Bartholinitis/Bartholinabszess

Gynäkologie und Geburtshilfe · Zervix, Vulva und Infektionen

AbrechnungsfallBartholinitis/Bartholinabszess mit Sonographie, Punktion oder operativer Eröffnung und Wundbehandlung
FachgruppeGynäkologie und Geburtshilfe
ThemenbereichZervix, Vulva und Infektionen
KernpositionenGOÄ-Nr. 1 und GOÄ-Nr. 7
PrüfungManuelle fachliche Prüfung erforderlich
GOÄ-Abrechnung für Bartholinitis/Bartholinabszess mit Sonographie, Punktion oder operativer Eröffnung und Wundbehandlung

Zweck und Anwendbarkeit

Wofür ist diese Ziffernkette gedacht?

Klärt eine schmerzhafte Schwellung der Bartholin-Drüse und entlastet einen Abszess durch Punktion oder operative Eröffnung, damit Sekret abfließt und Beschwerden rasch zurückgehen. Der Eingriff umfasst bartholinitis/Bartholinabszess mit Sonographie, Punktion oder operativer Eröffnung und Wundbehandlung.

Wann ist sie anwendbar?

Bei druckschmerzhafter fluktuierender Schwellung am hinteren Scheideneingang. Bei Varianten gilt: Nur tatsächlich erbrachte und dokumentierte Kernleistungen ansetzen: Bartholinitis/Bartholinabszess mit Sonographie, Punktion oder operativer Eröffnung und Wundbehandlung.

GOÄ-Ziffern und Voraussetzungen

PositionRolleEntscheidende Voraussetzung
GOÄ-Nr. 1KernpositionBeratung – auch mittels Fernsprecher
GOÄ-Nr. 7KernpositionVollständige körperliche Untersuchung mindestens eines der folgenden Organsysteme
GOÄ-Nr. 410Bedingt / alternativUltraschalluntersuchung eines Organs. Sonographie der betroffenen Drüse/Region bei eigenständiger Indikation.
GOÄ-Nr. 303Bedingt / alternativPunktion einer Drüse, eines Schleimbeutels, Ganglions, Seroms, Hygroms, Hämatoms oder Abszesses oder oberflächiger Körperteile. Punktion der Drüse/des Abszesses.
GOÄ-Nr. 2428Bedingt / alternativEröffnung eines oberflächlich unter der Haut oder Schleimhaut liegenden Abszesses oder eines Furunkels. Eröffnung/Inzision des Abszesses.
GOÄ-Nr. 1141Bedingt / alternativOperation im Vaginal- oder Vulvabereich (z.B. Exstirpation von Vaginalzysten oder Bartholinischen Zysten oder eines Scheidenseptums). Formale Operation im Vulva-/Vaginalbereich, z. B. Extirpation einer Bartholin-Zyste, nur bei vollständigem Leistungsinhalt.
GOÄ-Nr. 490Bedingt / alternativInfiltrationsanästhesie kleiner Bezirke. Kleine Infiltrationsanästhesie.
GOÄ-Nr. 491Bedingt / alternativInfiltrationsanästhesie großer Bezirke – auch Parazervikalanästhesie. Große Infiltrationsanästhesie.
GOÄ-Nr. 298Bedingt / alternativEntnahme und gegebenenfalls Aufbereitung von Abstrichmaterial zur mikrobiologischen Untersuchung – gegebenenfalls einschließlich Fixierung. Mikrobiologischer Abstrich/Punktatentnahme.
GOÄ-Nr. 2006Bedingt / alternativBehandlung einer Wunde, die nicht primär heilt oder Entzündungserscheinungen oder Eiterungen aufweist – auch Abtragung von Nekrosen an einer Wunde. Nur bei tatsächlich sekundär heilender oder infizierter Wunde in einer späteren Inanspruchnahme; keine routinemäßige OP-Nachkontrolle.
GOÄ-Nr. 2007Bedingt / alternativEntfernung von Fäden oder Klammern. Nur bei späterer tatsächlicher Faden-/Klammerentfernung.
GOÄ-Nr. 75Bedingt / alternativUmfassender Bericht mit Anamnese, Befunden, Beurteilung und ggf. Therapie. Eigenständiger ausführlicher Bericht.

Wichtig: Die Tabelle beschreibt Entscheidungspunkte, keine automatisch abrechenbare Pauschale.

Weitere Angaben zu den Positionen

GOÄ 303

Bedingte oder alternative Position

Abrechnungsalternative: bartholinitis_procedure
GOÄ 2428

Bedingte oder alternative Position

Abrechnungsalternative: bartholinitis_procedure
GOÄ 1141

Bedingte oder alternative Position

Abrechnungsalternative: bartholinitis_procedure
GOÄ 490

Bedingte oder alternative Position

Abrechnungsalternative: local_anaesthesia
GOÄ 491

Bedingte oder alternative Position

Abrechnungsalternative: local_anaesthesia
GOÄ 2006

Bedingte oder alternative Position

Behandlungsphase: follow_up
GOÄ 2007

Bedingte oder alternative Position

Behandlungsphase: follow_up

Kombinationsregeln und Alternativen

Hinweise zur Kombination

303, 2428 und 1141 sind alternative Verfahrenspfade, keine automatische Kombination.
Nr. 303, 2428 und 1141 bilden unterschiedliche Verfahrenspfade und dürfen nicht als Standardpaket kumuliert werden.

Abgrenzung zu ähnlichen Abrechnungsfällen

Davon abzugrenzen sind „Condylomata acuminata der Vulva/Vagina mit Abstrich, Destruktion oder Exzision und Nachsorge“ sowie „Unklare Vulvaläsion mit Kolposkopie/Vulvoskopie, Probeexzision und Wundnachsorge“. Diese Themen besitzen einen anderen dokumentierten Leistungsumfang und deshalb jeweils eine eigene Abrechnungsseite.

Dokumentation für diesen Abrechnungsfall

Anlass, Schwangerschafts- oder Zyklusbezug, untersuchte Organe, Zugangsweg, Befunde und selbständige Behandlungsschritte

GOÄ-Nr. 1: vollständiger Leistungsinhalt der GOÄ-Nr. 1

GOÄ-Nr. 7: vollständiger Leistungsinhalt der GOÄ-Nr. 7

Lokalisation, Größe, Entzündungszeichen

Sonographiebefund

Punktat/Drainage und Material

Operationsmethode

Mikrobiologieauftrag

Wundverlauf

Typische Fehler in diesem Abrechnungsfall

1.

GOÄ-Nr. 410 wird angesetzt, obwohl die konkrete Zusatzvoraussetzung nicht belegt ist: Sonographie der betroffenen Drüse/Region bei eigenständiger Indikation.

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Über den Autor

Dieser Artikel wurde von unserem Gründer und Geschäftsführer Felix Vogel erstellt. Er beschäftigt sich täglich mit GOÄ-Prozessen, Rechnungsstellung und modernen Alternativen zur klassischen Rechnungsabtretung.