Welche GOÄ-Ziffern sind für „Überaktive Blase/Dranginkontinenz – Funktionsdiagnostik“ berechnungsfähig?
Praxisleitfaden zur GOÄ-Abrechnung in der Fachgruppe Urologie für das Thema „Überaktive Blase/Dranginkontinenz – Funktionsdiagnostik“.

Welche GOÄ-Ziffern kommen für „Überaktive Blase/Dranginkontinenz – Funktionsdiagnostik“ in Betracht?
Für „Überaktive Blase/Dranginkontinenz – Funktionsdiagnostik“ führt die Kette GOÄ-Nr. 5, GOÄ-Nr. 1792, GOÄ-Nr. 410 und GOÄ-Nr. 3511 als Kernpositionen. GOÄ-Nr. 1791 und GOÄ-Nr. 1793 kommen nur bei zusätzlichem oder alternativem Leistungsinhalt in Betracht.
Bei der Abrechnung von „Überaktive Blase/Dranginkontinenz – Funktionsdiagnostik“ stehen überaktive Blase, OAB, Dranginkontinenz, imperativer Harndrang. Für die Abrechnungsentscheidung sind insbesondere betroffenes Organ und Seite, diagnostischer oder operativer Zugangsweg, Endoskopie, Funktionsmessung, Probengewinnung und selbständige Behandlungsschritte maßgeblich. Der Titel der Behandlung ersetzt keinen dieser Leistungsnachweise.
| Position | Rolle | Entscheidende Voraussetzung |
|---|---|---|
| GOÄ-Nr. 5 | Kernposition | Symptombezogene Untersuchung |
| GOÄ-Nr. 1792 | Kernposition | Uroflowmetrie einschließlich Registrierung |
| GOÄ-Nr. 410 | Kernposition | Restharnbestimmung beziehungsweise Harntraktsonographie; Organ angeben. |
| GOÄ-Nr. 3511 | Kernposition | Urinteststreifen |
| GOÄ-Nr. 1791 | Bedingt / alternativ | Tonographische Blasenuntersuchung und/oder Schließmuskelfunktionsprüfung |
| GOÄ-Nr. 1793 | Bedingt / alternativ | Nur bei tatsächlich erforderlicher und durchgeführter Zystometrie; Katheterziffern daneben ausgeschlossen. |
Wichtig: Die Tabelle beschreibt Entscheidungspunkte, keine automatisch abrechenbare Pauschale.
Wann sind die einzelnen Positionen für „Überaktive Blase/Dranginkontinenz – Funktionsdiagnostik“ berechnungsfähig?
Jede Position ist anhand ihres vollständigen Leistungsinhalts und der konkret hinterlegten Abhängigkeiten zu beurteilen.
Kernposition der Kombination
Symptombezogene Untersuchung
Kernposition der Kombination
Uroflowmetrie einschließlich Registrierung
Kernposition der Kombination
Restharnbestimmung beziehungsweise Harntraktsonographie; Organ angeben.
Kernposition der Kombination
Urinteststreifen
Bedingte oder alternative Position
Tonographische Blasenuntersuchung und/oder Schließmuskelfunktionsprüfung
Bedingte oder alternative Position
Nur bei tatsächlich erforderlicher und durchgeführter Zystometrie; Katheterziffern daneben ausgeschlossen.
Welche Abrechnungspfade und Sonderregeln gelten für „Überaktive Blase/Dranginkontinenz – Funktionsdiagnostik“?
Besondere Dokumentationsvorgaben
Wie grenzt sich „Überaktive Blase/Dranginkontinenz – Funktionsdiagnostik“ von ähnlichen Abrechnungsfällen ab?
Dieser Artikel behandelt gezielt „Überaktive Blase/Dranginkontinenz – Funktionsdiagnostik“ und nicht einen allgemeinen Sammelblock dieser Fachgruppe. Davon abzugrenzen sind „Belastungsinkontinenz – Basis- und Funktionsdiagnostik“ sowie „Neurogene Blasenfunktionsstörung – komplexe Urodynamik“. Diese Themen besitzen einen anderen dokumentierten Leistungsumfang und deshalb jeweils eine eigene Abrechnungsseite.
Entscheidend ist nicht nur die Diagnose oder Behandlungsbezeichnung, sondern welcher Leistungsumfang im konkreten Fall vollständig erbracht wurde.
Was sollte für die Abrechnung von „Überaktive Blase/Dranginkontinenz – Funktionsdiagnostik“ dokumentiert werden?
Behandlungsanlass und konkrete fachliche Fragestellung: überaktive Blase, OAB, Dranginkontinenz, imperativer Harndrang
Organ, Seite, Indikation, Zugangsweg, Untersuchungs- oder Operationstechnik, Befund und Proben beziehungsweise Implantate
GOÄ-Nr. 5: Symptombezogene Untersuchung
GOÄ-Nr. 1792: Uroflowmetrie einschließlich Registrierung
GOÄ-Nr. 410: Restharnbestimmung beziehungsweise Harntraktsonographie; Organ angeben.
Miktionsprotokoll und Beschwerden
Urinbefund
Wie kann ein konkreter Leistungsablauf für „Überaktive Blase/Dranginkontinenz – Funktionsdiagnostik“ aussehen?
Dokumentierter Beispielfall
Der Beispielfall dokumentiert „Überaktive Blase/Dranginkontinenz – Funktionsdiagnostik“. Vollständig erbracht und getrennt dokumentiert werden GOÄ-Nr. 5 (Symptombezogene Untersuchung); GOÄ-Nr. 1792 (Uroflowmetrie einschließlich Registrierung); GOÄ-Nr. 410 (Restharnbestimmung beziehungsweise Harntraktsonographie; Organ angeben); GOÄ-Nr. 3511 (Urinteststreifen). Für die bedingte Position GOÄ-Nr. 1791 gilt zusätzlich: Tonographische Blasenuntersuchung und/oder Schließmuskelfunktionsprüfung.
Aus diesem Ablauf dürfen nur die Positionen übernommen werden, deren Voraussetzungen in der Dokumentation tatsächlich belegt sind.
Welche Abrechnungsfehler sollten für „Überaktive Blase/Dranginkontinenz – Funktionsdiagnostik“ vermieden werden?
1.
Prüfpunkt 1
Diagnostische und operative Endoskopie, Zugangsleistungen, Probenentnahme und Nachbehandlung sind nur bei jeweils selbständig erfülltem Leistungsinhalt kombinierbar.
2.
Prüfpunkt 2
GOÄ-Nr. 1791 wird angesetzt, obwohl die konkrete Zusatzvoraussetzung nicht belegt ist: Tonographische Blasenuntersuchung und/oder Schließmuskelfunktionsprüfung
3.
Prüfpunkt 3
Bei „Überaktive Blase/Dranginkontinenz – Funktionsdiagnostik“ werden Kern-, Zusatz- und Alternativpositionen nicht getrennt beurteilt.
4.
Prüfpunkt 4
Die vollständige Ziffernkette wird aus dem Titel übernommen, ohne jede Position und Alternative einzeln zu prüfen.
Welche Urologie-Abrechnungskombinationen sind fachlich verwandt?
Verwandter Artikel mit eigener Leistungsfrage
Belastungsinkontinenz – Basis- und Funktionsdiagnostik
Verwandter Artikel mit eigener Leistungsfrage
Neurogene Blasenfunktionsstörung – komplexe Urodynamik
Verwandter Artikel mit eigener Leistungsfrage
Akuter Harnverhalt bei der Frau – Katheterisierung und Ursachenabklärung
Maßgeblich bleiben die aktuelle GOÄ, der konkrete Behandlungsfall und die vollständige Leistungsdokumentation.
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Als Kernpositionen nennt die Kombination GOÄ-Nr. 5, GOÄ-Nr. 1792, GOÄ-Nr. 410 und GOÄ-Nr. 3511. Auch diese Positionen sind nur bei vollständig erbrachtem Leistungsinhalt berechnungsfähig.
Dieser Artikel behandelt gezielt „Überaktive Blase/Dranginkontinenz – Funktionsdiagnostik“ und nicht einen allgemeinen Sammelblock dieser Fachgruppe. Davon abzugrenzen sind „Belastungsinkontinenz – Basis- und Funktionsdiagnostik“ sowie „Neurogene Blasenfunktionsstörung – komplexe Urodynamik“. Diese Themen besitzen einen anderen dokumentierten Leistungsumfang und deshalb jeweils eine eigene Abrechnungsseite.
Nein. Die Kette ist ein strukturiertes Abrechnungsbeispiel. Jede Position, Alternative, Wiederholung und Auslage muss anhand der tatsächlichen Leistung, Dokumentation und Ausschlussbestimmungen geprüft werden.

Über den Autor
Dieser Artikel wurde von unserem Gründer und Geschäftsführer Felix Vogel erstellt. Er beschäftigt sich täglich mit GOÄ-Prozessen, Rechnungsstellung und modernen Alternativen zur klassischen Rechnungsabtretung.
