Notfallkontrazeption nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr
Gynäkologie und Geburtshilfe · Vorsorge, Prävention und Kontrazeption

Zweck und Anwendbarkeit
Wofür ist diese Ziffernkette gedacht?
Verringert nach ungeschütztem Verkehr das Schwangerschaftsrisiko durch möglichst frühzeitige Notfallkontrazeption und klärt parallel ein begründetes Risiko für Schwangerschaft oder sexuell übertragbare Infektionen. Die Abklärung umfasst schwangerschaftstest (Nachweisgrenze des Tests kleiner als 50 U/l).
Wann ist sie anwendbar?
Zeitnah nach ungeschütztem Verkehr unter Berücksichtigung von Zykluszeitpunkt, Wechselwirkungen, Körpergewicht und geeigneter Methode; STI-Diagnostik folgt Exposition, Symptomen und diagnostischem Zeitfenster. Erforderliche Kernleistung: Schwangerschaftstest (Nachweisgrenze des Tests kleiner als 50 U/l); sie muss tatsächlich erbracht und dokumentiert sein.
GOÄ-Ziffern und Voraussetzungen
| Position | Rolle | Entscheidende Voraussetzung |
|---|---|---|
| GOÄ-Nr. 1 | Kernposition | Beratung – auch mittels Fernsprecher |
| GOÄ-Nr. 5 | Kernposition | Symptombezogene Untersuchung. Symptombezogene Untersuchung bei Beschwerden. |
| GOÄ-Nr. 3529 | Kernposition | Schwangerschaftstest (Nachweisgrenze des Tests kleiner als 50 U/l). Qualitativer Schwangerschaftstest, sofern medizinisch erforderlich und durchgeführt. |
| GOÄ-Nr. 4024 | Bedingt / alternativ | Hormonbestimmung mittels Ligandenassay – gegebenenfalls einschließlich Doppelbestimmung und aktueller Bezugskurve. Quantitative hCG-Bestimmung bei unklarem/frühem Befund; Laborverantwortung beachten. |
| GOÄ-Nr. 250 | Bedingt / alternativ | Blutentnahme mittels Spritze, Kanüle oder Katheter aus der Vene. Venöse Blutentnahme. |
| GOÄ-Nr. 298 | Bedingt / alternativ | Entnahme und gegebenenfalls Aufbereitung von Abstrichmaterial zur mikrobiologischen Untersuchung – gegebenenfalls einschließlich Fixierung. Mikrobiologische Abstriche je eigenständigem Material/Entnahmeort; Entnahmestellen dokumentieren. |
| GOÄ-Nr. 3511 | Bedingt / alternativ | Untersuchung von Körpermaterial (z.B. Urin) mit vorgefertigten Reagenzien und visueller Auswertung, qualitativ/semiquantitativ, je Untersuchung. Urin-Teststreifen bei urogenitalen Beschwerden. |
| GOÄ-Nr. 3531 | Bedingt / alternativ | Urinsediment. Urinsediment bei eigenständiger Indikation. |
| GOÄ-Nr. 410 | Bedingt / alternativ | Ultraschalluntersuchung eines Organs. Sonographie des Uterus/Adnexorgans bei Schmerzen, Blutung oder Schwangerschaftsverdacht. |
| GOÄ-Nr. 403 | Bedingt / alternativ | Zuschlag zu den sonographischen Leistungen bei transkavitärer Untersuchung. Zuschlag bei tatsächlich transkavitär durchgeführter Sonographie; setzt eine passende Sonographie-Grundleistung voraus. |
| GOÄ-Nr. 70 | Bedingt / alternativ | Kurze Bescheinigung oder kurzes Zeugnis, Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. Kurze Bescheinigung nur bei eigenständigem Auftrag. |
Wichtig: Die Tabelle beschreibt Entscheidungspunkte, keine automatisch abrechenbare Pauschale.
Weitere Angaben zu den Positionen
Kombinationsregeln und Alternativen
Hinweise zur Kombination
Abgrenzung zu ähnlichen Abrechnungsfällen
Davon abzugrenzen sind „Einlage oder Wechsel eines Intrauterinpessars mit Ausschluss einer Schwangerschaft und sonographischer Lagekontrolle“ sowie „Hormonelle Kontrazeption – Erstanamnese oder Risikokontrolle mit gynäkologischer, Mamma- und Laborabklärung“. Diese Themen besitzen einen anderen dokumentierten Leistungsumfang und deshalb jeweils eine eigene Abrechnungsseite.
Dokumentation für diesen Abrechnungsfall
Anlass, Schwangerschafts- oder Zyklusbezug, untersuchte Organe, Zugangsweg, Befunde und selbständige Behandlungsschritte
GOÄ-Nr. 1: vollständiger Leistungsinhalt der GOÄ-Nr. 1
GOÄ-Nr. 5: Symptombezogene Untersuchung bei Beschwerden.
GOÄ-Nr. 3529: Qualitativer Schwangerschaftstest, sofern medizinisch erforderlich und durchgeführt.
Zeitpunkt und Art des ungeschützten Kontakts
Zyklus- und Kontrazeptionsanamnese
Schwangerschaftsrisiko und Aufklärung
Beschwerden und Untersuchungsbefund
Abstrichorte und Laboraufträge
sonographische Indikation/Befund
Typische Fehler in diesem Abrechnungsfall
1.
GOÄ-Nr. 4024 wird angesetzt, obwohl die konkrete Zusatzvoraussetzung nicht belegt ist: Quantitative hCG-Bestimmung bei unklarem/frühem Befund; Laborverantwortung beachten.
Ähnliche Abrechnungsfälle
Maßgeblich bleiben die aktuelle GOÄ, der konkrete Behandlungsfall und die vollständige Leistungsdokumentation.
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Über den Autor
Dieser Artikel wurde von unserem Gründer und Geschäftsführer Felix Vogel erstellt. Er beschäftigt sich täglich mit GOÄ-Prozessen, Rechnungsstellung und modernen Alternativen zur klassischen Rechnungsabtretung.
