Rezidivierender Harnwegsinfekt

Gynäkologie und Geburtshilfe · Urogynäkologie

AbrechnungsfallRezidivierender Harnwegsinfekt mit Becken-/Nierensonographie, Katheterurin und Instillation
FachgruppeGynäkologie und Geburtshilfe
ThemenbereichUrogynäkologie
PrüfungManuelle fachliche Prüfung erforderlich
GOÄ-Abrechnung für Rezidivierender Harnwegsinfekt mit Becken-/Nierensonographie, Katheterurin und Instillation

Zweck und Anwendbarkeit

Wofür ist diese Ziffernkette gedacht?

Sichert beziehungsweise differenziert eine Infektion der Harnwege und liefert bei Bedarf Erreger- und Resistenzinformation für die gezielte Behandlung. Die Behandlung umfasst spülung der Harnblase bei der Frau beziehungsweise Instillation von Medikamenten und Ultraschalluntersuchung des betreffenden Organs.

Wann ist sie anwendbar?

Bei typischen Beschwerden, Fieber/Flankenschmerz, komplizierender Konstellation, Rezidiv oder unklarem beziehungsweise therapieresistentem Verlauf. Bei Varianten gilt: Nur tatsächlich erbrachte und dokumentierte Kernleistungen ansetzen: Rezidivierender Harnwegsinfekt mit Becken-/Nierensonographie, Katheterurin und Instillation. Grenze: insgesamt höchstens dreimal je Sitzung.

GOÄ-Ziffern und Voraussetzungen

PositionRolleEntscheidende Voraussetzung
GOÄ-Nr. 1KernpositionBeratung – auch mittels Fernsprecher
GOÄ-Nr. 7KernpositionVollständige körperliche Untersuchung mindestens eines der folgenden Organsysteme
GOÄ-Nr. 410KernpositionUltraschalluntersuchung eines Organs. Sonographie der Harnblase oder Niere.
GOÄ-Nr. 403Bedingt / alternativZuschlag zu den sonographischen Leistungen bei transkavitärer Untersuchung. Zuschlag bei tatsächlich transkavitär durchgeführter Sonographie; setzt eine passende Sonographie-Grundleistung voraus.
GOÄ-Nr. 1730Bedingt / alternativKatheterisierung der Harnblase bei der Frau. Isolierte Blasenkatheterisierung, z. B. zur Probengewinnung/Restharnbestimmung.
GOÄ-Nr. 1731Bedingt / alternativSpülung der Harnblase bei der Frau und/oder Instillation von Medikamenten – einschließlich Katheterisierung und gegebenenfalls auch Ausspülung von Blutkoagula. Blasenspülung oder -instillation einschließlich Katheterisierung; Nr. 1730 hierfür nicht zusätzlich.
GOÄ-Nr. 3511KernpositionUntersuchung von Körpermaterial (z.B. Urin) mit vorgefertigten Reagenzien und visueller Auswertung, qualitativ/semiquantitativ, je Untersuchung.
GOÄ-Nr. 3531KernpositionUrinsediment
GOÄ-Nr. 250Bedingt / alternativBlutentnahme mittels Spritze, Kanüle oder Katheter aus der Vene
GOÄ-Nr. 3550Bedingt / alternativBlutbild und Blutbildbestandteile
GOÄ-Nr. 3551Bedingt / alternativElektronischzytometrische/zytochemisch-zytometrische Leukozyten-Differenzierung, zusätzlich zu Nr. 3550. Nur zusätzlich Nr. 3550.
GOÄ-Nr. 298Bedingt / alternativEntnahme und gegebenenfalls Aufbereitung von Abstrichmaterial zur mikrobiologischen Untersuchung – gegebenenfalls einschließlich Fixierung. Mikrobiologischer Genitalabstrich nur bei zusätzlicher gynäkologischer Infektionsindikation.
GOÄ-Nr. 75Bedingt / alternativUmfassender Bericht mit Anamnese, Befunden, Beurteilung und ggf. Therapie.
GOÄ-Nr. 420KernpositionUltraschalluntersuchung von bis zu drei weiteren Organen im Anschluß an eine der Leistungen nach den Nummern 410 bis 418, je Organ. Je weiteres tatsächlich untersuchtes Organ/Region im Anschluss an genau eine Grundleistung nach Nr. 410–418; insgesamt höchstens dreimal je Sitzung; jedes Organ/Region benennen.

Wichtig: Die Tabelle beschreibt Entscheidungspunkte, keine automatisch abrechenbare Pauschale.

Weitere Angaben zu den Positionen

GOÄ 403

Bedingte oder alternative Position

Abhängig von mindestens einer Position:
410
417
418
415
GOÄ 1730

Bedingte oder alternative Position

Abrechnungsalternative: bladder_catheter_procedure
Nicht kombinierbar mit:
1731
GOÄ 1731

Bedingte oder alternative Position

Abrechnungsalternative: bladder_catheter_procedure
Nicht kombinierbar mit:
1730
GOÄ 3551

Bedingte oder alternative Position

Abhängig von:
3550
GOÄ 420

Kernposition der Kombination

Wiederholung:
Max: 3
Abhängig von mindestens einer Position:
410
417
418

Kombinationsregeln und Alternativen

Hinweise zur Kombination

Urinkultur/Speziallabor nur durch tatsächlichen Laborleistungserbringer.
Nr. 1731 enthält die Katheterisierung; Nr. 1730 daher nicht zusätzlich.

Abgrenzung zu ähnlichen Abrechnungsfällen

Davon abzugrenzen sind „Urogenitales Menopausensyndrom/Vaginalatrophie mit Infektions-, Restharn- und lokaler Therapieabklärung“ sowie „Harninkontinenz mit gynäkologischer Untersuchung, Restharnsonographie, Katheterismus und Urodynamik“. Diese Themen besitzen einen anderen dokumentierten Leistungsumfang und deshalb jeweils eine eigene Abrechnungsseite.

Dokumentation für diesen Abrechnungsfall

Anlass, Schwangerschafts- oder Zyklusbezug, untersuchte Organe, Zugangsweg, Befunde und selbständige Behandlungsschritte

GOÄ-Nr. 1: vollständiger Leistungsinhalt der GOÄ-Nr. 1

GOÄ-Nr. 7: vollständiger Leistungsinhalt der GOÄ-Nr. 7

GOÄ-Nr. 410: Sonographie der Harnblase oder Niere.

Rezidivzahl, Erreger- und Resistenzanamnese

Urinstatus/Sediment

Sonographieorgane und Restharn

Katheter-/Instillationsmaterial und Medikament

weitere Infektionsdiagnostik

Typische Fehler in diesem Abrechnungsfall

1.

GOÄ-Nr. 403 wird angesetzt, obwohl die konkrete Zusatzvoraussetzung nicht belegt ist: Zuschlag bei tatsächlich transkavitär durchgeführter Sonographie; setzt eine passende Sonographie-Grundleistung voraus.

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Über den Autor

Dieser Artikel wurde von unserem Gründer und Geschäftsführer Felix Vogel erstellt. Er beschäftigt sich täglich mit GOÄ-Prozessen, Rechnungsstellung und modernen Alternativen zur klassischen Rechnungsabtretung.