Hirsutismus: dermatologische Abklärung und medizinisch indizierte Epilation

Dermatologie · Akne, Rosazea, Haare und Nägel

FachgruppeDermatologie
ThemenbereichAkne, Rosazea, Haare und Nägel
KernpositionenGOÄ-Nr. 1
PrüfungManuelle fachliche Prüfung erforderlich
GOÄ-Abrechnung für Hirsutismus: dermatologische Abklärung und medizinisch indizierte Epilation

Zweck und Anwendbarkeit

Wofür ist diese Ziffernkette gedacht?

Reduziert medizinisch belastenden Haarwuchs und klärt bei neuem oder ausgeprägtem Hirsutismus eine mögliche hormonelle Ursache statt ausschließlich kosmetisch zu behandeln. Die Abklärung umfasst hirsutismus: dermatologische Abklärung und medizinisch indizierte Epilation.

Wann ist sie anwendbar?

Bei klinisch relevantem terminalem Haarwuchs nach Anamnese zu Zyklus, Medikamenten und Virilisierungszeichen; dauerhafte Epilation setzt geeignete Haar- und Hautmerkmale voraus. Bei Varianten gilt: Nur tatsächlich erbrachte und dokumentierte Kernleistungen ansetzen: Hirsutismus: dermatologische Abklärung und medizinisch indizierte Epilation.

GOÄ-Ziffern und Voraussetzungen

PositionRolleEntscheidende Voraussetzung
GOÄ-Nr. 1KernpositionBeratung – auch mittels Fernsprecher
GOÄ-Nr. 5Bedingt / alternativSymptombezogene Untersuchung. Bei ausschließlich symptombezogener Untersuchung der betroffenen Hautregion.
GOÄ-Nr. 7Bedingt / alternativVollständige körperliche Untersuchung mindestens eines der folgenden Organsysteme. Nur bei vollständiger Untersuchung des gesamten Hautorgans einschließlich Hautanhangsgebilden und sichtbaren Schleimhäuten.
GOÄ-Nr. 250Bedingt / alternativBlutentnahme mittels Spritze, Kanüle oder Katheter aus der Vene. Venöse Blutentnahme für medizinisch indizierte endokrinologische Labordiagnostik.
GOÄ-Nr. 742Bedingt / alternativEpilation von Haaren im Gesicht durch Elektrokoagulation bei generalisiertem krankhaften Haarwuchs infolge Endokrinopathie (z.B. Hirsutismus), je Sitzung. Nur bei Epilation von Haaren im Gesicht durch Elektrokoagulation bei generalisiertem krankhaftem Haarwuchs infolge Endokrinopathie, je Sitzung.
GOÄ-Nr. A2440Bedingt / alternativLasertherapie von Teleangiektasen, Warzen und anderen Hautveränderungen mit einer Ausdehnung von bis zu 7 cm², analog Nr. 2440 GOÄ. Medizinisch indizierte Laser-Epilation bis 7 cm².
GOÄ-Nr. A2885Bedingt / alternativLasertherapie von Teleangiektasen, Warzen und anderen Hautveränderungen mit einer Ausdehnung von 7 bis 21 cm², analog Nr. 2885 GOÄ. Laser-Epilation 7 bis 21 cm².
GOÄ-Nr. A2886Bedingt / alternativLasertherapie von Teleangiektasen, Warzen und anderen Hautveränderungen mit einer Ausdehnung von mehr als 21 cm², analog Nr. 2886 GOÄ. Laser-Epilation über 21 cm².
GOÄ-Nr. 530Bedingt / alternativKalt- oder Heißpackung(en) oder heiße Rolle, je Sitzung. Kaltpackung.
GOÄ-Nr. 4030Bedingt / alternativHormonbestimmung mittels Ligandenassay – gegebenenfalls einschließlich Doppelbestimmung und aktueller Bezugskurve. TSH bei medizinisch indizierter endokrinologischer Abklärung tatsächlich bestimmt.
GOÄ-Nr. 4038Bedingt / alternativHormonbestimmung mittels Ligandenassay – einschließlich Doppelbestimmung und aktueller Bezugskurve. DHEA-S bei medizinisch indizierter endokrinologischer Abklärung tatsächlich bestimmt.
GOÄ-Nr. 4042Bedingt / alternativHormonbestimmung mittels Ligandenassay – einschließlich Doppelbestimmung und aktueller Bezugskurve. Testosteron bei medizinisch indizierter endokrinologischer Abklärung tatsächlich bestimmt.

Wichtig: Die Tabelle beschreibt Entscheidungspunkte, keine automatisch abrechenbare Pauschale.

Weitere Angaben zu den Positionen

GOÄ 5

Bedingte oder alternative Position

Abrechnungsalternative: clinical_exam
GOÄ 7

Bedingte oder alternative Position

Abrechnungsalternative: clinical_exam
GOÄ 742

Bedingte oder alternative Position

Abrechnungsalternative: epilation
Manuelle Prüfung: Ja
GOÄ A2440

Bedingte oder alternative Position

Analog bewertet zu: 2440
Abrechnungsalternative: epilation
GOÄ A2885

Bedingte oder alternative Position

Analog bewertet zu: 2885
Abrechnungsalternative: epilation
GOÄ A2886

Bedingte oder alternative Position

Analog bewertet zu: 2886
Abrechnungsalternative: epilation

Kombinationsregeln und Alternativen

Hinweise zur Kombination

Nr. 742 hat eine enge originäre Leistungslegende; außerhalb dieser ist nur eine sachgerechte Analogbewertung nach Einzelfallprüfung möglich.
Bei den dermatologischen Laseranalogien ist der Laser bereits Leistungsinhalt; Nr. 441 nicht zusätzlich ansetzen. Die jeweilige Analogposition höchstens dreimal im Behandlungsfall.
Nr. 441 nicht zusätzlich: Die Laseranwendung ist bereits Bestandteil der dermatologischen Laser-Analogbewertung.
Nr. 444 nicht automatisch ansetzen: Epilation beziehungsweise Teleangiektasienbehandlung ist regelmäßig nicht einer ambulanten Operation nach Art und Begleitumständen gleichwertig.

Abgrenzung zu ähnlichen Abrechnungsfällen

Davon abzugrenzen sind „Aknenarben mit medizinisch indizierter Dermabrasion oder Lasertherapie“ sowie „Rosazea mit Teleangiektasien: Hautbeurteilung und gefäßselektive Lasertherapie“. Diese Themen besitzen einen anderen dokumentierten Leistungsumfang und deshalb jeweils eine eigene Abrechnungsseite.

Dokumentation für diesen Abrechnungsfall

Lokalisation, Anzahl oder Fläche, klinischer Befund, Methode und gegebenenfalls Proben- oder Testumfang

GOÄ-Nr. 1: vollständiger Leistungsinhalt der GOÄ-Nr. 1

Ausmaß und Lokalisation

Hinweise auf Endokrinopathie

Labordiagnostikauftrag

Epilationstechnik und Fläche/Impulszahl

Kühlung

bei endokrinologischer Abklärung konkrete Laborparameter und Befunde

Typische Fehler in diesem Abrechnungsfall

1.

GOÄ-Nr. 5 wird angesetzt, obwohl die konkrete Zusatzvoraussetzung nicht belegt ist: Bei ausschließlich symptombezogener Untersuchung der betroffenen Hautregion.

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Über den Autor

Dieser Artikel wurde von unserem Gründer und Geschäftsführer Felix Vogel erstellt. Er beschäftigt sich täglich mit GOÄ-Prozessen, Rechnungsstellung und modernen Alternativen zur klassischen Rechnungsabtretung.