Komplexe Augenmuskelstörung – Motilitäts- und Schielwinkelanalyse
Augenheilkunde · Kinderophthalmologie und Strabologie

Zweck und Anwendbarkeit
Wofür ist diese Ziffernkette gedacht?
Misst und behandelt Fehlstellung sowie gestörtes beidäugiges Zusammenspiel, um Amblyopie, Doppelbilder und kompensatorische Kopfhaltung zu vermeiden beziehungsweise zu vermindern. Die Abklärung umfasst motilitäts- und Schielwinkelanalyse.
Wann ist sie anwendbar?
Bei auffälliger Augenstellung, Diplopie, unterdrücktem Seheindruck oder Entwicklungsrisiko; Therapie und Operation richten sich nach Alter, Schielwinkel, Motilität und Binokularpotenzial. Bei Varianten gilt: Nur tatsächlich erbrachte und dokumentierte Kernleistungen ansetzen: Motilitäts- und Schielwinkelanalyse. Grenze: Differenzierende Analyse mit graphischer Darstellung.
GOÄ-Ziffern und Voraussetzungen
| Position | Rolle | Entscheidende Voraussetzung |
|---|---|---|
| GOÄ-Nr. 1 | Bedingt / alternativ | Beratung – auch mittels Fernsprecher. Nur bei eigenständigem Beratungsinhalt; allgemeine Bestimmungen des Behandlungsfalls beachten. |
| GOÄ-Nr. 1217 | Kernposition | Qualitative und quantitative Untersuchung des binokularen Sehaktes |
| GOÄ-Nr. 1218 | Kernposition | Differenzierende Analyse und graphische Darstellung des Bewegungsablaufs beider Augen bei Augenmuskelstörungen. Differenzierende Analyse mit graphischer Darstellung; mindestens 36 Blickrichtungen je Auge vollständig dokumentieren. |
| GOÄ-Nr. A7024-AUGENSTELLUNG-9-BLICK | Bedingt / alternativ | Differenzierende Analyse der Augenstellung in neun Blickrichtungen einschließlich Kopfneigetest. Nur als eigenständige Neun-Blick-Analyse einschließlich Kopfneigetest; nicht zusätzlich für denselben bereits nach Nr. 1218 erfassten Untersuchungsinhalt. |
| GOÄ-Nr. 1260 | Bedingt / alternativ | Elektromyographie der äußeren Augenmuskeln |
Wichtig: Die Tabelle beschreibt Entscheidungspunkte, keine automatisch abrechenbare Pauschale.
Weitere Angaben zu den Positionen
Bedingte oder alternative Position
Abgrenzung zu ähnlichen Abrechnungsfällen
Davon abzugrenzen sind „Gestörte Binokularfunktion – orthoptische Behandlung“ sowie „Zyklotropie oder okuläre Kopfzwangshaltung – Spezialdiagnostik“. Diese Themen besitzen einen anderen dokumentierten Leistungsumfang und deshalb jeweils eine eigene Abrechnungsseite.
Dokumentation für diesen Abrechnungsfall
Auge beziehungsweise Seite, Mess- oder Operationstechnik, Befund und Umfang jedes selbständigen Teilschritts
GOÄ-Nr. 1217: Qualitative und quantitative Untersuchung des binokularen Sehaktes
GOÄ-Nr. 1218: Differenzierende Analyse mit graphischer Darstellung; mindestens 36 Blickrichtungen je Auge vollständig dokumentieren.
Schielwinkel
neun Blickrichtungen
Kopfneigetest
Motilitätskurven
gegebenenfalls EMG
Typische Fehler in diesem Abrechnungsfall
1.
GOÄ-Nr. 1 wird angesetzt, obwohl die konkrete Zusatzvoraussetzung nicht belegt ist: Nur bei eigenständigem Beratungsinhalt; allgemeine Bestimmungen des Behandlungsfalls beachten.
Ähnliche Abrechnungsfälle
Maßgeblich bleiben die aktuelle GOÄ, der konkrete Behandlungsfall und die vollständige Leistungsdokumentation.
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Über den Autor
Dieser Artikel wurde von unserem Gründer und Geschäftsführer Felix Vogel erstellt. Er beschäftigt sich täglich mit GOÄ-Prozessen, Rechnungsstellung und modernen Alternativen zur klassischen Rechnungsabtretung.
