Postmenopausale Blutung mit Kolposkopie, transvaginaler Sonographie und invasiver …
Gynäkologie und Geburtshilfe · Zyklus, Endokrinologie und Fertilität

Zweck und Anwendbarkeit
Wofür ist diese Ziffernkette gedacht?
Bestimmt Quelle und Ursache einer uterinen beziehungsweise vaginalen Blutung und erfasst Anämie oder Kreislaufgefährdung, damit medikamentöse, hysteroskopische oder operative Schritte gezielt gewählt werden. Die Bildgebung umfasst kolposkopie und Ausschabung Gebärmutterhöhle u. Gebärmutterhals. Evtl. Probeentnahme aus Gebärmutterhals/Muttermund/Vagina.
Wann ist sie anwendbar?
Bei akuter, ungewöhnlich starker, anhaltender oder postmenopausaler Blutung; Dringlichkeit und Diagnostik richten sich nach Kreislauf, Schwangerschaftsmöglichkeit, Alter und Endometriumrisiko. Bei Varianten gilt: Nur tatsächlich erbrachte und dokumentierte Kernleistungen ansetzen: Postmenopausale Blutung mit Kolposkopie, transvaginaler Sonographie und invasiver Endometriumdiagnostik.
GOÄ-Ziffern und Voraussetzungen
| Position | Rolle | Entscheidende Voraussetzung |
|---|---|---|
| GOÄ-Nr. 1 | Kernposition | Beratung – auch mittels Fernsprecher |
| GOÄ-Nr. 7 | Kernposition | Vollständige körperliche Untersuchung mindestens eines der folgenden Organsysteme |
| GOÄ-Nr. 1070 | Kernposition | Kolposkopie |
| GOÄ-Nr. 410 | Kernposition | Ultraschalluntersuchung eines Organs. Uterussonographie. |
| GOÄ-Nr. 403 | Kernposition | Zuschlag zu den sonographischen Leistungen bei transkavitärer Untersuchung. Zuschlag bei tatsächlich transkavitär durchgeführter Sonographie; setzt eine passende Sonographie-Grundleistung voraus. |
| GOÄ-Nr. 250 | Kernposition | Blutentnahme mittels Spritze, Kanüle oder Katheter aus der Vene |
| GOÄ-Nr. 3550 | Kernposition | Blutbild und Blutbildbestandteile |
| GOÄ-Nr. 3551 | Bedingt / alternativ | Elektronischzytometrische/zytochemisch-zytometrische Leukozyten-Differenzierung, zusätzlich zu Nr. 3550. Nur zusätzlich zu Nr. 3550. |
| GOÄ-Nr. 1105 | Bedingt / alternativ | Gewinnung von Zellmaterial aus der Gebärmutterhöhle und Aufbereitung zur zytologischen Untersuchung – einschließlich Kosten. Gewinnung von Zellmaterial aus der Gebärmutterhöhle; originäre GOÄ-Leistung, keine Analogbewertung. |
| GOÄ-Nr. 1110 | Bedingt / alternativ | Hysteroskopie. Rein diagnostische Hysteroskopie. |
| GOÄ-Nr. 1111 | Bedingt / alternativ | Hysteroskopie mit zusätzlichem(n) operativem(n) Eingriff(en). Hysteroskopie mit zusätzlicher operativer Intervention. |
| GOÄ-Nr. 1104 | Bedingt / alternativ | Ausschabung Gebärmutterhöhle u. Gebärmutterhals. Evtl. Probeentnahme aus Gebärmutterhals/Muttermund/Vagina, ggf. Polypenentfernung. Kürettage/Aspiration der Gebärmutterhöhle mit vollständigem Leistungsinhalt. |
| GOÄ-Nr. 75 | Kernposition | Umfassender Bericht mit Anamnese, Befunden, Beurteilung und ggf. Therapie. Eigenständiger ausführlicher Bericht bei onkologischer Abklärung. |
| GOÄ-Nr. 60 | Bedingt / alternativ | Konsiliarische Erörterung zwischen zwei oder mehr liquidationsberechtigten Ärzten, für jeden Arzt. Konsil mit Pathologie/Onkologie/operativem Zentrum. |
| GOÄ-Nr. 420 | Kernposition | Ultraschalluntersuchung von bis zu drei weiteren Organen im Anschluß an eine der Leistungen nach den Nummern 410 bis 418, je Organ. Je weiteres tatsächlich untersuchtes Organ/Region im Anschluss an genau eine Grundleistung nach Nr. 410–418; insgesamt höchstens dreimal je Sitzung; jedes Organ/Region benennen. |
Wichtig: Die Tabelle beschreibt Entscheidungspunkte, keine automatisch abrechenbare Pauschale.
Weitere Angaben zu den Positionen
Kernposition der Kombination
Bedingte oder alternative Position
Bedingte oder alternative Position
Bedingte oder alternative Position
Bedingte oder alternative Position
Bedingte oder alternative Position
Kernposition der Kombination
Kombinationsregeln und Alternativen
Hinweise zur Kombination
Abgrenzung zu ähnlichen Abrechnungsfällen
Davon abzugrenzen sind „Intrauterine Pathologie mit Sonographie und diagnostischer oder operativer Hysteroskopie“ sowie „Klimakterische Beschwerden/Hormonersatztherapie mit gynäkologischer, sonographischer und hormoneller Abklärung“. Diese Themen besitzen einen anderen dokumentierten Leistungsumfang und deshalb jeweils eine eigene Abrechnungsseite.
Dokumentation für diesen Abrechnungsfall
Anlass, Schwangerschafts- oder Zyklusbezug, untersuchte Organe, Zugangsweg, Befunde und selbständige Behandlungsschritte
GOÄ-Nr. 1: vollständiger Leistungsinhalt der GOÄ-Nr. 1
GOÄ-Nr. 7: vollständiger Leistungsinhalt der GOÄ-Nr. 7
GOÄ-Nr. 1070: vollständiger Leistungsinhalt der GOÄ-Nr. 1070
Zeitpunkt der Menopause und Blutungsmuster
Portio-/Vaginalbefund
Endometrium und Adnexe sonographisch
Laborwerte
Art der Gewebe-/Zellgewinnung
Histologie/Zytologie und weitere Planung
Typische Fehler in diesem Abrechnungsfall
1.
GOÄ-Nr. 3551 wird angesetzt, obwohl die konkrete Zusatzvoraussetzung nicht belegt ist: Nur zusätzlich zu Nr. 3550.
Ähnliche Abrechnungsfälle
Maßgeblich bleiben die aktuelle GOÄ, der konkrete Behandlungsfall und die vollständige Leistungsdokumentation.
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Über den Autor
Dieser Artikel wurde von unserem Gründer und Geschäftsführer Felix Vogel erstellt. Er beschäftigt sich täglich mit GOÄ-Prozessen, Rechnungsstellung und modernen Alternativen zur klassischen Rechnungsabtretung.
