Harninkontinenz mit gynäkologischer Untersuchung, Restharnsonographie, Katheterismus …

Gynäkologie und Geburtshilfe · Urogynäkologie

AbrechnungsfallHarninkontinenz mit gynäkologischer Untersuchung, Restharnsonographie, Katheterismus und Urodynamik
FachgruppeGynäkologie und Geburtshilfe
ThemenbereichUrogynäkologie
PrüfungManuelle fachliche Prüfung erforderlich
GOÄ-Abrechnung für Harninkontinenz mit gynäkologischer Untersuchung, Restharnsonographie, Katheterismus und Urodynamik

Zweck und Anwendbarkeit

Wofür ist diese Ziffernkette gedacht?

Differenziert Speicher- und Entleerungsstörungen und macht den zugrunde liegenden Funktionsmechanismus für die Therapieplanung messbar. Die Bildgebung umfasst ultraschalluntersuchung des betreffenden Organs und Katheterisierung der Harnblase bei der Frau.

Wann ist sie anwendbar?

Bei belastender Inkontinenz, Drang, Restharn, neurogener Blasenstörung oder vor invasiver Therapie, wenn Anamnese und Basisdiagnostik nicht ausreichen. Erforderliche Kernleistungen: Ultraschalluntersuchung des betreffenden Organs und Katheterisierung der Harnblase bei der Frau; sie müssen tatsächlich erbracht und dokumentiert sein.

GOÄ-Ziffern und Voraussetzungen

PositionRolleEntscheidende Voraussetzung
GOÄ-Nr. 1KernpositionBeratung – auch mittels Fernsprecher
GOÄ-Nr. 7KernpositionVollständige körperliche Untersuchung mindestens eines der folgenden Organsysteme
GOÄ-Nr. 410KernpositionUltraschalluntersuchung eines Organs. Sonographie der Harnblase oder eines anderen Organs; Organ benennen.
GOÄ-Nr. 403Bedingt / alternativZuschlag zu den sonographischen Leistungen bei transkavitärer Untersuchung. Zuschlag bei tatsächlich transkavitär durchgeführter Sonographie; setzt eine passende Sonographie-Grundleistung voraus.
GOÄ-Nr. 1730KernpositionKatheterisierung der Harnblase bei der Frau. Isolierte Blasenkatheterisierung/Restharnbestimmung; nicht neben Nr. 1793 oder 1798.
GOÄ-Nr. 1793Bedingt / alternativManometrische Untersuchung der Harnblase mit fortlaufender Registrierung – einschließlich physikalischer Provokationstests. Manometrische Blasenuntersuchung/Cystometrie mit Registrierung; nicht neben Nr. 1730/1731.
GOÄ-Nr. 3511KernpositionUntersuchung von Körpermaterial (z.B. Urin) mit vorgefertigten Reagenzien und visueller Auswertung, qualitativ/semiquantitativ, je Untersuchung.
GOÄ-Nr. 3531Bedingt / alternativUrinsediment
GOÄ-Nr. 250Bedingt / alternativBlutentnahme mittels Spritze, Kanüle oder Katheter aus der Vene
GOÄ-Nr. 3550Bedingt / alternativBlutbild und Blutbildbestandteile
GOÄ-Nr. 3551Bedingt / alternativElektronischzytometrische/zytochemisch-zytometrische Leukozyten-Differenzierung, zusätzlich zu Nr. 3550. Nur zusätzlich Nr. 3550.
GOÄ-Nr. 75Bedingt / alternativUmfassender Bericht mit Anamnese, Befunden, Beurteilung und ggf. Therapie.
GOÄ-Nr. 420Bedingt / alternativUltraschalluntersuchung von bis zu drei weiteren Organen im Anschluß an eine der Leistungen nach den Nummern 410 bis 418, je Organ. Je weiteres tatsächlich untersuchtes Organ/Region im Anschluss an genau eine Grundleistung nach Nr. 410–418; insgesamt höchstens dreimal je Sitzung; jedes Organ/Region benennen.
GOÄ-Nr. 1792Bedingt / alternativUroflowmetrie einschließlich Registrierung. Uroflowmetrie tatsächlich durchgeführt und dokumentiert.
GOÄ-Nr. 1798Bedingt / alternativUrethradruckprofilmessung mit fortlaufender Registrierung – einschließlich physikalischer Provokationstests. Urethradruckprofil tatsächlich durchgeführt; Ausschlüsse gegenüber Katheterleistungen beachten.

Wichtig: Die Tabelle beschreibt Entscheidungspunkte, keine automatisch abrechenbare Pauschale.

Weitere Angaben zu den Positionen

GOÄ 403

Bedingte oder alternative Position

Abhängig von mindestens einer Position:
410
417
418
415
GOÄ 1730

Kernposition der Kombination

Abrechnungsalternative: urodynamic_path
Nicht kombinierbar mit:
1793
1798
GOÄ 1793

Bedingte oder alternative Position

Abrechnungsalternative: bladder_diagnostic_path
Nicht kombinierbar mit:
1730
1731
GOÄ 3551

Bedingte oder alternative Position

Abhängig von:
3550
GOÄ 420

Bedingte oder alternative Position

Wiederholung:
Max: 3
Abhängig von mindestens einer Position:
410
417
418
GOÄ 1798

Bedingte oder alternative Position

Nicht kombinierbar mit:
1730
1731

Kombinationsregeln und Alternativen

Hinweise zur Kombination

Urodynamik nur bei vollständiger tatsächlicher Messung und ärztlicher Auswertung.
Nr. 1730 ist neben Nr. 1793 nicht berechnungsfähig; passenden Diagnostikpfad wählen.
Nr. 1730 und die urodynamischen Leistungen nach Nr. 1793/1798 dürfen wegen der ausdrücklichen Ausschlüsse nicht gemeinsam vorgeschlagen werden.

Abgrenzung zu ähnlichen Abrechnungsfällen

Davon abzugrenzen sind „Rezidivierender Harnwegsinfekt mit Becken-/Nierensonographie, Katheterurin und Instillation“ sowie „Urogenitales Menopausensyndrom/Vaginalatrophie mit Infektions-, Restharn- und lokaler Therapieabklärung“. Diese Themen besitzen einen anderen dokumentierten Leistungsumfang und deshalb jeweils eine eigene Abrechnungsseite.

Dokumentation für diesen Abrechnungsfall

Anlass, Schwangerschafts- oder Zyklusbezug, untersuchte Organe, Zugangsweg, Befunde und selbständige Behandlungsschritte

GOÄ-Nr. 1: vollständiger Leistungsinhalt der GOÄ-Nr. 1

GOÄ-Nr. 7: vollständiger Leistungsinhalt der GOÄ-Nr. 7

GOÄ-Nr. 410: Sonographie der Harnblase oder eines anderen Organs; Organ benennen.

Inkontinenztyp und Miktionstagebuch

Prolaps-/Beckenbodenbefund

Restharn und Sonographieorgane

Katheterismus

urodynamische Messwerte und ärztliche Interpretation

Urinbefund

Typische Fehler in diesem Abrechnungsfall

1.

GOÄ-Nr. 403 wird angesetzt, obwohl die konkrete Zusatzvoraussetzung nicht belegt ist: Zuschlag bei tatsächlich transkavitär durchgeführter Sonographie; setzt eine passende Sonographie-Grundleistung voraus.

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Über den Autor

Dieser Artikel wurde von unserem Gründer und Geschäftsführer Felix Vogel erstellt. Er beschäftigt sich täglich mit GOÄ-Prozessen, Rechnungsstellung und modernen Alternativen zur klassischen Rechnungsabtretung.