Neugeborenenikterus – klinische Kontrolle, Bilirubinbestimmung und Phototherapie
Kinder- und Jugendmedizin · Vorsorge und Neugeborenenmedizin

Zweck und Anwendbarkeit
Wofür ist diese Ziffernkette gedacht?
Ordnet den Bilirubinanstieg nach Lebensalter und Risikofaktoren ein und verhindert durch rechtzeitige Phototherapie eine bilirubinbedingte neurologische Schädigung. Die Verlaufskontrolle umfasst phototherapie eines Neugeborenen, je Tag und Bilirubin, gesamt.
Wann ist sie anwendbar?
Bei sichtbarem Ikterus oder erhöhtem Messwert; Gestationsalter, Lebensstunden, Hämolyserisiko und Verlauf bestimmen Serumkontrolle, Therapiegrenze und Nachbeobachtung. Bei Varianten gilt: Nur tatsächlich erbrachte und dokumentierte Kernleistungen ansetzen: Phototherapie eines Neugeborenen, je Tag und Bilirubin, gesamt. Grenze: einmal je Inanspruchnahme und nur zum einfachen Satz.
GOÄ-Ziffern und Voraussetzungen
| Position | Rolle | Entscheidende Voraussetzung |
|---|---|---|
| GOÄ-Nr. 5 | Kernposition | Symptombezogene Untersuchung. Gezielte klinische Untersuchung auf Ausprägung und Risiken des Ikterus. |
| GOÄ-Nr. K1 | Kernposition | Zuschlag zu Nr. 5 bis 8 bei Kindern bis zum vollendeten 4. Lebensjahr. Nur unmittelbar zu einer tatsächlich berechneten Nr. 5, 6, 7 oder 8; einmal je Inanspruchnahme und nur zum einfachen Satz. |
| GOÄ-Nr. 566 | Bedingt / alternativ | Phototherapie eines Neugeborenen, je Tag. Nur bei tatsächlich durchgeführter Phototherapie und tagesbezogener Dokumentation. |
| GOÄ-Nr. 250A | Bedingt / alternativ | Kapillarblutentnahme. Nur bei tatsächlich durchgeführter Kapillarblutentnahme. |
| GOÄ-Nr. 3581.H1 | Bedingt / alternativ | Bilirubin, gesamt. Nur bei tatsächlicher Bestimmung. Nur abrechnen, wenn die konkrete Laborleistung nach Abschnitt M GOÄ vom abrechnenden Arzt persönlich bzw. unter fachlicher Weisung und Aufsicht in zulässiger Weise erbracht wurde. Echtes Fremdlabor rechnet selbst ab; Parameter, Methode, Höchstwerte und Ausschlüsse separat prüfen. H1-Kennzeichnung ist Bestandteil der Gebührennummer; Höchstwert Nr. 3541.H beachten. |
| GOÄ-Nr. 602 | Bedingt / alternativ | Pulsoxymetrie. Nur bei zusätzlicher medizinischer Indikation und eigenständiger Messung. |
Wichtig: Die Tabelle beschreibt Entscheidungspunkte, keine automatisch abrechenbare Pauschale.
Weitere Angaben zu den Positionen
Kernposition der Kombination
Abgrenzung zu ähnlichen Abrechnungsfällen
Davon abzugrenzen sind „Neugeborenes – Erstuntersuchung mit ausgewählten apparativen und laborchemischen Screeningleistungen“ sowie „Jugendfrüherkennung nach Vollendung des 14. Lebensjahres – J1/J2 analog Nr. 26“. Diese Themen besitzen einen anderen dokumentierten Leistungsumfang und deshalb jeweils eine eigene Abrechnungsseite.
Dokumentation für diesen Abrechnungsfall
Alter, Entwicklungsstand, Anlass, vollständiger Untersuchungs- oder Beratungsumfang und relevante Fremdanamnese
GOÄ-Nr. 5: Gezielte klinische Untersuchung auf Ausprägung und Risiken des Ikterus.
GOÄ-Nr. K1: Nur unmittelbar zu einer tatsächlich berechneten Nr. 5, 6, 7 oder 8; einmal je Inanspruchnahme und nur zum einfachen Satz.
Alter in Stunden/Tagen
klinische Risikofaktoren
Bilirubinwert und Messzeit
Therapiedauer
Verlauf und Eskalationsentscheidung
Typische Fehler in diesem Abrechnungsfall
1.
GOÄ-Nr. 566 wird angesetzt, obwohl die konkrete Zusatzvoraussetzung nicht belegt ist: Nur bei tatsächlich durchgeführter Phototherapie und tagesbezogener Dokumentation.
Ähnliche Abrechnungsfälle
Neugeborenes – Erstuntersuchung mit ausgewählten apparativen und laborchemischen Screeningleistungen
Maßgeblich bleiben die aktuelle GOÄ, der konkrete Behandlungsfall und die vollständige Leistungsdokumentation.
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Über den Autor
Dieser Artikel wurde von unserem Gründer und Geschäftsführer Felix Vogel erstellt. Er beschäftigt sich täglich mit GOÄ-Prozessen, Rechnungsstellung und modernen Alternativen zur klassischen Rechnungsabtretung.
