Orbitaphlegmone oder Tränensackphlegmone – operative Entlastung

Augenheilkunde · Orbita und Notfälle

FachgruppeAugenheilkunde
ThemenbereichOrbita und Notfälle
Nur bei ZusatzleistungGOÄ-Nr. 1 und GOÄ-Nr. 298
GOÄ-Abrechnung für Orbitaphlegmone oder Tränensackphlegmone – operative Entlastung

Zweck und Anwendbarkeit

Wofür ist diese Ziffernkette gedacht?

Entlastet eine tiefe eitrige Infektion von Orbita beziehungsweise Tränensack operativ, senkt den Gewebedruck und schützt Sehvermögen sowie intrakranielle Strukturen vor einer raschen Ausbreitung. Der Eingriff umfasst operation der Augenhöhlen- oder Tränensackphlegmone und Exophthalmometrie.

Wann ist sie anwendbar?

Bei klinisch und bildgebend gesicherter abszedierender Orbita- oder Tränensackinfektion mit fehlendem Ansprechen, Abszess, Visus- oder Motilitätsgefährdung. Erforderliche Kernleistungen: Operation der Augenhöhlen- oder Tränensackphlegmone und Exophthalmometrie; sie müssen tatsächlich erbracht und dokumentiert sein. Grenze: Nur bei tatsächlich eigenständig durchgeführter Diagnostik.

GOÄ-Ziffern und Voraussetzungen

PositionRolleEntscheidende Voraussetzung
GOÄ-Nr. 1Bedingt / alternativBeratung – auch mittels Fernsprecher. Nur bei eigenständigem Beratungsinhalt; allgemeine Bestimmungen des Behandlungsfalls beachten.
GOÄ-Nr. 1244KernpositionExophthalmometrie. Nur bei tatsächlich eigenständig durchgeführter Diagnostik; nicht als bloßer Operationsbestandteil.
GOÄ-Nr. 1218KernpositionDifferenzierende Analyse und graphische Darstellung des Bewegungsablaufs beider Augen bei Augenmuskelstörungen. Nur bei tatsächlich eigenständig durchgeführter Diagnostik; nicht als bloßer Operationsbestandteil.
GOÄ-Nr. 1292KernpositionOperation der Augenhöhlen- oder Tränensackphlegmone
GOÄ-Nr. 298Bedingt / alternativEntnahme und gegebenenfalls Aufbereitung eines Abstrichs für mikrobiologische Untersuchungen

Wichtig: Die Tabelle beschreibt Entscheidungspunkte, keine automatisch abrechenbare Pauschale.

Weitere Angaben zu den Positionen

GOÄ 1244

Kernposition der Kombination

Behandlungsphase: präoperativer diagnostischer Kontakt
GOÄ 1218

Kernposition der Kombination

Behandlungsphase: präoperativer diagnostischer Kontakt

Abgrenzung zu ähnlichen Abrechnungsfällen

Davon abzugrenzen sind „Dezentrierte oder luxierte IOL – operative Reposition“ sowie „Endokrine Orbitopathie – Exophthalmometrie und Motilitätsanalyse“. Diese Themen besitzen einen anderen dokumentierten Leistungsumfang und deshalb jeweils eine eigene Abrechnungsseite.

Dokumentation für diesen Abrechnungsfall

Auge beziehungsweise Seite, Mess- oder Operationstechnik, Befund und Umfang jedes selbständigen Teilschritts

GOÄ-Nr. 1244: Nur bei tatsächlich eigenständig durchgeführter Diagnostik; nicht als bloßer Operationsbestandteil.

GOÄ-Nr. 1218: Nur bei tatsächlich eigenständig durchgeführter Diagnostik; nicht als bloßer Operationsbestandteil.

GOÄ-Nr. 1292: Operation der Augenhöhlen- oder Tränensackphlegmone

Allgemeinzustand

Proptosis/Motilität

Sehfunktion

Operationsbefund/Mikrobiologie

Typische Fehler in diesem Abrechnungsfall

1.

GOÄ-Nr. 1 wird angesetzt, obwohl die konkrete Zusatzvoraussetzung nicht belegt ist: Nur bei eigenständigem Beratungsinhalt; allgemeine Bestimmungen des Behandlungsfalls beachten.

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Über den Autor

Dieser Artikel wurde von unserem Gründer und Geschäftsführer Felix Vogel erstellt. Er beschäftigt sich täglich mit GOÄ-Prozessen, Rechnungsstellung und modernen Alternativen zur klassischen Rechnungsabtretung.