktionsanalyse

Zweck und Anwendbarkeit

Wofür ist diese Ziffernkette gedacht?

Erfasst strukturelle und diastolische Folgen chronischer Druckbelastung und ordnet Symptome einer erhaltenen Auswurffraktion im hämodynamischen Kontext ein. Die Abklärung umfasst hypertensive Herzerkrankung mit diastolischer Funktionsanalyse.

Wann ist sie anwendbar?

Bei langjähriger Hypertonie, Dyspnoe, linksventrikulärer Hypertrophie oder HFpEF-Verdacht; Volumenstatus, Blutdruck und konkurrierende pulmonale Ursachen sind mitzubeurteilen. Erforderliche Kernleistungen: Hypertensive Herzerkrankung mit diastolischer Funktionsanalyse; sie müssen tatsächlich erbracht und dokumentiert sein. Grenze: umfasst Nrn. 422 und 423.

GOÄ-Ziffern und Voraussetzungen

PositionRolleEntscheidende Voraussetzung
GOÄ-Nr. 1KernpositionBeratung – auch mittels Fernsprecher. Eigenständige Beratung, auch telefonisch möglich.
GOÄ-Nr. 7KernpositionVollständige körperliche Untersuchung mindestens eines der folgenden Organsysteme. Vollständige Untersuchung eines erweiterten Organsystems, hier Thorax/Herz-Kreislauf-System.
GOÄ-Nr. 651KernpositionElektrokardiographische Untersuchung in Ruhe – auch gegebenenfalls nach Belastung – mit Extremitäten- und Brustwandableitungen (mindestens neun Ableitungen). Eigenständiges Ruhe-EKG mit mindestens neun Ableitungen, vollständiger Dokumentation und ärztlicher Auswertung.
GOÄ-Nr. 424KernpositionZweidimensionale doppler-echokardiographische Untersuchung mit Bilddokumentation – einschließlich der Leistung nach Nummer 423 – (Duplex-Verfahren). Zweidimensionale Doppler-Echokardiographie mit Bilddokumentation; umfasst Nrn. 422 und 423.
GOÄ-Nr. 404Bedingt / alternativZuschlag zu doppler-sonographischen Leistungen bei zusätzlicher Frequenzspektrumanalyse – einschließlich graphischer oder Bilddokumentation. Zusätzliche Frequenzspektrumanalyse mit grafischer oder Bilddokumentation.
GOÄ-Nr. 405Bedingt / alternativZuschlag zu den Leistungen nach Nummer 415 oder 424 – bei zusätzlicher Untersuchung mit cw-Doppler. Zusätzliche Untersuchung mit cw-Doppler zu Nr. 424.
GOÄ-Nr. 406Bedingt / alternativZuschlag zu der Leistung nach Nummer 424 – bei zusätzlicher Farbkodierung. Zusätzliche Farbkodierung zu Nr. 424.
GOÄ-Nr. A5140KernpositionZuschlag für Gewebedoppler-Verfahren bei Echokardiographien, analog Nr. 5140 GOÄ. Zusätzlicher Gewebedoppler bei Echokardiographie; einmal je Sitzung.
GOÄ-Nr. A5139Bedingt / alternativZuschlag für Speckle Tracking-Verfahren bei Echokardiographien, ggf. einschl. 3D-Darstellung, analog Nr. 5139 GOÄ. Zusätzliches Speckle Tracking; einmal je Sitzung und bei Kombination mit A5140 medizinisch begründen.
GOÄ-Nr. 654KernpositionLangzeitblutdruckmessung von mindestens 18 Stunden Dauer – einschließlich Aufzeichnung und Auswertung
GOÄ-Nr. 602Bedingt / alternativOxymetrische Untersuchung(en) (Bestimmung der prozentualen Sauerstoffsättigung im Blut) – gegebenenfalls einschließlich Bestimmung(en) nach Belastung. Eigenständige Pulsoxymetrie bei gesonderter klinischer Fragestellung; nicht zusätzlich, soweit sie Bestandteil der Spiroergometrie nach Nr. 606 ist.
GOÄ-Nr. 250Bedingt / alternativBlutentnahme mittels Spritze, Kanüle oder Katheter aus der Vene. Venöse Blutentnahme tatsächlich durchgeführt; Laborleistungen nur bei eigener zulässiger Leistungserbringung zusätzlich.
GOÄ-Nr. 75Bedingt / alternativUmfassender Bericht mit Anamnese, Befunden, Beurteilung und ggf. Therapie. Nur bei eigenständigem ausführlichem Krankheits- oder Befundbericht mit Anamnese, Befunden und epikritischer Bewertung; ein technischer Kurzbefund genügt nicht.
GOÄ-Nr. 606Bedingt / alternativSpiroergometrische Untersuchung – einschließlich vorausgegangener Ruhespirographie und gegebenenfalls einschließlich Oxymetrie. Spiroergometrische Untersuchung einschließlich vorausgegangener Ruhespirographie und gegebenenfalls Oxymetrie; vollständiges Belastungsprotokoll und Auswertung erforderlich.
GOÄ-Nr. 605Bedingt / alternativRuhespirographische Untersuchung (im geschlossenen oder offenen System) mit fortlaufend registrierenden Methoden. Nur bei eigenständiger Ruhespirographie außerhalb der in Nr. 606 enthaltenen vorausgegangenen Ruhespirographie; nicht zusätzlich für denselben spiroergometrischen Ablauf.
GOÄ-Nr. 605ABedingt / alternativDarstellung der Flußvolumenkurve bei spirographischen Untersuchungen – einschließlich graphischer Registrierung und Dokumentation. Fluss-Volumen-Kurve nur bei tatsächlich zusätzlicher Darstellung und Dokumentation; Zuordnung zur eigenständigen spirographischen Untersuchung manuell prüfen.

Wichtig: Die Tabelle beschreibt Entscheidungspunkte, keine automatisch abrechenbare Pauschale.

Weitere Angaben zu den Positionen

GOÄ 404

Bedingte oder alternative Position

Höchstzahl pro Sitzung: 1
GOÄ 405

Bedingte oder alternative Position

Höchstzahl pro Sitzung: 1
GOÄ 406

Bedingte oder alternative Position

Höchstzahl pro Sitzung: 1
GOÄ A5140

Kernposition der Kombination

Analog bewertet zu: 5140
Höchstzahl pro Sitzung: 1
GOÄ A5139

Bedingte oder alternative Position

Analog bewertet zu: 5139
Höchstzahl pro Sitzung: 1
GOÄ 602

Bedingte oder alternative Position

Same session excludes if included by:
606
GOÄ 606

Bedingte oder alternative Position

In derselben Sitzung enthalten:
605
602_if_part_of_spiroergometry
Ausschlussgruppe derselben Sitzung: spirometry_605_606
GOÄ 605

Bedingte oder alternative Position

Ausschlussgruppe derselben Sitzung: spirometry_605_606

Kombinationsregeln und Alternativen

Hinweise zur Kombination

A5139 kann neben A5140 berechnungsfähig sein; zusätzliche Berechnung medizinisch begründen.
Bei Speckle Tracking einschließlich 3D keine weitere 3D-/4D-Analogposition ansetzen.
Nr. 606 enthält die vorausgegangene Ruhespirographie und gegebenenfalls die Oxymetrie; Nr. 605 und eine lediglich integrierte Nr. 602 dafür nicht zusätzlich ansetzen.

Abgrenzung zu ähnlichen Abrechnungsfällen

Davon abzugrenzen sind „Arterielle Hypertonie – Erstdiagnostik mit Langzeit-Blutdruck und kardialer Organbeurteilung“ sowie „Therapieresistente Hypertonie – erweiterte kardiale und vaskuläre Sekundärdiagnostik“. Diese Themen besitzen einen anderen dokumentierten Leistungsumfang und deshalb jeweils eine eigene Abrechnungsseite.

Dokumentation für diesen Abrechnungsfall

Indikation, Ruhe- oder Belastungsprotokoll, Ableitungen beziehungsweise Messdauer, Befund und ärztliche Auswertung

GOÄ-Nr. 1: Eigenständige Beratung, auch telefonisch möglich.

GOÄ-Nr. 7: Vollständige Untersuchung eines erweiterten Organsystems, hier Thorax/Herz-Kreislauf-System.

GOÄ-Nr. 651: Eigenständiges Ruhe-EKG mit mindestens neun Ableitungen, vollständiger Dokumentation und ärztlicher Auswertung.

Langzeit-Blutdruck

LV-Masse und Geometrie

diastolische Parameter

Gewebedoppler-Messorte und Werte

gegebenenfalls Strainanalyse und medizinische Begründung

Therapieplan

Typische Fehler in diesem Abrechnungsfall

1.

GOÄ-Nr. 404 wird angesetzt, obwohl die konkrete Zusatzvoraussetzung nicht belegt ist: Zusätzliche Frequenzspektrumanalyse mit grafischer oder Bilddokumentation.

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Über den Autor

Dieser Artikel wurde von unserem Gründer und Geschäftsführer Felix Vogel erstellt. Er beschäftigt sich täglich mit GOÄ-Prozessen, Rechnungsstellung und modernen Alternativen zur klassischen Rechnungsabtretung.