Synkope oder orthostatische Beschwerden
Kinder- und Jugendmedizin · Kardiologie und Kreislauf

Zweck und Anwendbarkeit
Wofür ist diese Ziffernkette gedacht?
Unterscheidet rhythmogene, strukturell-kardiale und orthostatisch-autonome Ursachen vorübergehender Bewusstseins- oder Kreislaufstörung. Die Abklärung umfasst eingehende neurologische Untersuchung und Schellong-Test.
Wann ist sie anwendbar?
Bei Synkope oder reproduzierbarer orthostatischer Symptomatik; Verletzung, Belastungsbezug, auffälliges EKG, Herzerkrankung und Familienanamnese bestimmen Dringlichkeit und Testauswahl. Bei Varianten gilt: Nur tatsächlich erbrachte und dokumentierte Kernleistungen ansetzen: Eingehende neurologische Untersuchung und Schellong-Test.
GOÄ-Ziffern und Voraussetzungen
| Position | Rolle | Entscheidende Voraussetzung |
|---|---|---|
| GOÄ-Nr. 1 | Kernposition | Beratung. Behandlungsfallbegrenzung beachten. |
| GOÄ-Nr. 800 | Bedingt / alternativ | Eingehende neurologische Untersuchung. Nur bei eigenständiger neurologischer Differentialdiagnostik und vollständigem neurologischem Befund. |
| GOÄ-Nr. 600 | Bedingt / alternativ | Schellong-Test. Nur bei vollständiger Kreislauffunktionsprüfung mit dokumentierten Lagewechselwerten; nicht neben Nr. 5 bis 8. |
| GOÄ-Nr. 651 | Kernposition | Ruhe-EKG. Mindestens neun Ableitungen, vollständiger Befund. |
| GOÄ-Nr. 602 | Bedingt / alternativ | Pulsoxymetrie. Nur bei tatsächlicher Messung. |
| GOÄ-Nr. 3514 | Bedingt / alternativ | Glukose. Nur bei Erfüllung der Vorhalteleistungsregeln des Abschnitts M I: Untersuchung direkt beim Patienten oder in eigenen Praxisräumen innerhalb von vier Stunden; nicht bei Erbringung im Krankenhaus, in einer Laborgemeinschaft oder laborärztlichen Praxis. |
| GOÄ-Nr. 3517 | Bedingt / alternativ | Hämoglobin. Nur bei Erfüllung der Vorhalteleistungsregeln des Abschnitts M I: Untersuchung direkt beim Patienten oder in eigenen Praxisräumen innerhalb von vier Stunden; nicht bei Erbringung im Krankenhaus, in einer Laborgemeinschaft oder laborärztlichen Praxis. |
Wichtig: Die Tabelle beschreibt Entscheidungspunkte, keine automatisch abrechenbare Pauschale.
Kombinationsregeln und Alternativen
Hinweise zur Kombination
Abgrenzung zu ähnlichen Abrechnungsfällen
Davon abzugrenzen sind „Herzgeräusch – vollständiger Thoraxstatus, Ruhe-EKG, Doppler-Echokardiographie und Pulsoxymetrie“ sowie „Palpitationen oder intermittierende Rhythmusstörung – Thoraxstatus, Ruhe- und Langzeit-EKG sowie Schilddrüsenabklärung“. Diese Themen besitzen einen anderen dokumentierten Leistungsumfang und deshalb jeweils eine eigene Abrechnungsseite.
Dokumentation für diesen Abrechnungsfall
Alter, Entwicklungsstand, Anlass, vollständiger Untersuchungs- oder Beratungsumfang und relevante Fremdanamnese
GOÄ-Nr. 1: Behandlungsfallbegrenzung beachten.
GOÄ-Nr. 651: Mindestens neun Ableitungen, vollständiger Befund.
Ereignisbeschreibung und Prodromi
Familienanamnese
neurologischer Befund
Orthostasewerte
EKG
Glukose/Hb
Risikostratifikation
Typische Fehler in diesem Abrechnungsfall
1.
GOÄ-Nr. 800 wird angesetzt, obwohl die konkrete Zusatzvoraussetzung nicht belegt ist: Nur bei eigenständiger neurologischer Differentialdiagnostik und vollständigem neurologischem Befund.
Ähnliche Abrechnungsfälle
Maßgeblich bleiben die aktuelle GOÄ, der konkrete Behandlungsfall und die vollständige Leistungsdokumentation.
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Über den Autor
Dieser Artikel wurde von unserem Gründer und Geschäftsführer Felix Vogel erstellt. Er beschäftigt sich täglich mit GOÄ-Prozessen, Rechnungsstellung und modernen Alternativen zur klassischen Rechnungsabtretung.
