Überaktive Blase/Dranginkontinenz – Funktionsdiagnostik

Urologie · Inkontinenz und Urodynamik

FachgruppeUrologie
ThemenbereichInkontinenz und Urodynamik
Nur bei ZusatzleistungGOÄ-Nr. 1791 und GOÄ-Nr. 1793
GOÄ-Abrechnung für Überaktive Blase/Dranginkontinenz – Funktionsdiagnostik

Zweck und Anwendbarkeit

Wofür ist diese Ziffernkette gedacht?

Differenziert Speicher- und Entleerungsstörungen und macht den zugrunde liegenden Funktionsmechanismus für die Therapieplanung messbar. Die Abklärung umfasst uroflowmetrie und Ultraschalluntersuchung des betreffenden Organs. Leitsymptome sind imperativer Harndrang, Pollakisurie und Nykturie; Harnwegsinfekt, relevanter Restharn und Entleerungsstörung müssen ausgeschlossen werden.

Wann ist sie anwendbar?

Bei belastender Inkontinenz, Drang, Restharn, neurogener Blasenstörung oder vor invasiver Therapie, wenn Anamnese und Basisdiagnostik nicht ausreichen. Erforderliche Kernleistungen: Uroflowmetrie und Ultraschalluntersuchung des betreffenden Organs; sie müssen tatsächlich erbracht und dokumentiert sein. Grenze: Restharnbestimmung beziehungsweise Harntraktsonographie; Organ angeben.

GOÄ-Ziffern und Voraussetzungen

PositionRolleEntscheidende Voraussetzung
GOÄ-Nr. 5KernpositionSymptombezogene Untersuchung
GOÄ-Nr. 1792KernpositionUroflowmetrie einschließlich Registrierung
GOÄ-Nr. 410KernpositionUltraschalluntersuchung eines Organs. Restharnbestimmung beziehungsweise Harntraktsonographie; Organ angeben.
GOÄ-Nr. 3511KernpositionUrinteststreifen
GOÄ-Nr. 1791Bedingt / alternativTonographische Blasenuntersuchung und/oder Schließmuskelfunktionsprüfung
GOÄ-Nr. 1793Bedingt / alternativManometrische Untersuchung der Harnblase. Nur bei tatsächlich erforderlicher und durchgeführter Zystometrie; Katheterziffern daneben ausgeschlossen.

Wichtig: Die Tabelle beschreibt Entscheidungspunkte, keine automatisch abrechenbare Pauschale.

Abgrenzung zu ähnlichen Abrechnungsfällen

Davon abzugrenzen sind „Belastungsinkontinenz – Basis- und Funktionsdiagnostik“ sowie „Neurogene Blasenfunktionsstörung – komplexe Urodynamik“. Diese Themen besitzen einen anderen dokumentierten Leistungsumfang und deshalb jeweils eine eigene Abrechnungsseite.

Dokumentation für diesen Abrechnungsfall

Organ, Seite, Indikation, Zugangsweg, Untersuchungs- oder Operationstechnik, Befund und Proben beziehungsweise Implantate

GOÄ-Nr. 5: Symptombezogene Untersuchung

GOÄ-Nr. 1792: Uroflowmetrie einschließlich Registrierung

GOÄ-Nr. 410: Restharnbestimmung beziehungsweise Harntraktsonographie; Organ angeben.

Miktionsprotokoll und Beschwerden

Urinbefund

Uroflow- und Restharnbefund

Indikation/Ergebnis einer Urodynamik

Therapieplan

Typische Fehler in diesem Abrechnungsfall

1.

GOÄ-Nr. 1791 wird angesetzt, obwohl die konkrete Zusatzvoraussetzung nicht belegt ist: Tonographische Blasenuntersuchung und/oder Schließmuskelfunktionsprüfung

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Über den Autor

Dieser Artikel wurde von unserem Gründer und Geschäftsführer Felix Vogel erstellt. Er beschäftigt sich täglich mit GOÄ-Prozessen, Rechnungsstellung und modernen Alternativen zur klassischen Rechnungsabtretung.