Welche GOÄ-Ziffern sind für „Bartholinitis/Bartholinabszess mit Sonographie, Punktion oder operativer Eröffnung und Wundbehandlung“ berechnungsfähig?
Praxisleitfaden zur GOÄ-Abrechnung in der Fachgruppe Gynäkologie und Geburtshilfe für das Thema „Bartholinitis/Bartholinabszess mit Sonographie, Punktion oder operativer Eröffnung und Wundbehandlung“.

Welche GOÄ-Ziffern kommen für „Bartholinitis/Bartholinabszess mit Sonographie, Punktion oder operativer Eröffnung und Wundbehandlung“ in Betracht?
Für „Bartholinitis/Bartholinabszess mit Sonographie, Punktion oder operativer Eröffnung und Wundbehandlung“ führt die Kette GOÄ-Nr. 1 und GOÄ-Nr. 7 als Kernpositionen. GOÄ-Nr. 410, GOÄ-Nr. 303, GOÄ-Nr. 2428, GOÄ-Nr. 1141 und GOÄ-Nr. 490 sowie weitere Positionen kommen nur bei zusätzlichem oder alternativem Leistungsinhalt in Betracht.
Bei der Abrechnung von „Bartholinitis/Bartholinabszess mit Sonographie, Punktion oder operativer Eröffnung und Wundbehandlung“ stehen Bartholinitis, Bartholinabszess, Bartholin-Zyste, Marsupialisation, Abszess. Für die Abrechnungsentscheidung sind insbesondere gynäkologischer oder geburtshilflicher Anlass, Schwangerschaftsphase, Organbezug, Untersuchungsweg und eigenständige operative beziehungsweise diagnostische Schritte maßgeblich. Der Titel der Behandlung ersetzt keinen dieser Leistungsnachweise.
| Position | Rolle | Entscheidende Voraussetzung |
|---|---|---|
| GOÄ-Nr. 1 | Kernposition | Beratung – auch mittels Fernsprecher |
| GOÄ-Nr. 7 | Kernposition | Vollständige körperliche Untersuchung mindestens eines der folgenden Organsysteme |
| GOÄ-Nr. 410 | Bedingt / alternativ | Sonographie der betroffenen Drüse/Region bei eigenständiger Indikation. |
| GOÄ-Nr. 303 | Bedingt / alternativ | Punktion der Drüse/des Abszesses. |
| GOÄ-Nr. 2428 | Bedingt / alternativ | Eröffnung/Inzision des Abszesses. |
| GOÄ-Nr. 1141 | Bedingt / alternativ | Formale Operation im Vulva-/Vaginalbereich, z. B. Extirpation einer Bartholin-Zyste, nur bei vollständigem Leistungsinhalt. |
| GOÄ-Nr. 490 | Bedingt / alternativ | Kleine Infiltrationsanästhesie. |
| GOÄ-Nr. 491 | Bedingt / alternativ | Große Infiltrationsanästhesie. |
| GOÄ-Nr. 298 | Bedingt / alternativ | Mikrobiologischer Abstrich/Punktatentnahme. |
| GOÄ-Nr. 2006 | Bedingt / alternativ | Nur bei tatsächlich sekundär heilender oder infizierter Wunde in einer späteren Inanspruchnahme; keine routinemäßige OP-Nachkontrolle. |
| GOÄ-Nr. 2007 | Bedingt / alternativ | Nur bei späterer tatsächlicher Faden-/Klammerentfernung. |
| GOÄ-Nr. 75 | Bedingt / alternativ | Eigenständiger ausführlicher Bericht. |
Wichtig: Die Tabelle beschreibt Entscheidungspunkte, keine automatisch abrechenbare Pauschale.
Wann sind die einzelnen Positionen für „Bartholinitis/Bartholinabszess mit Sonographie, Punktion oder operativer Eröffnung und Wundbehandlung“ berechnungsfähig?
Jede Position ist anhand ihres vollständigen Leistungsinhalts und der konkret hinterlegten Abhängigkeiten zu beurteilen.
Kernposition der Kombination
Beratung – auch mittels Fernsprecher
Kernposition der Kombination
Vollständige körperliche Untersuchung mindestens eines der folgenden Organsysteme
Bedingte oder alternative Position
Sonographie der betroffenen Drüse/Region bei eigenständiger Indikation.
Bedingte oder alternative Position
Punktion der Drüse/des Abszesses.
Bedingte oder alternative Position
Eröffnung/Inzision des Abszesses.
Bedingte oder alternative Position
Formale Operation im Vulva-/Vaginalbereich, z. B. Extirpation einer Bartholin-Zyste, nur bei vollständigem Leistungsinhalt.
Bedingte oder alternative Position
Kleine Infiltrationsanästhesie.
Bedingte oder alternative Position
Große Infiltrationsanästhesie.
Bedingte oder alternative Position
Mikrobiologischer Abstrich/Punktatentnahme.
Bedingte oder alternative Position
Nur bei tatsächlich sekundär heilender oder infizierter Wunde in einer späteren Inanspruchnahme; keine routinemäßige OP-Nachkontrolle.
Bedingte oder alternative Position
Nur bei späterer tatsächlicher Faden-/Klammerentfernung.
Bedingte oder alternative Position
Eigenständiger ausführlicher Bericht.
Welche Abrechnungspfade und Sonderregeln gelten für „Bartholinitis/Bartholinabszess mit Sonographie, Punktion oder operativer Eröffnung und Wundbehandlung“?
Hinweise zur Kombination
Besondere Dokumentationsvorgaben
Wie grenzt sich „Bartholinitis/Bartholinabszess mit Sonographie, Punktion oder operativer Eröffnung und Wundbehandlung“ von ähnlichen Abrechnungsfällen ab?
Dieser Artikel behandelt gezielt „Bartholinitis/Bartholinabszess mit Sonographie, Punktion oder operativer Eröffnung und Wundbehandlung“ und nicht einen allgemeinen Sammelblock dieser Fachgruppe. Davon abzugrenzen sind „Condylomata acuminata der Vulva/Vagina mit Abstrich, Destruktion oder Exzision und Nachsorge“ sowie „Unklare Vulvaläsion mit Kolposkopie/Vulvoskopie, Probeexzision und Wundnachsorge“. Diese Themen besitzen einen anderen dokumentierten Leistungsumfang und deshalb jeweils eine eigene Abrechnungsseite.
Entscheidend ist nicht nur die Diagnose oder Behandlungsbezeichnung, sondern welcher Leistungsumfang im konkreten Fall vollständig erbracht wurde.
Was sollte für die Abrechnung von „Bartholinitis/Bartholinabszess mit Sonographie, Punktion oder operativer Eröffnung und Wundbehandlung“ dokumentiert werden?
Behandlungsanlass und konkrete fachliche Fragestellung: Bartholinitis, Bartholinabszess, Bartholin-Zyste, Marsupialisation
Anlass, Schwangerschafts- oder Zyklusbezug, untersuchte Organe, Zugangsweg, Befunde und selbständige Behandlungsschritte
GOÄ-Nr. 1: vollständiger Leistungsinhalt der GOÄ-Nr. 1
GOÄ-Nr. 7: vollständiger Leistungsinhalt der GOÄ-Nr. 7
Lokalisation, Größe, Entzündungszeichen
Sonographiebefund
Punktat/Drainage und Material
Wie kann ein konkreter Leistungsablauf für „Bartholinitis/Bartholinabszess mit Sonographie, Punktion oder operativer Eröffnung und Wundbehandlung“ aussehen?
Dokumentierter Beispielfall
Der Beispielfall dokumentiert „Bartholinitis/Bartholinabszess mit Sonographie, Punktion oder operativer Eröffnung und Wundbehandlung“. Vollständig erbracht und getrennt dokumentiert werden GOÄ-Nr. 1 (vollständiger Leistungsinhalt der GOÄ-Nr. 1); GOÄ-Nr. 7 (vollständiger Leistungsinhalt der GOÄ-Nr. 7). Für die bedingte Position GOÄ-Nr. 410 gilt zusätzlich: Sonographie der betroffenen Drüse/Region bei eigenständiger Indikation.
Aus diesem Ablauf dürfen nur die Positionen übernommen werden, deren Voraussetzungen in der Dokumentation tatsächlich belegt sind.
Welche Abrechnungsfehler sollten für „Bartholinitis/Bartholinabszess mit Sonographie, Punktion oder operativer Eröffnung und Wundbehandlung“ vermieden werden?
1.
Prüfpunkt 1
Vorsorge, kurative Diagnostik, Schwangerschaftsbetreuung und operative Leistungen dürfen nicht allein aufgrund desselben Termins zu einem Paket zusammengezogen werden.
2.
Prüfpunkt 2
GOÄ-Nr. 410 wird angesetzt, obwohl die konkrete Zusatzvoraussetzung nicht belegt ist: Sonographie der betroffenen Drüse/Region bei eigenständiger Indikation.
3.
Prüfpunkt 3
Bei „Bartholinitis/Bartholinabszess mit Sonographie, Punktion oder operativer Eröffnung und Wundbehandlung“ werden Kern-, Zusatz- und Alternativpositionen nicht getrennt beurteilt.
4.
Prüfpunkt 4
Die ausdrücklich vorgesehene manuelle fachliche Prüfung wird durch eine automatische Übernahme der Kette ersetzt.
5.
Prüfpunkt 5
Die vollständige Ziffernkette wird aus dem Titel übernommen, ohne jede Position und Alternative einzeln zu prüfen.
Welche Gynäkologie und Geburtshilfe-Abrechnungskombinationen sind fachlich verwandt?
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Condylomata acuminata der Vulva/Vagina mit Abstrich, Destruktion oder Exzision und Nachsorge
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Unklare Vulvaläsion mit Kolposkopie/Vulvoskopie, Probeexzision und Wundnachsorge
Verwandter Artikel mit eigener Leistungsfrage
Akute vaginale/uterine Blutung mit Sonographie, Labor und Tamponade
Maßgeblich bleiben die aktuelle GOÄ, der konkrete Behandlungsfall und die vollständige Leistungsdokumentation.
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Dieser Artikel behandelt gezielt „Bartholinitis/Bartholinabszess mit Sonographie, Punktion oder operativer Eröffnung und Wundbehandlung“ und nicht einen allgemeinen Sammelblock dieser Fachgruppe. Davon abzugrenzen sind „Condylomata acuminata der Vulva/Vagina mit Abstrich, Destruktion oder Exzision und Nachsorge“ sowie „Unklare Vulvaläsion mit Kolposkopie/Vulvoskopie, Probeexzision und Wundnachsorge“. Diese Themen besitzen einen anderen dokumentierten Leistungsumfang und deshalb jeweils eine eigene Abrechnungsseite.
Nein. Die Kette ist ein strukturiertes Abrechnungsbeispiel. Jede Position, Alternative, Wiederholung und Auslage muss anhand der tatsächlichen Leistung, Dokumentation und Ausschlussbestimmungen geprüft werden.

Über den Autor
Dieser Artikel wurde von unserem Gründer und Geschäftsführer Felix Vogel erstellt. Er beschäftigt sich täglich mit GOÄ-Prozessen, Rechnungsstellung und modernen Alternativen zur klassischen Rechnungsabtretung.
