Pulmonale Hypertonie – invasive Rechtsherzkatheterdiagnostik
Kardiologie · Klappen- und strukturelle Herzerkrankungen

Zweck und Anwendbarkeit
Wofür ist diese Ziffernkette gedacht?
Misst rechtskardiale und pulmonalvaskuläre Hämodynamik, um Ursache und Schwere einer pulmonalen Druckerhöhung sowie ihre therapeutische Relevanz zu bestimmen. Die Abklärung umfasst rechtsherzkatheterismus.
Wann ist sie anwendbar?
Bei begründetem Verdacht auf pulmonale Hypertonie, unklarer Rechtsherzbelastung oder wenn die invasive Bestätigung eine spezifische Therapieentscheidung trägt. Erforderliche Kernleistung: Rechtsherzkatheterismus; sie muss tatsächlich erbracht und dokumentiert sein.
GOÄ-Ziffern und Voraussetzungen
| Position | Rolle | Entscheidende Voraussetzung |
|---|---|---|
| GOÄ-Nr. 1 | Bedingt / alternativ | Beratung – auch mittels Fernsprecher. Eigenständige Beratung außerhalb der Eingriffsaufklärung. |
| GOÄ-Nr. 7 | Bedingt / alternativ | Vollständige körperliche Untersuchung mindestens eines der folgenden Organsysteme. Eigenständige vollständige klinische Untersuchung. |
| GOÄ-Nr. 424 | Bedingt / alternativ | Zweidimensionale doppler-echokardiographische Untersuchung mit Bilddokumentation – einschließlich der Leistung nach Nummer 423 – (Duplex-Verfahren). Eigenständige transthorakale Doppler-Echokardiographie in separater diagnostischer Stufe. |
| GOÄ-Nr. 404 | Bedingt / alternativ | Zuschlag zu doppler-sonographischen Leistungen bei zusätzlicher Frequenzspektrumanalyse – einschließlich graphischer oder Bilddokumentation. Zusätzliche Frequenzspektrumanalyse zu einer eigenständigen Echokardiographie. |
| GOÄ-Nr. 405 | Bedingt / alternativ | Zuschlag zu den Leistungen nach Nummer 415 oder 424 – bei zusätzlicher Untersuchung mit cw-Doppler. Zusätzlicher cw-Doppler zu Nr. 424. |
| GOÄ-Nr. 406 | Bedingt / alternativ | Zuschlag zu der Leistung nach Nummer 424 – bei zusätzlicher Farbkodierung. Zusätzliche Farbkodierung zu Nr. 424. |
| GOÄ-Nr. 626 | Kernposition | Rechtsherzkatheterismus – einschließlich Druckmessungen und oxymetrischer Untersuchungen sowie fortlaufender EKG-und Röntgenkontrolle. Rechtsherzkatheterismus einschließlich Druckmessungen, oxymetrischer Untersuchungen sowie fortlaufender EKG- und Röntgenkontrolle; je Sitzung einmal. |
| GOÄ-Nr. 250 | Bedingt / alternativ | Blutentnahme mittels Spritze, Kanüle oder Katheter aus der Vene. Separate venöse Blutentnahme nur bei eigenständiger Leistung; nicht für im Katheterleistungsinhalt enthaltene oxymetrische Proben. |
| GOÄ-Nr. 253 | Bedingt / alternativ | Injektion, intravenös. Eigenständige intravenöse Medikamentenapplikation bei tatsächlich durchgeführtem Vasoreagibilitätstest; Präparat und Dosis dokumentieren. |
| GOÄ-Nr. 60 | Bedingt / alternativ | Konsiliarische Erörterung zwischen zwei oder mehr liquidationsberechtigten Ärzten, für jeden Arzt. Tatsächliche konsiliarische Erörterung mit einem anderen liquidationsberechtigten Arzt, auch telefonisch; Inhalt und Gesprächspartner dokumentieren. |
| GOÄ-Nr. 75 | Bedingt / alternativ | Umfassender Bericht mit Anamnese, Befunden, Beurteilung und ggf. Therapie. Nur eigenständiger ausführlicher Bericht; der routinemäßige Katheterbefund allein genügt nicht. |
Wichtig: Die Tabelle beschreibt Entscheidungspunkte, keine automatisch abrechenbare Pauschale.
Weitere Angaben zu den Positionen
Kombinationsregeln und Alternativen
Hinweise zur Kombination
Abgrenzung zu ähnlichen Abrechnungsfällen
Davon abzugrenzen sind „Angeborener Herzfehler oder Shuntvitium – umfassende Echoabklärung“ sowie „Pulmonale Hypertonie – kardiale und pulmonale Funktionsbeurteilung“. Diese Themen besitzen einen anderen dokumentierten Leistungsumfang und deshalb jeweils eine eigene Abrechnungsseite.
Dokumentation für diesen Abrechnungsfall
Indikation, Ruhe- oder Belastungsprotokoll, Ableitungen beziehungsweise Messdauer, Befund und ärztliche Auswertung
GOÄ-Nr. 626: Rechtsherzkatheterismus einschließlich Druckmessungen, oxymetrischer Untersuchungen sowie fortlaufender EKG- und Röntgenkontrolle; je Sitzung einmal.
Indikation
Zugang und Katheterverlauf
Druckwerte und oxymetrische Messungen
Herzzeitvolumen/PVR soweit bestimmt
gegebenenfalls Vasoreagibilitätstest
Komplikationen und therapeutische Konsequenz
Typische Fehler in diesem Abrechnungsfall
1.
GOÄ-Nr. 1 wird angesetzt, obwohl die konkrete Zusatzvoraussetzung nicht belegt ist: Eigenständige Beratung außerhalb der Eingriffsaufklärung.
Ähnliche Abrechnungsfälle
Maßgeblich bleiben die aktuelle GOÄ, der konkrete Behandlungsfall und die vollständige Leistungsdokumentation.
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Über den Autor
Dieser Artikel wurde von unserem Gründer und Geschäftsführer Felix Vogel erstellt. Er beschäftigt sich täglich mit GOÄ-Prozessen, Rechnungsstellung und modernen Alternativen zur klassischen Rechnungsabtretung.
