Hormonelle Kontrazeption – Erstanamnese oder Risikokontrolle

Gynäkologie und Geburtshilfe · Vorsorge, Prävention und Kontrazeption

AbrechnungsfallHormonelle Kontrazeption – Erstanamnese oder Risikokontrolle mit gynäkologischer, Mamma- und Laborabklärung
FachgruppeGynäkologie und Geburtshilfe
ThemenbereichVorsorge, Prävention und Kontrazeption
KernpositionenGOÄ-Nr. 1 und GOÄ-Nr. 7
PrüfungManuelle fachliche Prüfung erforderlich
GOÄ-Abrechnung für Hormonelle Kontrazeption – Erstanamnese oder Risikokontrolle mit gynäkologischer, Mamma- und Laborabklärung

Zweck und Anwendbarkeit

Wofür ist diese Ziffernkette gedacht?

Wählt eine zur Lebensphase und zum individuellen Risiko passende Verhütungsmethode und berücksichtigt dabei Blutungsprofil, Begleiterkrankungen, Wechselwirkungen und Thromboserisiko. Die Verlaufskontrolle umfasst beratung und vollständige Untersuchung des betreffenden Organsystems.

Wann ist sie anwendbar?

Bei Beginn oder Wechsel einer Kontrazeption sowie bei Nebenwirkungen oder neuer Risikokonstellation; Untersuchung und Zusatzdiagnostik richten sich gezielt nach Anamnese und gewählter Methode. Erforderliche Kernleistungen: Beratung und vollständige Untersuchung des betreffenden Organsystems; sie müssen tatsächlich erbracht und dokumentiert sein.

GOÄ-Ziffern und Voraussetzungen

PositionRolleEntscheidende Voraussetzung
GOÄ-Nr. 1KernpositionBeratung – auch mittels Fernsprecher
GOÄ-Nr. 7KernpositionVollständige körperliche Untersuchung mindestens eines der folgenden Organsysteme
GOÄ-Nr. 410Bedingt / alternativUltraschalluntersuchung eines Organs. Beckenorgansonographie bei eigenständiger gynäkologischer Indikation.
GOÄ-Nr. 403Bedingt / alternativZuschlag zu den sonographischen Leistungen bei transkavitärer Untersuchung. Zuschlag bei tatsächlich transkavitär durchgeführter Sonographie; setzt eine passende Sonographie-Grundleistung voraus.
GOÄ-Nr. 418Bedingt / alternativUltraschalluntersuchung einer Brustdrüse – gegebenenfalls einschließlich der regionalen Lymphknoten. Mammasonographie bei eigenständiger Indikation.
GOÄ-Nr. 250Bedingt / alternativBlutentnahme mittels Spritze, Kanüle oder Katheter aus der Vene. Nur bei konkreter eigenständiger medizinischer Indikation; nicht als routinemäßiges Screening vor Kontrazeption.
GOÄ-Nr. 3550Bedingt / alternativBlutbild und Blutbildbestandteile. Nur bei konkreter eigenständiger medizinischer Indikation; nicht als routinemäßiges Screening vor Kontrazeption.
GOÄ-Nr. 3551Bedingt / alternativElektronischzytometrische/zytochemisch-zytometrische Leukozyten-Differenzierung, zusätzlich zu Nr. 3550. Nur zusätzlich zu Nr. 3550.
GOÄ-Nr. 3560Bedingt / alternativGlukose. Glukosebestimmung bei metabolischem Risiko.
GOÄ-Nr. 3561Bedingt / alternativGlykierte Hämoglobine (HbA1, HbA1c). HbA1c bei metabolischem Risiko.
GOÄ-Nr. 3585Bedingt / alternativKreatinin. Kreatinin nur bei konkreter medizinischer Indikation.
GOÄ-Nr. 3594Bedingt / alternativGlutamatoxalazetattransaminase (GOT, Aspartataminotransferase, ASAT, AST). GOT/AST bei konkreter Leber-/Medikamentenindikation.
GOÄ-Nr. 3595Bedingt / alternativGlutamatpyruvattransaminase (GPT, Alaninaminotransferase, ALAT, ALT). GPT/ALT bei konkreter Leber-/Medikamentenindikation.
GOÄ-Nr. 70Bedingt / alternativKurze Bescheinigung oder kurzes Zeugnis, Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. Kurze Bescheinigung nur bei eigenständigem Auftrag.
GOÄ-Nr. 75Bedingt / alternativUmfassender Bericht mit Anamnese, Befunden, Beurteilung und ggf. Therapie.
GOÄ-Nr. 420Bedingt / alternativUltraschalluntersuchung von bis zu drei weiteren Organen im Anschluß an eine der Leistungen nach den Nummern 410 bis 418, je Organ. Je weiteres tatsächlich untersuchtes Organ/Region im Anschluss an genau eine Grundleistung nach Nr. 410–418; insgesamt höchstens dreimal je Sitzung; jedes Organ/Region benennen.

Wichtig: Die Tabelle beschreibt Entscheidungspunkte, keine automatisch abrechenbare Pauschale.

Weitere Angaben zu den Positionen

GOÄ 410

Bedingte oder alternative Position

Abrechnungsalternative: ultrasound_base
GOÄ 403

Bedingte oder alternative Position

Abhängig von mindestens einer Position:
410
417
418
415
GOÄ 418

Bedingte oder alternative Position

Abrechnungsalternative: ultrasound_base
GOÄ 3551

Bedingte oder alternative Position

Abhängig von:
3550
GOÄ 420

Bedingte oder alternative Position

Wiederholung:
Max: 3
Abhängig von mindestens einer Position:
410
417
418

Kombinationsregeln und Alternativen

Hinweise zur Kombination

Labor und Bildgebung nicht als Routinepaket jeder Pillenverordnung; nur bei dokumentierter eigenständiger Indikation.

Abgrenzung zu ähnlichen Abrechnungsfällen

Davon abzugrenzen sind „Anpassung oder Wechsel eines Okklusivpessars zur Kontrazeption“ sowie „Notfallkontrazeption nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr mit Schwangerschafts- und STI-Abklärung“. Diese Themen besitzen einen anderen dokumentierten Leistungsumfang und deshalb jeweils eine eigene Abrechnungsseite.

Dokumentation für diesen Abrechnungsfall

Anlass, Schwangerschafts- oder Zyklusbezug, untersuchte Organe, Zugangsweg, Befunde und selbständige Behandlungsschritte

GOÄ-Nr. 1: vollständiger Leistungsinhalt der GOÄ-Nr. 1

GOÄ-Nr. 7: vollständiger Leistungsinhalt der GOÄ-Nr. 7

Kontrazeptionswunsch und bisherige Methoden

Thrombose-, Migräne-, Blutdruck-, Raucher- und Medikamentenanamnese

gynäkologischer/Mammabefund

eigenständige Bildgebungs- und Laborindikationen

Aufklärung, Präparat und Kontrollplan

Typische Fehler in diesem Abrechnungsfall

1.

GOÄ-Nr. 410 wird angesetzt, obwohl die konkrete Zusatzvoraussetzung nicht belegt ist: Beckenorgansonographie bei eigenständiger gynäkologischer Indikation.

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Über den Autor

Dieser Artikel wurde von unserem Gründer und Geschäftsführer Felix Vogel erstellt. Er beschäftigt sich täglich mit GOÄ-Prozessen, Rechnungsstellung und modernen Alternativen zur klassischen Rechnungsabtretung.