Männliche LUTS/BPH – urologische Erstdiagnostik
Urologie · Prostata und untere Harnwege

Zweck und Anwendbarkeit
Wofür ist diese Ziffernkette gedacht?
Ordnet Blasenentleerung, Prostatabefund und Restharn zusammen ein, um Ausmaß und Ursache männlicher Beschwerden des unteren Harntrakts zu bestimmen. Die Abklärung umfasst ultraschalluntersuchung des betreffenden Organs.
Wann ist sie anwendbar?
Bei abgeschwächtem Harnstrahl, Pollakisurie, Nykturie, Restharngefühl, Harnverhalt oder vor einer medikamentösen beziehungsweise operativen Entscheidung. Erforderliche Kernleistung: Ultraschalluntersuchung des betreffenden Organs; sie muss tatsächlich erbracht und dokumentiert sein. Grenze: Prostata oder Harnblase; untersuchtes Organ angeben.
GOÄ-Ziffern und Voraussetzungen
| Position | Rolle | Entscheidende Voraussetzung |
|---|---|---|
| GOÄ-Nr. 5 | Kernposition | Symptombezogene Untersuchung |
| GOÄ-Nr. 410 | Kernposition | Ultraschalluntersuchung eines Organs. Prostata oder Harnblase; untersuchtes Organ angeben. |
| GOÄ-Nr. 403 | Bedingt / alternativ | Zuschlag zu sonographischen Leistungen bei transkavitärer Untersuchung. Nur bei transrektaler Prostatasonographie. |
| GOÄ-Nr. 420 | Bedingt / alternativ | Ultraschalluntersuchung eines weiteren Organs im Anschluss an Nr. 410 bis 418, je Organ, höchstens dreimal je Sitzung. Weiteres Organ, z. B. Restharnblase oder Niere; je Organ, maximal dreimal. |
| GOÄ-Nr. 3511 | Bedingt / alternativ | Untersuchung eines Körpermaterials mit vorgefertigtem Reagenzträger, z. B. Urinteststreifen |
| GOÄ-Nr. 1792 | Bedingt / alternativ | Uroflowmetrie einschließlich Registrierung |
| GOÄ-Nr. 3908.H3 | Bedingt / alternativ | Prostataspezifisches Antigen (PSA), Ligandenassay. PSA nur nach Indikation und Aufklärung; Fremdlabor rechnet selbst. |
| GOÄ-Nr. 250 | Bedingt / alternativ | Blutentnahme mittels Spritze, Kanüle oder Katheter aus der Vene. Nur bei tatsächlich durchgeführter venöser Blutentnahme in einer eigenständigen diagnostischen Behandlungsphase. |
Wichtig: Die Tabelle beschreibt Entscheidungspunkte, keine automatisch abrechenbare Pauschale.
Weitere Angaben zu den Positionen
Abgrenzung zu ähnlichen Abrechnungsfällen
Davon abzugrenzen sind „BPH – Verlaufskontrolle mit Uroflowmetrie und Restharn“ sowie „Erhöhtes PSA – differenzierte urologische Abklärung“. Diese Themen besitzen einen anderen dokumentierten Leistungsumfang und deshalb jeweils eine eigene Abrechnungsseite.
Dokumentation für diesen Abrechnungsfall
Organ, Seite, Indikation, Zugangsweg, Untersuchungs- oder Operationstechnik, Befund und Proben beziehungsweise Implantate
GOÄ-Nr. 5: Symptombezogene Untersuchung
GOÄ-Nr. 410: Prostata oder Harnblase; untersuchtes Organ angeben.
Miktionsbeschwerden und IPSS
digital-rektaler Befund
Prostatavolumen/Restharn
Uroflowkurve
PSA-Indikation und Aufklärung
Typische Fehler in diesem Abrechnungsfall
1.
GOÄ-Nr. 403 wird angesetzt, obwohl die konkrete Zusatzvoraussetzung nicht belegt ist: Nur bei transrektaler Prostatasonographie.
Ähnliche Abrechnungsfälle
Maßgeblich bleiben die aktuelle GOÄ, der konkrete Behandlungsfall und die vollständige Leistungsdokumentation.
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Über den Autor
Dieser Artikel wurde von unserem Gründer und Geschäftsführer Felix Vogel erstellt. Er beschäftigt sich täglich mit GOÄ-Prozessen, Rechnungsstellung und modernen Alternativen zur klassischen Rechnungsabtretung.
