Urogenitales Menopausensyndrom/Vaginalatrophie

Gynäkologie und Geburtshilfe · Urogynäkologie

AbrechnungsfallUrogenitales Menopausensyndrom/Vaginalatrophie mit Infektions-, Restharn- und lokaler Therapieabklärung
FachgruppeGynäkologie und Geburtshilfe
ThemenbereichUrogynäkologie
PrüfungManuelle fachliche Prüfung erforderlich
GOÄ-Abrechnung für Urogenitales Menopausensyndrom/Vaginalatrophie mit Infektions-, Restharn- und lokaler Therapieabklärung

Zweck und Anwendbarkeit

Wofür ist diese Ziffernkette gedacht?

Ordnet Trockenheit, Brennen, Dyspareunie und rezidivierende Harnwegsbeschwerden einem Östrogenmangel oder konkurrierenden Ursachen zu und steuert die lokale Behandlung. Die Abklärung umfasst urogenitales Menopausensyndrom/Vaginalatrophie mit Infektions-, Restharn- und lokaler Therapieabklärung.

Wann ist sie anwendbar?

Bei postmenopausalen urogenitalen Beschwerden nach Untersuchung auf Infektion, Dermatosen und relevante Restharnbildung; Blutung oder suspekter Befund erfordert gesonderte Abklärung. Erforderliche Kernleistungen: Urogenitales Menopausensyndrom/Vaginalatrophie mit Infektions-, Restharn- und lokaler Therapieabklärung; sie müssen tatsächlich erbracht und dokumentiert sein.

GOÄ-Ziffern und Voraussetzungen

PositionRolleEntscheidende Voraussetzung
GOÄ-Nr. 1KernpositionBeratung – auch mittels Fernsprecher
GOÄ-Nr. 7KernpositionVollständige körperliche Untersuchung mindestens eines der folgenden Organsysteme
GOÄ-Nr. 410KernpositionUltraschalluntersuchung eines Organs. Sonographie der Harnblase oder eines Beckenorgans.
GOÄ-Nr. 403Bedingt / alternativZuschlag zu den sonographischen Leistungen bei transkavitärer Untersuchung. Zuschlag bei tatsächlich transkavitär durchgeführter Sonographie; setzt eine passende Sonographie-Grundleistung voraus.
GOÄ-Nr. 1730Bedingt / alternativKatheterisierung der Harnblase bei der Frau. Nur bei eigenständiger urologischer Indikation, z. B. dokumentierter Restharnbestimmung.
GOÄ-Nr. 3511KernpositionUntersuchung von Körpermaterial (z.B. Urin) mit vorgefertigten Reagenzien und visueller Auswertung, qualitativ/semiquantitativ, je Untersuchung.
GOÄ-Nr. 3531Bedingt / alternativUrinsediment
GOÄ-Nr. 298Bedingt / alternativEntnahme und gegebenenfalls Aufbereitung von Abstrichmaterial zur mikrobiologischen Untersuchung – gegebenenfalls einschließlich Fixierung. Mikrobiologische Abstriche bei Infektionsverdacht.
GOÄ-Nr. 1075Bedingt / alternativVaginale Behandlung – auch einschließlich Einbringung von Arzneimitteln in die Gebärmutter, Ätzung des Gebärmutterhalses und/ oder Behandlung von Portioerosionen. Vaginale lokale Behandlung/Arzneimitteleinbringung tatsächlich erbracht.
GOÄ-Nr. 250Bedingt / alternativBlutentnahme mittels Spritze, Kanüle oder Katheter aus der Vene
GOÄ-Nr. 4021Bedingt / alternativHormonbestimmung mittels Ligandenassay – gegebenenfalls einschließlich Doppelbestimmung und aktueller Bezugskurve. FSH bei eigenständiger hormoneller Fragestellung.
GOÄ-Nr. 4039Bedingt / alternativHormonbestimmung mittels Ligandenassay – einschließlich Doppelbestimmung und aktueller Bezugskurve. Estradiol bei eigenständiger hormoneller Fragestellung.
GOÄ-Nr. 418Bedingt / alternativUltraschalluntersuchung einer Brustdrüse – gegebenenfalls einschließlich der regionalen Lymphknoten. Mammasonographie vor/unter systemischer Hormontherapie nur bei eigener Indikation.
GOÄ-Nr. 75Bedingt / alternativUmfassender Bericht mit Anamnese, Befunden, Beurteilung und ggf. Therapie.
GOÄ-Nr. 420KernpositionUltraschalluntersuchung von bis zu drei weiteren Organen im Anschluß an eine der Leistungen nach den Nummern 410 bis 418, je Organ. Je weiteres tatsächlich untersuchtes Organ/Region im Anschluss an genau eine Grundleistung nach Nr. 410–418; insgesamt höchstens dreimal je Sitzung; jedes Organ/Region benennen.

Wichtig: Die Tabelle beschreibt Entscheidungspunkte, keine automatisch abrechenbare Pauschale.

Weitere Angaben zu den Positionen

GOÄ 410

Kernposition der Kombination

Abrechnungsalternative: ultrasound_base
GOÄ 403

Bedingte oder alternative Position

Abhängig von mindestens einer Position:
410
417
418
415
GOÄ 298

Bedingte oder alternative Position

Wiederholung:
Min: 1
GOÄ 418

Bedingte oder alternative Position

Abrechnungsalternative: ultrasound_base
GOÄ 420

Kernposition der Kombination

Wiederholung:
Max: 3
Abhängig von mindestens einer Position:
410
417
418

Kombinationsregeln und Alternativen

Hinweise zur Kombination

Nr. 1075 nur bei tatsächlich in der Praxis erbrachter vaginaler Behandlung, nicht für bloße Rezeptverordnung.

Abgrenzung zu ähnlichen Abrechnungsfällen

Davon abzugrenzen sind „Rezidivierender Harnwegsinfekt mit Becken-/Nierensonographie, Katheterurin und Instillation“ sowie „Harninkontinenz mit gynäkologischer Untersuchung, Restharnsonographie, Katheterismus und Urodynamik“. Diese Themen besitzen einen anderen dokumentierten Leistungsumfang und deshalb jeweils eine eigene Abrechnungsseite.

Dokumentation für diesen Abrechnungsfall

Anlass, Schwangerschafts- oder Zyklusbezug, untersuchte Organe, Zugangsweg, Befunde und selbständige Behandlungsschritte

GOÄ-Nr. 1: vollständiger Leistungsinhalt der GOÄ-Nr. 1

GOÄ-Nr. 7: vollständiger Leistungsinhalt der GOÄ-Nr. 7

GOÄ-Nr. 410: Sonographie der Harnblase oder eines Beckenorgans.

Menopausenstatus, Beschwerden und Hormontherapie

Vaginal-/Vulvabefund

Restharn und Sonographieorgane

Urin/Abstriche

lokale Therapie

hormonelle und Mammaindikation

Typische Fehler in diesem Abrechnungsfall

1.

GOÄ-Nr. 403 wird angesetzt, obwohl die konkrete Zusatzvoraussetzung nicht belegt ist: Zuschlag bei tatsächlich transkavitär durchgeführter Sonographie; setzt eine passende Sonographie-Grundleistung voraus.

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Autor des Artikels

Über den Autor

Dieser Artikel wurde von unserem Gründer und Geschäftsführer Felix Vogel erstellt. Er beschäftigt sich täglich mit GOÄ-Prozessen, Rechnungsstellung und modernen Alternativen zur klassischen Rechnungsabtretung.