Endometrioseverdacht mit Schmerz-/Fertilitätsanamnese, Sonographie und möglicher …

Gynäkologie und Geburtshilfe · Zyklus, Endokrinologie und Fertilität

AbrechnungsfallEndometrioseverdacht mit Schmerz-/Fertilitätsanamnese, Sonographie und möglicher operativer Pelviskopie
FachgruppeGynäkologie und Geburtshilfe
ThemenbereichZyklus, Endokrinologie und Fertilität
PrüfungManuelle fachliche Prüfung erforderlich
GOÄ-Abrechnung für Endometrioseverdacht mit Schmerz-/Fertilitätsanamnese, Sonographie und möglicher operativer Pelviskopie

Zweck und Anwendbarkeit

Wofür ist diese Ziffernkette gedacht?

Lokalisiert uterine beziehungsweise extrauterine Ursachen von Schmerz, Blutung oder Fertilitätsstörung und unterstützt die Wahl zwischen Verlauf, medikamentöser und operativer Therapie. Der Eingriff umfasst endometrioseverdacht mit Schmerz-/Fertilitätsanamnese, Sonographie und möglicher operativer Pelviskopie.

Wann ist sie anwendbar?

Bei auffälliger Blutung, zyklusabhängigem Schmerz, Kinderwunsch, sonographischem Verdacht oder geplanter intrauteriner beziehungsweise operativer Abklärung. Bei Varianten gilt: Nur tatsächlich erbrachte und dokumentierte Kernleistungen ansetzen: Endometrioseverdacht mit Schmerz-/Fertilitätsanamnese, Sonographie und möglicher operativer Pelviskopie.

GOÄ-Ziffern und Voraussetzungen

PositionRolleEntscheidende Voraussetzung
GOÄ-Nr. 1KernpositionBeratung – auch mittels Fernsprecher
GOÄ-Nr. 7KernpositionVollständige körperliche Untersuchung mindestens eines der folgenden Organsysteme
GOÄ-Nr. 410KernpositionUltraschalluntersuchung eines Organs
GOÄ-Nr. 403KernpositionZuschlag zu den sonographischen Leistungen bei transkavitärer Untersuchung. Zuschlag bei tatsächlich transkavitär durchgeführter Sonographie; setzt eine passende Sonographie-Grundleistung voraus.
GOÄ-Nr. 401Bedingt / alternativZuschlag zu den sonographischen Leistungen nach den Nummern 410 bis 418 bei zusätzlicher Anwendung des Duplex-Verfahrens -gegebenenfalls einschließlich Farbkodierung. Duplex-Zuschlag nur bei eigenständiger zusätzlicher Duplexuntersuchung, einmal je Sitzung; Gefäßgebiet/Organ benennen.
GOÄ-Nr. 250Bedingt / alternativBlutentnahme mittels Spritze, Kanüle oder Katheter aus der Vene
GOÄ-Nr. 3550Bedingt / alternativBlutbild und Blutbildbestandteile
GOÄ-Nr. 3551Bedingt / alternativElektronischzytometrische/zytochemisch-zytometrische Leukozyten-Differenzierung, zusätzlich zu Nr. 3550. Nur zusätzlich Nr. 3550.
GOÄ-Nr. 857Bedingt / alternativOrientierende Testauswertung (z.B. Eysenck, MPQ, MPI, Raven, Sceno, Wartegg, Haus-Baum-Mensch), insgesamt. Lüscher-Test ausgeschlossen. Standardisierte Schmerz-/Funktionsskala angewendet und ärztlich ausgewertet.
GOÄ-Nr. 1155Bedingt / alternativPelviskopie mit Anlegen eines druckkontrollierten Pneumoperitoneums und Anlegen eines Portioadapters – gegebenenfalls einschließlich Probeexzision und/oder Probepunktion. Diagnostische Pelviskopie.
GOÄ-Nr. 1156Bedingt / alternativPelviskopie mit Druckkontrolle, Portioadapter u. intraabdominalen Eingriffen (ggf. Exzision/Punktion). Operative Pelviskopie mit Endometrioseintervention.
GOÄ-Nr. 34Bedingt / alternativErörterung (≥20 Min.) Auswirkungen lebensverändernder/lebensbedrohender Erkrankung, ggf. OP-Planung & Risikobewertung, inkl. Beratung, ggf. mit Bezugspersonen. Nur bei vollständiger Leistungslegende (mindestens 20 Minuten) in einem eigenständigen zulässigen Abrechnungspfad; Ausschluss insbesondere gegenüber Nr. 1 beachten.
GOÄ-Nr. 75Bedingt / alternativUmfassender Bericht mit Anamnese, Befunden, Beurteilung und ggf. Therapie.
GOÄ-Nr. 60Bedingt / alternativKonsiliarische Erörterung zwischen zwei oder mehr liquidationsberechtigten Ärzten, für jeden Arzt
GOÄ-Nr. 420KernpositionUltraschalluntersuchung von bis zu drei weiteren Organen im Anschluß an eine der Leistungen nach den Nummern 410 bis 418, je Organ. Je weiteres tatsächlich untersuchtes Organ/Region im Anschluss an genau eine Grundleistung nach Nr. 410–418; insgesamt höchstens dreimal je Sitzung; jedes Organ/Region benennen.

Wichtig: Die Tabelle beschreibt Entscheidungspunkte, keine automatisch abrechenbare Pauschale.

Weitere Angaben zu den Positionen

GOÄ 403

Kernposition der Kombination

Abhängig von mindestens einer Position:
410
417
418
415
GOÄ 401

Bedingte oder alternative Position

Abhängig von mindestens einer Position:
410
417
418
Wiederholung:
Max: 1
GOÄ 3551

Bedingte oder alternative Position

Abhängig von:
3550
GOÄ 1155

Bedingte oder alternative Position

Abrechnungsalternative: laparoscopy
GOÄ 1156

Bedingte oder alternative Position

Abrechnungsalternative: laparoscopy
GOÄ 34

Bedingte oder alternative Position

Mindestdauer / Zeitbezug: mindestens 20 Minuten
Behandlungsphase: separate_billing_path
Nicht kombinierbar mit:
1
3
4
15
30
GOÄ 420

Kernposition der Kombination

Wiederholung:
Max: 3
Abhängig von mindestens einer Position:
410
417
418

Kombinationsregeln und Alternativen

Hinweise zur Kombination

Nr. 34 wegen Ausschluss zu Nr. 1 nur in getrenntem Abrechnungspfad/Sitzung.
Nr. 857 nur bei tatsächlichem standardisiertem Test, nicht bei bloßer NRS-Angabe ohne ärztliche Auswertung.

Abgrenzung zu ähnlichen Abrechnungsfällen

Davon abzugrenzen sind „Ovarialzyste/Adnexraumforderung mit transvaginaler Sonographie, Duplex und möglicher Pelviskopie“ sowie „Follikelmonitoring mit Ovulationsdiagnostik, Auslösespritze und intrauteriner Insemination“. Diese Themen besitzen einen anderen dokumentierten Leistungsumfang und deshalb jeweils eine eigene Abrechnungsseite.

Dokumentation für diesen Abrechnungsfall

Anlass, Schwangerschafts- oder Zyklusbezug, untersuchte Organe, Zugangsweg, Befunde und selbständige Behandlungsschritte

GOÄ-Nr. 1: vollständiger Leistungsinhalt der GOÄ-Nr. 1

GOÄ-Nr. 7: vollständiger Leistungsinhalt der GOÄ-Nr. 7

GOÄ-Nr. 410: vollständiger Leistungsinhalt der GOÄ-Nr. 410

Schmerz-, Zyklus-, Fertilitäts- und Operationsanamnese

standardisierte Schmerzskala

Sonographiebefunde je Organ/Kompartiment

laparoskopischer Befund und Stadieneinteilung

Therapieoptionen und Fertilitätsplanung

Typische Fehler in diesem Abrechnungsfall

1.

GOÄ-Nr. 401 wird angesetzt, obwohl die konkrete Zusatzvoraussetzung nicht belegt ist: Duplex-Zuschlag nur bei eigenständiger zusätzlicher Duplexuntersuchung, einmal je Sitzung; Gefäßgebiet/Organ benennen.

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Über den Autor

Dieser Artikel wurde von unserem Gründer und Geschäftsführer Felix Vogel erstellt. Er beschäftigt sich täglich mit GOÄ-Prozessen, Rechnungsstellung und modernen Alternativen zur klassischen Rechnungsabtretung.