Weiterführende fetale Fehlbildungsdiagnostik

Gynäkologie und Geburtshilfe · Schwangerschaft und Pränataldiagnostik

AbrechnungsfallWeiterführende fetale Fehlbildungsdiagnostik mit differenzierter Sonographie, fetaler Echokardiographie und fetomaternalem Duplex
FachgruppeGynäkologie und Geburtshilfe
ThemenbereichSchwangerschaft und Pränataldiagnostik
PrüfungManuelle fachliche Prüfung erforderlich
GOÄ-Abrechnung für Weiterführende fetale Fehlbildungsdiagnostik mit differenzierter Sonographie, fetaler Echokardiographie und fetomaternalem Duplex

Zweck und Anwendbarkeit

Wofür ist diese Ziffernkette gedacht?

Beurteilt mütterlichen und fetalen Verlauf, erkennt risikorelevante Abweichungen und unterstützt zeitgerechte präventive oder geburtshilfliche Maßnahmen. Die Bildgebung umfasst weiterführende fetale Fehlbildungsdiagnostik mit differenzierter Sonographie, fetaler Echokardiographie und fetomaternalem Duplex.

Wann ist sie anwendbar?

Im Schwangerschaftsverlauf bei regulärer Kontrolle, konkretem Risikofaktor, auffälligem Befund oder einer klar definierten prophylaktischen Indikation. Bei Varianten gilt: Nur tatsächlich erbrachte und dokumentierte Kernleistungen ansetzen: Differenzialdiagnostische Duplex-Sonographie des fetomaternalen Gefäßsystems (ggf. farbig/direktional).

GOÄ-Ziffern und Voraussetzungen

PositionRolleEntscheidende Voraussetzung
GOÄ-Nr. 24Bedingt / alternativUntersuchung im Schwangerschaftsverlauf -einschließlich Beratung und Bewertung der Befunde, gegebenenfalls auch im Hinblick auf Schwangerschaftsrisiken. Schwangerschaftsverlaufskontrolle zusätzlich vollständig erbracht.
GOÄ-Nr. 415KernpositionUltraschalluntersuchung im Rahmen der Mutterschaftsvorsorge – gegebenenfalls einschließlich Biometrie und Beurteilung der Organentwicklung. Ausgangs-/ergänzende Schwangerschaftssonographie.
GOÄ-Nr. A1006KernpositionSonographische Untersuchung zur Abklärung/Überwachung bei Verdacht auf fetale Schädigung (Fehlbildung, Erkrankung, Risikosituation). Analog Nr. 5373 GOÄ, je Sitzung. Gezielte weiterführende sonographische Diagnostik bei Verdacht/Risikosituation; Qualifikation erforderlich.
GOÄ-Nr. A1007Bedingt / alternativFarbkodiertes Fetus-Echo mit Doppler (cw-Doppler, Frequenzspektrum, M-Mode) bei Verdacht auf Fehlbildung/Erkrankung, inkl. Bilddokumentation, analog Nr. 424 GOÄ. Farbkodierte fetale Doppler-Echokardiographie bei Indikation; Qualifikation erforderlich.
GOÄ-Nr. A1008Bedingt / alternativDifferenzialdiagnostische Duplex-Sonographie des fetomaternalen Gefäßsystems (ggf. farbig/direktional) mit Frequenzspektralanalyse bei Verdacht auf fetale Gefährdung/Schädigung, analog Nr. 689 GOÄ. Duplex des fetomaternalen Gefäßsystems; Qualifikation erforderlich.
GOÄ-Nr. A5121Bedingt / alternativergänzende Ebene(n). Medizinisch begründetes 3D-/4D-Verfahren, einmal je Sitzung.
GOÄ-Nr. 1002Bedingt / alternativExterne kardiotokographische Untersuchung. Externe CTG bei entsprechender Schwangerschaftswoche/Indikation.
GOÄ-Nr. 60Bedingt / alternativKonsiliarische Erörterung zwischen zwei oder mehr liquidationsberechtigten Ärzten, für jeden Arzt. Konsil mit Humangenetik/Pränatalzentrum/Kinderkardiologie.
GOÄ-Nr. 75KernpositionUmfassender Bericht mit Anamnese, Befunden, Beurteilung und ggf. Therapie. Eigenständiger ausführlicher Befundbericht.

Wichtig: Die Tabelle beschreibt Entscheidungspunkte, keine automatisch abrechenbare Pauschale.

Weitere Angaben zu den Positionen

GOÄ A1006

Kernposition der Kombination

Analog bewertet zu: 5373
GOÄ A1007

Bedingte oder alternative Position

Analogkomponenten:
424
404
406
GOÄ A1008

Bedingte oder alternative Position

Analog bewertet zu: 689
GOÄ A5121

Bedingte oder alternative Position

Analog bewertet zu: 5121

Kombinationsregeln und Alternativen

Hinweise zur Kombination

A1007 und A1008 können bei erfüllten Voraussetzungen nebeneinander und auch neben A1006 berechnungsfähig sein.
Bei Mehrlingen A1006–A1008 fetusbezogen mehrfach möglich.
A5121 nur medizinisch begründet.

Abgrenzung zu ähnlichen Abrechnungsfällen

Davon abzugrenzen sind „Präeklampsie-/Plazentainsuffizienz-Risikokontrolle mit CTG, Labor und fetomaternalem Duplex“ sowie „Gestationsdiabetes-Abklärung mit Schwangerschaftskontrolle, Glukoseprofil und fetaler Überwachung“. Diese Themen besitzen einen anderen dokumentierten Leistungsumfang und deshalb jeweils eine eigene Abrechnungsseite.

Dokumentation für diesen Abrechnungsfall

Anlass, Schwangerschafts- oder Zyklusbezug, untersuchte Organe, Zugangsweg, Befunde und selbständige Behandlungsschritte

GOÄ-Nr. 415: Ausgangs-/ergänzende Schwangerschaftssonographie.

GOÄ-Nr. A1006: Gezielte weiterführende sonographische Diagnostik bei Verdacht/Risikosituation; Qualifikation erforderlich.

GOÄ-Nr. 75: Eigenständiger ausführlicher Befundbericht.

Indikation/Risikokonstellation

Geräte- und Qualifikationsvoraussetzung

vollständiger fetaler Organbefund

fetale Herzstrukturen und Doppler

fetomaternale Gefäße und Spektren

Mehrlingszahl und fetusbezogene Zuordnung

3D/4D-Indikation

Konsil/Bericht

Typische Fehler in diesem Abrechnungsfall

1.

GOÄ-Nr. 24 wird angesetzt, obwohl die konkrete Zusatzvoraussetzung nicht belegt ist: Schwangerschaftsverlaufskontrolle zusätzlich vollständig erbracht.

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Über den Autor

Dieser Artikel wurde von unserem Gründer und Geschäftsführer Felix Vogel erstellt. Er beschäftigt sich täglich mit GOÄ-Prozessen, Rechnungsstellung und modernen Alternativen zur klassischen Rechnungsabtretung.