Karpaltunnelsyndrom – orthopädische, neurologische und elektrophysiologische Abklärung
Orthopädie · Wirbelsäule und Neuroorthopädie

Zweck und Anwendbarkeit
Wofür ist diese Ziffernkette gedacht?
Prüft, ob nächtliche Parästhesien, sensible Ausfälle oder Thenarschwäche durch eine Medianuskompression im Karpaltunnel verursacht werden, und objektiviert deren Schwere elektrophysiologisch. Die Abklärung umfasst orthopädische, neurologische und elektrophysiologische Abklärung.
Wann ist sie anwendbar?
Bei typischer Symptomatik, anhaltenden Beschwerden, motorischem Defizit oder vor invasiver Behandlung; klinischer Hand- und Nervenstatus sowie Nervenleitmessung müssen Diagnose, Lokalisation und Schweregrad nachvollziehbar belegen. Erforderliche Kernleistungen: Orthopädische, neurologische und elektrophysiologische Abklärung; sie müssen tatsächlich erbracht und dokumentiert sein.
GOÄ-Ziffern und Voraussetzungen
| Position | Rolle | Entscheidende Voraussetzung |
|---|---|---|
| GOÄ-Nr. 1 | Kernposition | Beratung – auch mittels Fernsprecher |
| GOÄ-Nr. 5 | Bedingt / alternativ | Symptombezogene Untersuchung. Nur bei symptombezogener Untersuchung. |
| GOÄ-Nr. 7 | Bedingt / alternativ | Vollständige körperliche Untersuchung mindestens eines der folgenden Organsysteme. Nur bei vollständiger Untersuchung der Stütz- und Bewegungsorgane. |
| GOÄ-Nr. 800 | Kernposition | Eingehende neurologische Untersuchung – gegebenenfalls einschließlich der Untersuchung des Augenhintergrundes |
| GOÄ-Nr. 839 | Kernposition | Elektromyographische Untersuchung zur Feststellung peripherer Funktionsstörungen der Nerven und Muskeln mit Untersuchung der Nervenleitungsgeschwindigkeit. EMG mit Nervenleitgeschwindigkeitsmessung tatsächlich durchgeführt. |
| GOÄ-Nr. 410 | Bedingt / alternativ | Ultraschalluntersuchung eines Organs. Sonographie der Handgelenk-/Nervenregion tatsächlich durchgeführt. |
| GOÄ-Nr. 5020 | Bedingt / alternativ | Handgelenk, Mittelhand, alle Finger einer Hand, Sprunggelenk, Fußwurzel und/oder Mittelfuß, Kniescheibe. Handgelenk-Röntgen in zwei Ebenen tatsächlich durchgeführt. |
| GOÄ-Nr. 5021 | Bedingt / alternativ | Handgelenk, Mittelhand, alle Finger einer Hand, Sprunggelenk, Fußwurzel und/oder Mittelfuß, Kniescheibe. Ergänzende Ebene(n) tatsächlich durchgeführt. |
Wichtig: Die Tabelle beschreibt Entscheidungspunkte, keine automatisch abrechenbare Pauschale.
Weitere Angaben zu den Positionen
Kombinationsregeln und Alternativen
Auswahlregeln
Abgrenzung zu ähnlichen Abrechnungsfällen
Davon abzugrenzen sind „HWS-Beschwerden mit radikulärer Symptomatik – umfassende Abklärung“ sowie „LWS-Radikulopathie – neurologische Abklärung und peridurale Injektion“. Diese Themen besitzen einen anderen dokumentierten Leistungsumfang und deshalb jeweils eine eigene Abrechnungsseite.
Dokumentation für diesen Abrechnungsfall
Körperregion, Seite, Funktionsbefund, bildgebendes oder therapeutisches Verfahren und selbständige Behandlungsschritte
GOÄ-Nr. 1: vollständiger Leistungsinhalt der GOÄ-Nr. 1
GOÄ-Nr. 800: vollständiger Leistungsinhalt der GOÄ-Nr. 800
GOÄ-Nr. 839: EMG mit Nervenleitgeschwindigkeitsmessung tatsächlich durchgeführt.
Seite und Provokationstests
Motorik, Sensibilität und Reflexe
untersuchte Nerven und Messwerte
Sonographie-/Röntgenbefund
Typische Fehler in diesem Abrechnungsfall
1.
GOÄ-Nr. 5 wird angesetzt, obwohl die konkrete Zusatzvoraussetzung nicht belegt ist: Nur bei symptombezogener Untersuchung.
2.
Die für „Karpaltunnelsyndrom – orthopädische, neurologische und elektrophysiologische Abklärung“ hinterlegte Auswahl-, Alternativ- oder Begrenzungsregel wird nicht beachtet.
Ähnliche Abrechnungsfälle
Maßgeblich bleiben die aktuelle GOÄ, der konkrete Behandlungsfall und die vollständige Leistungsdokumentation.
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Über den Autor
Dieser Artikel wurde von unserem Gründer und Geschäftsführer Felix Vogel erstellt. Er beschäftigt sich täglich mit GOÄ-Prozessen, Rechnungsstellung und modernen Alternativen zur klassischen Rechnungsabtretung.
