Orale Nahrungsmittel- oder Medikamentenprovokation mit Überwachung

Dermatologie · Allergologie und Urtikaria

FachgruppeDermatologie
ThemenbereichAllergologie und Urtikaria
PrüfungManuelle fachliche Prüfung erforderlich
GOÄ-Abrechnung für Orale Nahrungsmittel- oder Medikamentenprovokation mit Überwachung

Zweck und Anwendbarkeit

Wofür ist diese Ziffernkette gedacht?

Prüft unter kontrollierten Bedingungen, ob ein verdächtiges Allergen beziehungsweise Medikament klinisch relevante Symptome auslöst, wenn Anamnese und Sensibilisierungstests nicht genügen. Die Abklärung umfasst oraler Provokationstest, auch Expositionstest bei Nahrungsmittel- oder Medikamentenallergien.

Wann ist sie anwendbar?

Nur bei klarer Fragestellung, standardisiertem Ablauf und vorhandener Notfallbereitschaft; Kontraindikationen, abgesetzte Einflussmedikation und Beobachtungszeit sind zu beachten. Erforderliche Kernleistung: Oraler Provokationstest, auch Expositionstest bei Nahrungsmittel- oder Medikamentenallergien; sie muss tatsächlich erbracht und dokumentiert sein.

GOÄ-Ziffern und Voraussetzungen

PositionRolleEntscheidende Voraussetzung
GOÄ-Nr. 1KernpositionBeratung – auch mittels Fernsprecher
GOÄ-Nr. 5KernpositionSymptombezogene Untersuchung. Symptombezogene Untersuchung vor der Provokation.
GOÄ-Nr. 7Bedingt / alternativVollständige körperliche Untersuchung mindestens eines der folgenden Organsysteme. Nur bei vollständiger Untersuchung des gesamten Hautorgans.
GOÄ-Nr. 399KernpositionOraler Provokationstest, auch Expositionstest bei Nahrungsmittel- oder Medikamentenallergien – einschließlich Überwachung zur Erkennung von Schockreaktionen. Oraler Provokations-/Expositionstest einschließlich Schocküberwachung.
GOÄ-Nr. 602Bedingt / alternativOxymetrische Untersuchung(en) (Bestimmung der prozentualen Sauerstoffsättigung im Blut) – gegebenenfalls einschließlich Bestimmung(en) nach Belastung. Pulsoxymetrie als eigenständige apparative Überwachung.
GOÄ-Nr. 250Bedingt / alternativBlutentnahme mittels Spritze, Kanüle oder Katheter aus der Vene. Blutentnahme für medizinisch indizierte Labordiagnostik.
GOÄ-Nr. 3572Bedingt / alternativImmunglobulin E (IgE), Ligandenassay – gegebenenfalls einschließlich Doppelbestimmung und aktueller Bezugskurve -, Immundiffusion oder ähnliche Untersuchungsmethoden. Gesamt-IgE.
GOÄ-Nr. 3891Bedingt / alternativAllergie-IgE-Test (RAST), Einzelansatz, bis zu 10 Einzelallergenen. Gegebenenfalls Doppelbestimmung und Bezugskurve. Spezifisches IgE je Einzelallergen.
GOÄ-Nr. 75Bedingt / alternativUmfassender Bericht mit Anamnese, Befunden, Beurteilung und ggf. Therapie. Eigenständiger ausführlicher Provokationsbericht.

Wichtig: Die Tabelle beschreibt Entscheidungspunkte, keine automatisch abrechenbare Pauschale.

Weitere Angaben zu den Positionen

GOÄ 5

Kernposition der Kombination

Abrechnungsalternative: clinical_exam
GOÄ 7

Bedingte oder alternative Position

Abrechnungsalternative: clinical_exam
GOÄ 3891

Bedingte oder alternative Position

Wiederholung:
Max: 10

Kombinationsregeln und Alternativen

Hinweise zur Kombination

Nr. 399 enthält die Überwachung zur Erkennung von Schockreaktionen; zusätzliche Leistungen nur bei eigenständigem Leistungsinhalt.

Abgrenzung zu ähnlichen Abrechnungsfällen

Davon abzugrenzen sind „Atopische Erkrankung mit Pricktest und spezifischer IgE-Diagnostik“ sowie „Nasale oder konjunktivale Allergieprovokation mit apparativer Verlaufsregistrierung“. Diese Themen besitzen einen anderen dokumentierten Leistungsumfang und deshalb jeweils eine eigene Abrechnungsseite.

Dokumentation für diesen Abrechnungsfall

Lokalisation, Anzahl oder Fläche, klinischer Befund, Methode und gegebenenfalls Proben- oder Testumfang

GOÄ-Nr. 1: vollständiger Leistungsinhalt der GOÄ-Nr. 1

GOÄ-Nr. 5: Symptombezogene Untersuchung vor der Provokation.

GOÄ-Nr. 399: Oraler Provokations-/Expositionstest einschließlich Schocküberwachung.

Ausgangsanamnese und Risiko

Testsubstanz und Dosisschritte

Vitalparameter/Überwachung

Reaktion und Behandlung

Abbruchkriterien

Typische Fehler in diesem Abrechnungsfall

1.

GOÄ-Nr. 7 wird angesetzt, obwohl die konkrete Zusatzvoraussetzung nicht belegt ist: Nur bei vollständiger Untersuchung des gesamten Hautorgans.

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Autor des Artikels

Über den Autor

Dieser Artikel wurde von unserem Gründer und Geschäftsführer Felix Vogel erstellt. Er beschäftigt sich täglich mit GOÄ-Prozessen, Rechnungsstellung und modernen Alternativen zur klassischen Rechnungsabtretung.