Harninkontinenz – Implantation eines künstlichen Schließmuskels
Urologie · Inkontinenz

Zweck und Anwendbarkeit
Wofür ist diese Ziffernkette gedacht?
Ersetzt eine unzureichende Harnröhrenverschlussfunktion durch ein bedienbares Implantat und ermöglicht eine kontrollierte Blasenentleerung bei schwerer Sphinkterinsuffizienz. Der Eingriff umfasst operative Harninkontinenzbehandlung mit künstlichem Schließmuskel.
Wann ist sie anwendbar?
Bei ausgeprägter, konservativ nicht beherrschbarer Belastungsinkontinenz und ausreichender manueller sowie kognitiver Bedienfähigkeit; Infektion, Urethrazustand und Revisionsrisiko sind zu prüfen. Erforderliche Kernleistung: Operative Harninkontinenzbehandlung mit künstlichem Schließmuskel; sie muss tatsächlich erbracht und dokumentiert sein.
GOÄ-Ziffern und Voraussetzungen
| Position | Rolle | Entscheidende Voraussetzung |
|---|---|---|
| GOÄ-Nr. 1781 | Kernposition | Operative Harninkontinenzbehandlung mit künstlichem Schließmuskel |
| GOÄ-Nr. 250 | Bedingt / alternativ | Blutentnahme mittels Spritze, Kanüle oder Katheter aus der Vene. Nur bei tatsächlich durchgeführter venöser Blutentnahme in einer eigenständigen diagnostischen Behandlungsphase. |
| GOÄ-Nr. 3550 | Bedingt / alternativ | Blutbild. Nur bei medizinischer Indikation und zulässiger eigener Laborleistung; echtes Fremdlabor rechnet selbst. |
Wichtig: Die Tabelle beschreibt Entscheidungspunkte, keine automatisch abrechenbare Pauschale.
Abgrenzung zu ähnlichen Abrechnungsfällen
Davon abzugrenzen sind „Harninkontinenz – plastische Operation“ sowie „Belastungsinkontinenz – Basis- und Funktionsdiagnostik“. Diese Themen besitzen einen anderen dokumentierten Leistungsumfang und deshalb jeweils eine eigene Abrechnungsseite.
Dokumentation für diesen Abrechnungsfall
Organ, Seite, Indikation, Zugangsweg, Untersuchungs- oder Operationstechnik, Befund und Proben beziehungsweise Implantate
GOÄ-Nr. 1781: Operative Harninkontinenzbehandlung mit künstlichem Schließmuskel
Indikation
Implantatkomponenten
Manschettenlage
Aktivierungsplan
Infektionskontrolle
Typische Fehler in diesem Abrechnungsfall
1.
GOÄ-Nr. 250 wird angesetzt, obwohl die konkrete Zusatzvoraussetzung nicht belegt ist: Nur bei tatsächlich durchgeführter venöser Blutentnahme in einer eigenständigen diagnostischen Behandlungsphase.
Ähnliche Abrechnungsfälle
Maßgeblich bleiben die aktuelle GOÄ, der konkrete Behandlungsfall und die vollständige Leistungsdokumentation.
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Über den Autor
Dieser Artikel wurde von unserem Gründer und Geschäftsführer Felix Vogel erstellt. Er beschäftigt sich täglich mit GOÄ-Prozessen, Rechnungsstellung und modernen Alternativen zur klassischen Rechnungsabtretung.
