Welche GOÄ-Ziffern sind für „Chronische Prostatitis/chronisches Beckenschmerzsyndrom“ berechnungsfähig?

Praxisleitfaden zur GOÄ-Abrechnung in der Fachgruppe Urologie für das Thema „Chronische Prostatitis/chronisches Beckenschmerzsyndrom“.

FachgruppeUrologie
ThemenbereichInfektiologie
KernpositionenGOÄ-Nr. 5
PrüfmaßstabLeistungsinhalt, Ausschlüsse und Dokumentation einzeln prüfen
GOÄ-Abrechnung für Chronische Prostatitis/chronisches Beckenschmerzsyndrom

Welche GOÄ-Ziffern kommen für „Chronische Prostatitis/chronisches Beckenschmerzsyndrom“ in Betracht?

Für „Chronische Prostatitis/chronisches Beckenschmerzsyndrom“ führt die Kette GOÄ-Nr. 5 als Kernposition. GOÄ-Nr. 1, GOÄ-Nr. 3511, GOÄ-Nr. 3531, GOÄ-Nr. 1775 und GOÄ-Nr. 410 sowie weitere Positionen kommen nur bei zusätzlichem oder alternativem Leistungsinhalt in Betracht.

Bei der Abrechnung von „Chronische Prostatitis/chronisches Beckenschmerzsyndrom“ stehen chronische Prostatitis, CPPS, Beckenschmerz. Für die Abrechnungsentscheidung sind insbesondere betroffenes Organ und Seite, diagnostischer oder operativer Zugangsweg, Endoskopie, Funktionsmessung, Probengewinnung und selbständige Behandlungsschritte maßgeblich. Der Titel der Behandlung ersetzt keinen dieser Leistungsnachweise.

PositionRolleEntscheidende Voraussetzung
GOÄ-Nr. 1Bedingt / alternativBeratung – auch mittels Fernsprecher
GOÄ-Nr. 5KernpositionSymptombezogene Untersuchung
GOÄ-Nr. 3511Bedingt / alternativUntersuchung eines Körpermaterials mit vorgefertigtem Reagenzträger, z. B. Urinteststreifen
GOÄ-Nr. 3531Bedingt / alternativMikroskopische Untersuchung des Urinsediments
GOÄ-Nr. 1775Bedingt / alternativNur bei tatsächlich durchgeführter physikalischer Prostatabehandlung bzw. Massage und ggf. Gewinnung von Exprimat.
GOÄ-Nr. 410Bedingt / alternativUltraschalluntersuchung eines Organs
GOÄ-Nr. 403Bedingt / alternativNur bei transkavitärer Durchführung zusätzlich zu einer passenden sonographischen Grundleistung abrechenbar; innerhalb dieser Kette nur zusammen mit Nr. 410.

Wichtig: Die Tabelle beschreibt Entscheidungspunkte, keine automatisch abrechenbare Pauschale.

Wann sind die einzelnen Positionen für „Chronische Prostatitis/chronisches Beckenschmerzsyndrom“ berechnungsfähig?

Jede Position ist anhand ihres vollständigen Leistungsinhalts und der konkret hinterlegten Abhängigkeiten zu beurteilen.

GOÄ 1

Bedingte oder alternative Position

Beratung – auch mittels Fernsprecher

GOÄ 5

Kernposition der Kombination

Symptombezogene Untersuchung

GOÄ 3511

Bedingte oder alternative Position

Untersuchung eines Körpermaterials mit vorgefertigtem Reagenzträger, z. B. Urinteststreifen

GOÄ 3531

Bedingte oder alternative Position

Mikroskopische Untersuchung des Urinsediments

GOÄ 1775

Bedingte oder alternative Position

Nur bei tatsächlich durchgeführter physikalischer Prostatabehandlung bzw. Massage und ggf. Gewinnung von Exprimat.

GOÄ 410

Bedingte oder alternative Position

Ultraschalluntersuchung eines Organs

GOÄ 403

Bedingte oder alternative Position

Nur bei transkavitärer Durchführung zusätzlich zu einer passenden sonographischen Grundleistung abrechenbar; innerhalb dieser Kette nur zusammen mit Nr. 410.

Erforderlicher Zusammenhang: 410

Welche Abrechnungspfade und Sonderregeln gelten für „Chronische Prostatitis/chronisches Beckenschmerzsyndrom“?

Besondere Dokumentationsvorgaben

Schmerzlokalisation und Dauer
Miktions- und Sexualsymptome
Infektionsausschluss
Behandlungsinhalt bei Nr. 1775

Wie grenzt sich „Chronische Prostatitis/chronisches Beckenschmerzsyndrom“ von ähnlichen Abrechnungsfällen ab?

Dieser Artikel behandelt gezielt „Chronische Prostatitis/chronisches Beckenschmerzsyndrom“ und nicht einen allgemeinen Sammelblock dieser Fachgruppe. Davon abzugrenzen sind „Akute bakterielle Prostatitis – Diagnostik und Verlauf“ sowie „Akute Pyelonephritis – urologische Akutdiagnostik“. Diese Themen besitzen einen anderen dokumentierten Leistungsumfang und deshalb jeweils eine eigene Abrechnungsseite.

Entscheidend ist nicht nur die Diagnose oder Behandlungsbezeichnung, sondern welcher Leistungsumfang im konkreten Fall vollständig erbracht wurde.

Was sollte für die Abrechnung von „Chronische Prostatitis/chronisches Beckenschmerzsyndrom“ dokumentiert werden?

Behandlungsanlass und konkrete fachliche Fragestellung: chronische Prostatitis, CPPS, Beckenschmerz

Organ, Seite, Indikation, Zugangsweg, Untersuchungs- oder Operationstechnik, Befund und Proben beziehungsweise Implantate

GOÄ-Nr. 5: Symptombezogene Untersuchung

Schmerzlokalisation und Dauer

Miktions- und Sexualsymptome

Infektionsausschluss

Behandlungstag, eigenständige Leistungsschritte und die Zuordnung jeder Position zur tatsächlichen Dokumentation

Wie kann ein konkreter Leistungsablauf für „Chronische Prostatitis/chronisches Beckenschmerzsyndrom“ aussehen?

Dokumentierter Beispielfall

Der Beispielfall dokumentiert „Chronische Prostatitis/chronisches Beckenschmerzsyndrom“. Vollständig erbracht und getrennt dokumentiert werden GOÄ-Nr. 5 (Symptombezogene Untersuchung). Für die bedingte Position GOÄ-Nr. 1 gilt zusätzlich: Beratung – auch mittels Fernsprecher.


Aus diesem Ablauf dürfen nur die Positionen übernommen werden, deren Voraussetzungen in der Dokumentation tatsächlich belegt sind.

Welche Abrechnungsfehler sollten für „Chronische Prostatitis/chronisches Beckenschmerzsyndrom“ vermieden werden?

1.

Prüfpunkt 1

Diagnostische und operative Endoskopie, Zugangsleistungen, Probenentnahme und Nachbehandlung sind nur bei jeweils selbständig erfülltem Leistungsinhalt kombinierbar.


2.

Prüfpunkt 2

GOÄ-Nr. 1 wird angesetzt, obwohl die konkrete Zusatzvoraussetzung nicht belegt ist: Beratung – auch mittels Fernsprecher


3.

Prüfpunkt 3

Bei „Chronische Prostatitis/chronisches Beckenschmerzsyndrom“ werden Kern-, Zusatz- und Alternativpositionen nicht getrennt beurteilt.


4.

Prüfpunkt 4

Die vollständige Ziffernkette wird aus dem Titel übernommen, ohne jede Position und Alternative einzeln zu prüfen.

Welche Urologie-Abrechnungskombinationen sind fachlich verwandt?

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Für „Chronische Prostatitis/chronisches Beckenschmerzsyndrom“ führt die Kette GOÄ-Nr. 5 als Kernposition. GOÄ-Nr. 1, GOÄ-Nr. 3511, GOÄ-Nr. 3531, GOÄ-Nr. 1775 und GOÄ-Nr. 410 sowie weitere Positionen kommen nur bei zusätzlichem oder alternativem Leistungsinhalt in Betracht.

Als Kernpositionen nennt die Kombination GOÄ-Nr. 5. Auch diese Positionen sind nur bei vollständig erbrachtem Leistungsinhalt berechnungsfähig.

Dieser Artikel behandelt gezielt „Chronische Prostatitis/chronisches Beckenschmerzsyndrom“ und nicht einen allgemeinen Sammelblock dieser Fachgruppe. Davon abzugrenzen sind „Akute bakterielle Prostatitis – Diagnostik und Verlauf“ sowie „Akute Pyelonephritis – urologische Akutdiagnostik“. Diese Themen besitzen einen anderen dokumentierten Leistungsumfang und deshalb jeweils eine eigene Abrechnungsseite.

Nein. Die Kette ist ein strukturiertes Abrechnungsbeispiel. Jede Position, Alternative, Wiederholung und Auslage muss anhand der tatsächlichen Leistung, Dokumentation und Ausschlussbestimmungen geprüft werden.

Autor des Artikels

Über den Autor

Dieser Artikel wurde von unserem Gründer und Geschäftsführer Felix Vogel erstellt. Er beschäftigt sich täglich mit GOÄ-Prozessen, Rechnungsstellung und modernen Alternativen zur klassischen Rechnungsabtretung.



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