Abdominelles Aortenaneurysma – sonographische Verlaufskontrolle und kardiovaskuläre …

Kardiologie · Hypertonie und Gefäßdiagnostik

AbrechnungsfallAbdominelles Aortenaneurysma – sonographische Verlaufskontrolle und kardiovaskuläre Risikobeurteilung
FachgruppeKardiologie
ThemenbereichHypertonie und Gefäßdiagnostik
PrüfungManuelle fachliche Prüfung erforderlich
GOÄ-Abrechnung für Abdominelles Aortenaneurysma – sonographische Verlaufskontrolle und kardiovaskuläre Risikobeurteilung

Zweck und Anwendbarkeit

Wofür ist diese Ziffernkette gedacht?

Misst maximalen Durchmesser und Morphologie eines abdominalen Aortenaneurysmas und verbindet den Verlauf mit kardiovaskulärer Risikobehandlung und rechtzeitiger Gefäßvorstellung. Die Verlaufskontrolle umfasst ruhe-EKG und Ultraschalluntersuchung des betreffenden Organs.

Wann ist sie anwendbar?

Bei bekanntem Aneurysma beziehungsweise gezieltem Screeninganlass; Messmethode und Kontrollintervall richten sich nach Durchmesser, Wachstum, Symptomen und individueller Eingriffsschwelle. Erforderliche Kernleistungen: Ruhe-EKG und Ultraschalluntersuchung des betreffenden Organs; sie müssen tatsächlich erbracht und dokumentiert sein.

GOÄ-Ziffern und Voraussetzungen

PositionRolleEntscheidende Voraussetzung
GOÄ-Nr. 1KernpositionBeratung – auch mittels Fernsprecher. Eigenständige Beratung, auch telefonisch möglich.
GOÄ-Nr. 7KernpositionVollständige körperliche Untersuchung mindestens eines der folgenden Organsysteme. Vollständige Untersuchung eines erweiterten Organsystems, hier Thorax/Herz-Kreislauf-System.
GOÄ-Nr. 651KernpositionElektrokardiographische Untersuchung in Ruhe – auch gegebenenfalls nach Belastung – mit Extremitäten- und Brustwandableitungen (mindestens neun Ableitungen). Eigenständiges Ruhe-EKG mit mindestens neun Ableitungen, vollständiger Dokumentation und ärztlicher Auswertung.
GOÄ-Nr. 410KernpositionUltraschalluntersuchung eines Organs. Aorta abdominalis als untersuchtes Organ/Gefäß benennen.
GOÄ-Nr. 420Bedingt / alternativUltraschalluntersuchung von bis zu drei weiteren Organen im Anschluß an eine der Leistungen nach den Nummern 410 bis 418, je Organ. Weitere relevante Gefäße/Organe benennen.
GOÄ-Nr. 401Bedingt / alternativZuschlag zu den sonographischen Leistungen nach den Nummern 410 bis 418 bei zusätzlicher Anwendung des Duplex-Verfahrens -gegebenenfalls einschließlich Farbkodierung. Zusätzliches Duplexverfahren.
GOÄ-Nr. 404Bedingt / alternativZuschlag zu doppler-sonographischen Leistungen bei zusätzlicher Frequenzspektrumanalyse – einschließlich graphischer oder Bilddokumentation. Zusätzliche Frequenzspektrumanalyse.
GOÄ-Nr. 654Bedingt / alternativLangzeitblutdruckmessung von mindestens 18 Stunden Dauer – einschließlich Aufzeichnung und Auswertung
GOÄ-Nr. 602Bedingt / alternativOxymetrische Untersuchung(en) (Bestimmung der prozentualen Sauerstoffsättigung im Blut) – gegebenenfalls einschließlich Bestimmung(en) nach Belastung. Eigenständige Pulsoxymetrie bei gesonderter klinischer Fragestellung; nicht zusätzlich, soweit sie Bestandteil der Spiroergometrie nach Nr. 606 ist.
GOÄ-Nr. 250Bedingt / alternativBlutentnahme mittels Spritze, Kanüle oder Katheter aus der Vene. Venöse Blutentnahme tatsächlich durchgeführt; Laborleistungen nur bei eigener zulässiger Leistungserbringung zusätzlich.
GOÄ-Nr. 60Bedingt / alternativKonsiliarische Erörterung zwischen zwei oder mehr liquidationsberechtigten Ärzten, für jeden Arzt. Tatsächliche konsiliarische Erörterung mit einem anderen liquidationsberechtigten Arzt, auch telefonisch; Inhalt und Gesprächspartner dokumentieren.
GOÄ-Nr. 75Bedingt / alternativUmfassender Bericht mit Anamnese, Befunden, Beurteilung und ggf. Therapie. Nur bei eigenständigem ausführlichem Krankheits- oder Befundbericht mit Anamnese, Befunden und epikritischer Bewertung; ein technischer Kurzbefund genügt nicht.

Wichtig: Die Tabelle beschreibt Entscheidungspunkte, keine automatisch abrechenbare Pauschale.

Weitere Angaben zu den Positionen

GOÄ 420

Bedingte oder alternative Position

Wiederholung:
Max: 3
GOÄ 404

Bedingte oder alternative Position

Höchstzahl pro Sitzung: 1
GOÄ 602

Bedingte oder alternative Position

Same session excludes if included by:
606

Abgrenzung zu ähnlichen Abrechnungsfällen

Davon abzugrenzen sind „Arterielle Hypertonie – Erstdiagnostik mit Langzeit-Blutdruck und kardialer Organbeurteilung“ sowie „Therapieresistente Hypertonie – erweiterte kardiale und vaskuläre Sekundärdiagnostik“. Diese Themen besitzen einen anderen dokumentierten Leistungsumfang und deshalb jeweils eine eigene Abrechnungsseite.

Dokumentation für diesen Abrechnungsfall

Indikation, Ruhe- oder Belastungsprotokoll, Ableitungen beziehungsweise Messdauer, Befund und ärztliche Auswertung

GOÄ-Nr. 1: Eigenständige Beratung, auch telefonisch möglich.

GOÄ-Nr. 7: Vollständige Untersuchung eines erweiterten Organsystems, hier Thorax/Herz-Kreislauf-System.

GOÄ-Nr. 651: Eigenständiges Ruhe-EKG mit mindestens neun Ableitungen, vollständiger Dokumentation und ärztlicher Auswertung.

maximaler Durchmesser und Messmethode

Aneurysmaabschnitt und Verlauf

Thrombus/Flussbefund

Blutdruck und Risikofaktoren

Kontroll- oder Überweisungsintervall

Typische Fehler in diesem Abrechnungsfall

1.

GOÄ-Nr. 420 wird angesetzt, obwohl die konkrete Zusatzvoraussetzung nicht belegt ist: Weitere relevante Gefäße/Organe benennen.

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Über den Autor

Dieser Artikel wurde von unserem Gründer und Geschäftsführer Felix Vogel erstellt. Er beschäftigt sich täglich mit GOÄ-Prozessen, Rechnungsstellung und modernen Alternativen zur klassischen Rechnungsabtretung.