Welche GOÄ-Ziffern sind für „Genitalprolaps mit sonographischer Restharn-/Beckenbeurteilung und Pessarversorgung“ berechnungsfähig?
Praxisleitfaden zur GOÄ-Abrechnung in der Fachgruppe Gynäkologie und Geburtshilfe für das Thema „Genitalprolaps mit sonographischer Restharn-/Beckenbeurteilung und Pessarversorgung“.

Welche GOÄ-Ziffern kommen für „Genitalprolaps mit sonographischer Restharn-/Beckenbeurteilung und Pessarversorgung“ in Betracht?
Für „Genitalprolaps mit sonographischer Restharn-/Beckenbeurteilung und Pessarversorgung“ führt die Kette GOÄ-Nr. 1, GOÄ-Nr. 7 und GOÄ-Nr. 410 als Kernpositionen. GOÄ-Nr. 403, GOÄ-Nr. 1087, GOÄ-Nr. 1088, GOÄ-Nr. 1730 und GOÄ-Nr. 3511 sowie weitere Positionen kommen nur bei zusätzlichem oder alternativem Leistungsinhalt in Betracht. Zusätzlich ist eine Auslagen- oder Sachkostenposition getrennt nach § 10 GOÄ zu prüfen.
Bei der Abrechnung von „Genitalprolaps mit sonographischer Restharn-/Beckenbeurteilung und Pessarversorgung“ stehen Senkung, Prolaps, Pessar, Ringpessar, Uterusprolaps, Zystozele. Für die Abrechnungsentscheidung sind insbesondere gynäkologischer oder geburtshilflicher Anlass, Schwangerschaftsphase, Organbezug, Untersuchungsweg und eigenständige operative beziehungsweise diagnostische Schritte maßgeblich. Der Titel der Behandlung ersetzt keinen dieser Leistungsnachweise.
| Position | Rolle | Entscheidende Voraussetzung |
|---|---|---|
| GOÄ-Nr. 1 | Kernposition | Beratung – auch mittels Fernsprecher |
| GOÄ-Nr. 7 | Kernposition | Vollständige körperliche Untersuchung mindestens eines der folgenden Organsysteme |
| GOÄ-Nr. 410 | Kernposition | Sonographie eines Beckenorgans, beispielsweise Harnblase oder Uterus; Organ benennen. |
| GOÄ-Nr. 403 | Bedingt / alternativ | Zuschlag bei tatsächlich transkavitär durchgeführter Sonographie; setzt eine passende Sonographie-Grundleistung voraus. |
| GOÄ-Nr. 1087 | Bedingt / alternativ | Einlegen oder Wechseln eines Ringes/Portioadapters. |
| GOÄ-Nr. 1088 | Bedingt / alternativ | Aufrichtung der Gebärmutter mit Einlegen eines Ringes; nur bei genau diesem Leistungsinhalt. |
| GOÄ-Nr. 1730 | Bedingt / alternativ | Blasenkatheterisierung nur bei eigenständiger urologischer Indikation, z. B. dokumentierter Restharnbestimmung; nicht nur zur Erleichterung der gynäkologischen Untersuchung. |
| GOÄ-Nr. 3511 | Bedingt / alternativ | Urin-Teststreifen. |
| GOÄ-Nr. 3531 | Bedingt / alternativ | Urinsediment bei eigenständiger Indikation. |
| GOÄ-Nr. 75 | Bedingt / alternativ | Eigenständiger ausführlicher Befundbericht, etwa für operative Mitbeurteilung. |
| SACHKOSTEN | Auslage / Sachkosten | Pessar nur bei zulässiger Auslagenberechnung und in tatsächlicher Höhe. |
| GOÄ-Nr. 420 | Bedingt / alternativ | Je weiteres tatsächlich untersuchtes Organ/Region im Anschluss an genau eine Grundleistung nach Nr. 410–418; insgesamt höchstens dreimal je Sitzung; jedes Organ/Region benennen. |
Wichtig: Die Tabelle beschreibt Entscheidungspunkte, keine automatisch abrechenbare Pauschale.
Wann sind die einzelnen Positionen für „Genitalprolaps mit sonographischer Restharn-/Beckenbeurteilung und Pessarversorgung“ berechnungsfähig?
Jede Position ist anhand ihres vollständigen Leistungsinhalts und der konkret hinterlegten Abhängigkeiten zu beurteilen.
Kernposition der Kombination
Beratung – auch mittels Fernsprecher
Kernposition der Kombination
Vollständige körperliche Untersuchung mindestens eines der folgenden Organsysteme
Kernposition der Kombination
Sonographie eines Beckenorgans, beispielsweise Harnblase oder Uterus; Organ benennen.
Bedingte oder alternative Position
Zuschlag bei tatsächlich transkavitär durchgeführter Sonographie; setzt eine passende Sonographie-Grundleistung voraus.
Bedingte oder alternative Position
Einlegen oder Wechseln eines Ringes/Portioadapters.
Bedingte oder alternative Position
Aufrichtung der Gebärmutter mit Einlegen eines Ringes; nur bei genau diesem Leistungsinhalt.
Bedingte oder alternative Position
Blasenkatheterisierung nur bei eigenständiger urologischer Indikation, z. B. dokumentierter Restharnbestimmung; nicht nur zur Erleichterung der gynäkologischen Untersuchung.
Bedingte oder alternative Position
Urin-Teststreifen.
Bedingte oder alternative Position
Urinsediment bei eigenständiger Indikation.
Bedingte oder alternative Position
Eigenständiger ausführlicher Befundbericht, etwa für operative Mitbeurteilung.
Bedingte oder alternative Position
Pessar nur bei zulässiger Auslagenberechnung und in tatsächlicher Höhe.
Bedingte oder alternative Position
Je weiteres tatsächlich untersuchtes Organ/Region im Anschluss an genau eine Grundleistung nach Nr. 410–418; insgesamt höchstens dreimal je Sitzung; jedes Organ/Region benennen.
Welche Abrechnungspfade und Sonderregeln gelten für „Genitalprolaps mit sonographischer Restharn-/Beckenbeurteilung und Pessarversorgung“?
Hinweise zur Kombination
Besondere Dokumentationsvorgaben
Wie grenzt sich „Genitalprolaps mit sonographischer Restharn-/Beckenbeurteilung und Pessarversorgung“ von ähnlichen Abrechnungsfällen ab?
Dieser Artikel behandelt gezielt „Genitalprolaps mit sonographischer Restharn-/Beckenbeurteilung und Pessarversorgung“ und nicht einen allgemeinen Sammelblock dieser Fachgruppe. Davon abzugrenzen sind „Einlage oder Wechsel eines Intrauterinpessars mit Ausschluss einer Schwangerschaft und sonographischer Lagekontrolle“ sowie „Anpassung oder Wechsel eines Okklusivpessars zur Kontrazeption“. Diese Themen besitzen einen anderen dokumentierten Leistungsumfang und deshalb jeweils eine eigene Abrechnungsseite.
Entscheidend ist nicht nur die Diagnose oder Behandlungsbezeichnung, sondern welcher Leistungsumfang im konkreten Fall vollständig erbracht wurde.
Was sollte für die Abrechnung von „Genitalprolaps mit sonographischer Restharn-/Beckenbeurteilung und Pessarversorgung“ dokumentiert werden?
Behandlungsanlass und konkrete fachliche Fragestellung: Senkung, Prolaps, Pessar, Ringpessar
Anlass, Schwangerschafts- oder Zyklusbezug, untersuchte Organe, Zugangsweg, Befunde und selbständige Behandlungsschritte
GOÄ-Nr. 1: vollständiger Leistungsinhalt der GOÄ-Nr. 1
GOÄ-Nr. 7: vollständiger Leistungsinhalt der GOÄ-Nr. 7
GOÄ-Nr. 410: Sonographie eines Beckenorgans, beispielsweise Harnblase oder Uterus; Organ benennen.
Prolapskompartimente und Grad
Beschwerden, Miktion und Restharn
Tatsächlich verwendete Materialien oder Arzneimittel mit Menge, Kosten und prüffähiger Zuordnung als Auslage
Wie kann ein konkreter Leistungsablauf für „Genitalprolaps mit sonographischer Restharn-/Beckenbeurteilung und Pessarversorgung“ aussehen?
Dokumentierter Beispielfall
Der Beispielfall dokumentiert „Genitalprolaps mit sonographischer Restharn-/Beckenbeurteilung und Pessarversorgung“. Vollständig erbracht und getrennt dokumentiert werden GOÄ-Nr. 1 (vollständiger Leistungsinhalt der GOÄ-Nr. 1); GOÄ-Nr. 7 (vollständiger Leistungsinhalt der GOÄ-Nr. 7); GOÄ-Nr. 410 (Sonographie eines Beckenorgans, beispielsweise Harnblase oder Uterus; Organ benennen). Für die bedingte Position GOÄ-Nr. 403 gilt zusätzlich: Zuschlag bei tatsächlich transkavitär durchgeführter Sonographie; setzt eine passende Sonographie-Grundleistung voraus. Die verwendete Auslage Sachkosten / Auslage wird separat und nur in tatsächlich zulässiger Höhe geprüft.
Aus diesem Ablauf dürfen nur die Positionen übernommen werden, deren Voraussetzungen in der Dokumentation tatsächlich belegt sind.
Welche Auslagen oder Sachkosten sind für „Genitalprolaps mit sonographischer Restharn-/Beckenbeurteilung und Pessarversorgung“ gesondert zu prüfen?
Auslagen sind keine GOÄ-Leistungsziffern. Sie werden getrennt auf ihre tatsächliche Verwendung, Berechnungsfähigkeit und erforderlichen Rechnungsangaben geprüft.
SACHKOSTEN
Pessar nur bei zulässiger Auslagenberechnung und in tatsächlicher Höhe.
Welche Abrechnungsfehler sollten für „Genitalprolaps mit sonographischer Restharn-/Beckenbeurteilung und Pessarversorgung“ vermieden werden?
1.
Prüfpunkt 1
Vorsorge, kurative Diagnostik, Schwangerschaftsbetreuung und operative Leistungen dürfen nicht allein aufgrund desselben Termins zu einem Paket zusammengezogen werden.
2.
Prüfpunkt 2
GOÄ-Nr. 403 wird angesetzt, obwohl die konkrete Zusatzvoraussetzung nicht belegt ist: Zuschlag bei tatsächlich transkavitär durchgeführter Sonographie; setzt eine passende Sonographie-Grundleistung voraus.
3.
Prüfpunkt 3
Bei „Genitalprolaps mit sonographischer Restharn-/Beckenbeurteilung und Pessarversorgung“ werden Kern-, Zusatz- und Alternativpositionen nicht getrennt beurteilt.
4.
Prüfpunkt 4
Die ausdrücklich vorgesehene manuelle fachliche Prüfung wird durch eine automatische Übernahme der Kette ersetzt.
5.
Prüfpunkt 5
Sachkosten oder Auslagen werden wie eine GOÄ-Ziffer behandelt oder ohne tatsächliche Verwendung und prüffähigen Kostennachweis übernommen.
6.
Prüfpunkt 6
Die vollständige Ziffernkette wird aus dem Titel übernommen, ohne jede Position und Alternative einzeln zu prüfen.
Welche Gynäkologie und Geburtshilfe-Abrechnungskombinationen sind fachlich verwandt?
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Hormonelle Kontrazeption – Erstanamnese oder Risikokontrolle mit gynäkologischer, Mamma- und Laborabklärung
Maßgeblich bleiben die aktuelle GOÄ, der konkrete Behandlungsfall und die vollständige Leistungsdokumentation.
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Als Kernpositionen nennt die Kombination GOÄ-Nr. 1, GOÄ-Nr. 7 und GOÄ-Nr. 410. Auch diese Positionen sind nur bei vollständig erbrachtem Leistungsinhalt berechnungsfähig.
Dieser Artikel behandelt gezielt „Genitalprolaps mit sonographischer Restharn-/Beckenbeurteilung und Pessarversorgung“ und nicht einen allgemeinen Sammelblock dieser Fachgruppe. Davon abzugrenzen sind „Einlage oder Wechsel eines Intrauterinpessars mit Ausschluss einer Schwangerschaft und sonographischer Lagekontrolle“ sowie „Anpassung oder Wechsel eines Okklusivpessars zur Kontrazeption“. Diese Themen besitzen einen anderen dokumentierten Leistungsumfang und deshalb jeweils eine eigene Abrechnungsseite.
Nein. Die Kette ist ein strukturiertes Abrechnungsbeispiel. Jede Position, Alternative, Wiederholung und Auslage muss anhand der tatsächlichen Leistung, Dokumentation und Ausschlussbestimmungen geprüft werden.

Über den Autor
Dieser Artikel wurde von unserem Gründer und Geschäftsführer Felix Vogel erstellt. Er beschäftigt sich täglich mit GOÄ-Prozessen, Rechnungsstellung und modernen Alternativen zur klassischen Rechnungsabtretung.
