Postpartale Beckenbodenbeschwerden mit Prolaps-, Restharn- und Wundabklärung

Gynäkologie und Geburtshilfe · Urogynäkologie

FachgruppeGynäkologie und Geburtshilfe
ThemenbereichUrogynäkologie
PrüfungManuelle fachliche Prüfung erforderlich
GOÄ-Abrechnung für Postpartale Beckenbodenbeschwerden mit Prolaps-, Restharn- und Wundabklärung

Zweck und Anwendbarkeit

Wofür ist diese Ziffernkette gedacht?

Erfasst nach der Geburt Prolaps, Kontinenzstörung, Restharn und Wundheilung als Grundlage für Beckenbodentherapie, Pessarversorgung oder gezielte operative Abklärung. Die Abklärung umfasst postpartale Beckenbodenbeschwerden mit Prolaps-, Restharn- und Wundabklärung.

Wann ist sie anwendbar?

Bei Druckgefühl, Inkontinenz, Entleerungsstörung, Schmerz oder auffälliger Geburtsverletzung; Untersuchung und Therapie werden an Heilungsphase, Stillzeit und funktionelle Einschränkung angepasst. Erforderliche Kernleistungen: Postpartale Beckenbodenbeschwerden mit Prolaps-, Restharn- und Wundabklärung; sie müssen tatsächlich erbracht und dokumentiert sein.

GOÄ-Ziffern und Voraussetzungen

PositionRolleEntscheidende Voraussetzung
GOÄ-Nr. 1KernpositionBeratung – auch mittels Fernsprecher
GOÄ-Nr. 7KernpositionVollständige körperliche Untersuchung mindestens eines der folgenden Organsysteme
GOÄ-Nr. 410KernpositionUltraschalluntersuchung eines Organs
GOÄ-Nr. 403Bedingt / alternativZuschlag zu den sonographischen Leistungen bei transkavitärer Untersuchung. Zuschlag bei tatsächlich transkavitär durchgeführter Sonographie; setzt eine passende Sonographie-Grundleistung voraus.
GOÄ-Nr. 1730Bedingt / alternativKatheterisierung der Harnblase bei der Frau. Nur bei eigenständiger Restharn-/Katheterindikation.
GOÄ-Nr. 3511Bedingt / alternativUntersuchung von Körpermaterial (z.B. Urin) mit vorgefertigten Reagenzien und visueller Auswertung, qualitativ/semiquantitativ, je Untersuchung.
GOÄ-Nr. 3531Bedingt / alternativUrinsediment
GOÄ-Nr. 2006Bedingt / alternativBehandlung einer Wunde, die nicht primär heilt oder Entzündungserscheinungen oder Eiterungen aufweist – auch Abtragung von Nekrosen an einer Wunde. Nur bei tatsächlich sekundär heilender oder infizierter Wunde in einer späteren Inanspruchnahme; keine routinemäßige OP-Nachkontrolle.
GOÄ-Nr. 2007Bedingt / alternativEntfernung von Fäden oder Klammern. Nur bei späterer tatsächlicher Faden-/Klammerentfernung.
GOÄ-Nr. 298Bedingt / alternativEntnahme und gegebenenfalls Aufbereitung von Abstrichmaterial zur mikrobiologischen Untersuchung – gegebenenfalls einschließlich Fixierung. Mikrobiologischer Abstrich bei Infektionsverdacht.
GOÄ-Nr. 75Bedingt / alternativUmfassender Bericht mit Anamnese, Befunden, Beurteilung und ggf. Therapie.
GOÄ-Nr. 420KernpositionUltraschalluntersuchung von bis zu drei weiteren Organen im Anschluß an eine der Leistungen nach den Nummern 410 bis 418, je Organ. Je weiteres tatsächlich untersuchtes Organ/Region im Anschluss an genau eine Grundleistung nach Nr. 410–418; insgesamt höchstens dreimal je Sitzung; jedes Organ/Region benennen.

Wichtig: Die Tabelle beschreibt Entscheidungspunkte, keine automatisch abrechenbare Pauschale.

Weitere Angaben zu den Positionen

GOÄ 403

Bedingte oder alternative Position

Abhängig von mindestens einer Position:
410
417
418
415
GOÄ 2006

Bedingte oder alternative Position

Behandlungsphase: follow_up
GOÄ 2007

Bedingte oder alternative Position

Behandlungsphase: follow_up
GOÄ 420

Kernposition der Kombination

Wiederholung:
Max: 3
Abhängig von mindestens einer Position:
410
417
418

Kombinationsregeln und Alternativen

Hinweise zur Kombination

Eine Pessarversorgung wird über die eigenständige Prolaps-/Pessarkette abgebildet und nicht automatisch der postpartalen Beschwerdekette zugeschlagen.

Abgrenzung zu ähnlichen Abrechnungsfällen

Davon abzugrenzen sind „Urogenitales Menopausensyndrom/Vaginalatrophie mit Infektions-, Restharn- und lokaler Therapieabklärung“ sowie „Harninkontinenz mit gynäkologischer Untersuchung, Restharnsonographie, Katheterismus und Urodynamik“. Diese Themen besitzen einen anderen dokumentierten Leistungsumfang und deshalb jeweils eine eigene Abrechnungsseite.

Dokumentation für diesen Abrechnungsfall

Anlass, Schwangerschafts- oder Zyklusbezug, untersuchte Organe, Zugangsweg, Befunde und selbständige Behandlungsschritte

GOÄ-Nr. 1: vollständiger Leistungsinhalt der GOÄ-Nr. 1

GOÄ-Nr. 7: vollständiger Leistungsinhalt der GOÄ-Nr. 7

GOÄ-Nr. 410: vollständiger Leistungsinhalt der GOÄ-Nr. 410

Geburtsverlauf und Verletzungen

Beckenboden-/Prolapsbefund

Restharn und Sonographie

Wundstatus

Pessarversorgung

Infektionsdiagnostik und Therapieplan

Typische Fehler in diesem Abrechnungsfall

1.

GOÄ-Nr. 403 wird angesetzt, obwohl die konkrete Zusatzvoraussetzung nicht belegt ist: Zuschlag bei tatsächlich transkavitär durchgeführter Sonographie; setzt eine passende Sonographie-Grundleistung voraus.

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Über den Autor

Dieser Artikel wurde von unserem Gründer und Geschäftsführer Felix Vogel erstellt. Er beschäftigt sich täglich mit GOÄ-Prozessen, Rechnungsstellung und modernen Alternativen zur klassischen Rechnungsabtretung.