Genitalprolaps mit sonographischer Restharn-/Beckenbeurteilung und Pessarversorgung
Gynäkologie und Geburtshilfe · Vorsorge, Prävention und Kontrazeption

Zweck und Anwendbarkeit
Wofür ist diese Ziffernkette gedacht?
Stützt prolabierte Beckenorgane konservativ beziehungsweise beseitigt Komplikationen eines Pessars; Restharn, Schleimhaut und passgenauer Sitz bestimmen die Versorgung. Die Bildgebung umfasst restharn- und Beckenbeurteilung sowie Anpassung und Einlage des geeigneten Pessars.
Wann ist sie anwendbar?
Bei symptomatischem Prolaps oder notwendigem Pessarwechsel; Größe und Form müssen individuell angepasst und Druckstellen, Blutung, Infektion sowie relevante Restharnbildung kontrolliert werden. Erforderliche Kernleistung: Restharn- und Beckenbeurteilung sowie Anpassung und Einlage des geeigneten Pessars; sie muss tatsächlich erbracht und dokumentiert sein.
GOÄ-Ziffern und Voraussetzungen
| Position | Rolle | Entscheidende Voraussetzung |
|---|---|---|
| GOÄ-Nr. 1 | Kernposition | Beratung – auch mittels Fernsprecher |
| GOÄ-Nr. 7 | Kernposition | Vollständige körperliche Untersuchung mindestens eines der folgenden Organsysteme |
| GOÄ-Nr. 410 | Kernposition | Ultraschalluntersuchung eines Organs. Sonographie eines Beckenorgans, beispielsweise Harnblase oder Uterus; Organ benennen. |
| GOÄ-Nr. 403 | Bedingt / alternativ | Zuschlag zu den sonographischen Leistungen bei transkavitärer Untersuchung. Zuschlag bei tatsächlich transkavitär durchgeführter Sonographie; setzt eine passende Sonographie-Grundleistung voraus. |
| GOÄ-Nr. 1087 | Bedingt / alternativ | Einlegen oder Wechseln eines Ringes oder Anlegen eines Portio- Adapters. Einlegen oder Wechseln eines Ringes/Portioadapters. |
| GOÄ-Nr. 1088 | Bedingt / alternativ | Lageverbesserung der Gebärmutter mit Einlegen eines Ringes. Aufrichtung der Gebärmutter mit Einlegen eines Ringes; nur bei genau diesem Leistungsinhalt. |
| GOÄ-Nr. 1730 | Bedingt / alternativ | Katheterisierung der Harnblase bei der Frau. Blasenkatheterisierung nur bei eigenständiger urologischer Indikation, z. B. dokumentierter Restharnbestimmung; nicht nur zur Erleichterung der gynäkologischen Untersuchung. |
| GOÄ-Nr. 3511 | Bedingt / alternativ | Untersuchung von Körpermaterial (z.B. Urin) mit vorgefertigten Reagenzien und visueller Auswertung, qualitativ/semiquantitativ, je Untersuchung. Urin-Teststreifen. |
| GOÄ-Nr. 3531 | Bedingt / alternativ | Urinsediment. Urinsediment bei eigenständiger Indikation. |
| GOÄ-Nr. 75 | Bedingt / alternativ | Umfassender Bericht mit Anamnese, Befunden, Beurteilung und ggf. Therapie. Eigenständiger ausführlicher Befundbericht, etwa für operative Mitbeurteilung. |
| SACHKOSTEN | Auslage / Sachkosten | Sachkosten. Pessar nur bei zulässiger Auslagenberechnung und in tatsächlicher Höhe. |
| GOÄ-Nr. 420 | Bedingt / alternativ | Ultraschalluntersuchung von bis zu drei weiteren Organen im Anschluß an eine der Leistungen nach den Nummern 410 bis 418, je Organ. Je weiteres tatsächlich untersuchtes Organ/Region im Anschluss an genau eine Grundleistung nach Nr. 410–418; insgesamt höchstens dreimal je Sitzung; jedes Organ/Region benennen. |
Wichtig: Die Tabelle beschreibt Entscheidungspunkte, keine automatisch abrechenbare Pauschale.
Weitere Angaben zu den Positionen
Bedingte oder alternative Position
Bedingte oder alternative Position
Bedingte oder alternative Position
Bedingte oder alternative Position
Bedingte oder alternative Position
Kombinationsregeln und Alternativen
Hinweise zur Kombination
Abgrenzung zu ähnlichen Abrechnungsfällen
Davon abzugrenzen sind „Einlage oder Wechsel eines Intrauterinpessars mit Ausschluss einer Schwangerschaft und sonographischer Lagekontrolle“ sowie „Anpassung oder Wechsel eines Okklusivpessars zur Kontrazeption“. Diese Themen besitzen einen anderen dokumentierten Leistungsumfang und deshalb jeweils eine eigene Abrechnungsseite.
Dokumentation für diesen Abrechnungsfall
Anlass, Schwangerschafts- oder Zyklusbezug, untersuchte Organe, Zugangsweg, Befunde und selbständige Behandlungsschritte
GOÄ-Nr. 1: vollständiger Leistungsinhalt der GOÄ-Nr. 1
GOÄ-Nr. 7: vollständiger Leistungsinhalt der GOÄ-Nr. 7
GOÄ-Nr. 410: Sonographie eines Beckenorgans, beispielsweise Harnblase oder Uterus; Organ benennen.
Prolapskompartimente und Grad
Beschwerden, Miktion und Restharn
Tatsächlich verwendete Materialien oder Arzneimittel mit Menge, Kosten und prüffähiger Zuordnung als Auslage
Sonographieorgane und Befunde
Pessartyp/-größe, Sitz und Verträglichkeit
Aufklärung und Kontrollplan
bei Nr. 1793 urodynamische Messwerte und ärztliche Auswertung
Auslagen und Sachkosten
SACHKOSTEN
Sachkosten. Pessar nur bei zulässiger Auslagenberechnung und in tatsächlicher Höhe.
Typische Fehler in diesem Abrechnungsfall
1.
GOÄ-Nr. 403 wird angesetzt, obwohl die konkrete Zusatzvoraussetzung nicht belegt ist: Zuschlag bei tatsächlich transkavitär durchgeführter Sonographie; setzt eine passende Sonographie-Grundleistung voraus.
Ähnliche Abrechnungsfälle
Maßgeblich bleiben die aktuelle GOÄ, der konkrete Behandlungsfall und die vollständige Leistungsdokumentation.
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Über den Autor
Dieser Artikel wurde von unserem Gründer und Geschäftsführer Felix Vogel erstellt. Er beschäftigt sich täglich mit GOÄ-Prozessen, Rechnungsstellung und modernen Alternativen zur klassischen Rechnungsabtretung.
