Komplexe Entfernung eines Intrauterinpessars

Gynäkologie und Geburtshilfe · Vorsorge, Prävention und Kontrazeption

AbrechnungsfallKomplexe Entfernung eines Intrauterinpessars mit Ultraschall und gegebenenfalls Hysteroskopie
FachgruppeGynäkologie und Geburtshilfe
ThemenbereichVorsorge, Prävention und Kontrazeption
PrüfungManuelle fachliche Prüfung erforderlich
GOÄ-Abrechnung für Komplexe Entfernung eines Intrauterinpessars mit Ultraschall und gegebenenfalls Hysteroskopie

Zweck und Anwendbarkeit

Wofür ist diese Ziffernkette gedacht?

Ermöglicht eine langfristige reversible Kontrazeption; Einlage, Lagekontrolle oder gezielte Entfernung richten sich nach Uterusanatomie, Rückholfaden und Beschwerden. Der Eingriff umfasst entfernung eines Intrauterinpessars und Ultraschalluntersuchung des betreffenden Organs.

Wann ist sie anwendbar?

Bei Wunsch nach intrauteriner Kontrazeption beziehungsweise bei Wechsel- oder Entfernungsindikation nach Schwangerschaftsausschluss und Aufklärung. Bei Varianten gilt: Nur tatsächlich erbrachte und dokumentierte Kernleistungen ansetzen: Entfernung eines Intrauterinpessars und Ultraschalluntersuchung des betreffenden Organs. Grenze: setzt eine passende Sonographie-Grundleistung voraus.

GOÄ-Ziffern und Voraussetzungen

PositionRolleEntscheidende Voraussetzung
GOÄ-Nr. 1KernpositionBeratung – auch mittels Fernsprecher
GOÄ-Nr. 7KernpositionVollständige körperliche Untersuchung mindestens eines der folgenden Organsysteme
GOÄ-Nr. 410KernpositionUltraschalluntersuchung eines Organs. Sonographie des Uterus zur Lokalisation.
GOÄ-Nr. 403KernpositionZuschlag zu den sonographischen Leistungen bei transkavitärer Untersuchung. Zuschlag bei tatsächlich transkavitär durchgeführter Sonographie; setzt eine passende Sonographie-Grundleistung voraus.
GOÄ-Nr. 1092Bedingt / alternativEntfernung eines Intrauterinpessars. Konventionelle Entfernung des IUD ohne operative Hysteroskopie.
GOÄ-Nr. 1096Bedingt / alternativErweiterung des Gebärmutterhalses durch Dehnung. Nur bei eigenständig erforderlicher Zervixdilatation und nach Ausschlussprüfung.
GOÄ-Nr. 1110Bedingt / alternativHysteroskopie. Rein diagnostische Hysteroskopie; nicht zusätzlich zu Nr. 1111.
GOÄ-Nr. 1111Bedingt / alternativHysteroskopie mit zusätzlichem(n) operativem(n) Eingriff(en). Hysteroskopie mit operativer Entfernung/Intervention; bei dieser Verfahrenswahl Nr. 1092 nicht automatisch zusätzlich.
GOÄ-Nr. 490Bedingt / alternativInfiltrationsanästhesie kleiner Bezirke. Infiltrationsanästhesie eines kleinen Bezirks bei eigenständiger Durchführung.
GOÄ-Nr. 491Bedingt / alternativInfiltrationsanästhesie großer Bezirke – auch Parazervikalanästhesie. Infiltrationsanästhesie eines großen Bezirks.
GOÄ-Nr. 75Bedingt / alternativUmfassender Bericht mit Anamnese, Befunden, Beurteilung und ggf. Therapie. Eigenständiger ausführlicher Befundbericht.
GOÄ-Nr. 420Bedingt / alternativUltraschalluntersuchung von bis zu drei weiteren Organen im Anschluß an eine der Leistungen nach den Nummern 410 bis 418, je Organ. Je weiteres tatsächlich untersuchtes Organ/Region im Anschluss an genau eine Grundleistung nach Nr. 410–418; insgesamt höchstens dreimal je Sitzung; jedes Organ/Region benennen.

Wichtig: Die Tabelle beschreibt Entscheidungspunkte, keine automatisch abrechenbare Pauschale.

Weitere Angaben zu den Positionen

GOÄ 403

Kernposition der Kombination

Abhängig von mindestens einer Position:
410
417
418
415
GOÄ 1092

Bedingte oder alternative Position

Abrechnungsalternative: iud_removal_path
GOÄ 1110

Bedingte oder alternative Position

Abrechnungsalternative: hysteroscopy_type
GOÄ 1111

Bedingte oder alternative Position

Abrechnungsalternative: hysteroscopy_type
Nicht kombinierbar mit:
1092
GOÄ 490

Bedingte oder alternative Position

Abrechnungsalternative: local_anaesthesia
GOÄ 491

Bedingte oder alternative Position

Abrechnungsalternative: local_anaesthesia
GOÄ 420

Bedingte oder alternative Position

Wiederholung:
Max: 3
Abhängig von mindestens einer Position:
410
417
418

Kombinationsregeln und Alternativen

Hinweise zur Kombination

Nr. 1110 und 1111 sind Alternativen.
Ambulante OP-Zuschläge nur nach gesonderter Prüfung des abschließenden Zuschlagskatalogs.
Konventionelle Entfernung und operative Hysteroskopie sind alternative Hauptwege; nicht automatisch kumulieren.
Bei hysteroskopischer operativer IUD-Entfernung ist regelmäßig der operative Hysteroskopiepfad zu prüfen; Nr. 1092 nicht pauschal addieren.

Zulässige Abrechnungspfade

Id: simple_removal
Requires:
1092
Nicht kombinierbar mit:
1111
Id: hysteroscopic_removal
Requires:
1111
Nicht kombinierbar mit:
1092
1110
Id: diagnostic_hysteroscopy_only
Requires:
1110
Nicht kombinierbar mit:
1111

Abgrenzung zu ähnlichen Abrechnungsfällen

Davon abzugrenzen sind „Einlage oder Wechsel eines Intrauterinpessars mit Ausschluss einer Schwangerschaft und sonographischer Lagekontrolle“ sowie „Anpassung oder Wechsel eines Okklusivpessars zur Kontrazeption“. Diese Themen besitzen einen anderen dokumentierten Leistungsumfang und deshalb jeweils eine eigene Abrechnungsseite.

Dokumentation für diesen Abrechnungsfall

Anlass, Schwangerschafts- oder Zyklusbezug, untersuchte Organe, Zugangsweg, Befunde und selbständige Behandlungsschritte

GOÄ-Nr. 1: vollständiger Leistungsinhalt der GOÄ-Nr. 1

GOÄ-Nr. 7: vollständiger Leistungsinhalt der GOÄ-Nr. 7

GOÄ-Nr. 410: Sonographie des Uterus zur Lokalisation.

Indikation und bisheriger IUD-Typ

Faden-/Lagebefund

Sonographiebefund

Entfernungstechnik und Vollständigkeit

bei Hysteroskopie Befund und Intervention

Anästhetikum und Bezirk

Typische Fehler in diesem Abrechnungsfall

1.

GOÄ-Nr. 1092 wird angesetzt, obwohl die konkrete Zusatzvoraussetzung nicht belegt ist: Konventionelle Entfernung des IUD ohne operative Hysteroskopie.

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Über den Autor

Dieser Artikel wurde von unserem Gründer und Geschäftsführer Felix Vogel erstellt. Er beschäftigt sich täglich mit GOÄ-Prozessen, Rechnungsstellung und modernen Alternativen zur klassischen Rechnungsabtretung.