Männliche LUTS/BPH – urologische Erstdiagnostik

Urologie · Prostata und untere Harnwege

FachgruppeUrologie
ThemenbereichProstata und untere Harnwege
KernpositionenGOÄ-Nr. 5 und GOÄ-Nr. 410
GOÄ-Abrechnung für Männliche LUTS/BPH – urologische Erstdiagnostik

Zweck und Anwendbarkeit

Wofür ist diese Ziffernkette gedacht?

Ordnet Blasenentleerung, Prostatabefund und Restharn zusammen ein, um Ausmaß und Ursache männlicher Beschwerden des unteren Harntrakts zu bestimmen. Die Abklärung umfasst ultraschalluntersuchung des betreffenden Organs.

Wann ist sie anwendbar?

Bei abgeschwächtem Harnstrahl, Pollakisurie, Nykturie, Restharngefühl, Harnverhalt oder vor einer medikamentösen beziehungsweise operativen Entscheidung. Erforderliche Kernleistung: Ultraschalluntersuchung des betreffenden Organs; sie muss tatsächlich erbracht und dokumentiert sein. Grenze: Prostata oder Harnblase; untersuchtes Organ angeben.

GOÄ-Ziffern und Voraussetzungen

PositionRolleEntscheidende Voraussetzung
GOÄ-Nr. 5KernpositionSymptombezogene Untersuchung
GOÄ-Nr. 410KernpositionUltraschalluntersuchung eines Organs. Prostata oder Harnblase; untersuchtes Organ angeben.
GOÄ-Nr. 403Bedingt / alternativZuschlag zu sonographischen Leistungen bei transkavitärer Untersuchung. Nur bei transrektaler Prostatasonographie.
GOÄ-Nr. 420Bedingt / alternativUltraschalluntersuchung eines weiteren Organs im Anschluss an Nr. 410 bis 418, je Organ, höchstens dreimal je Sitzung. Weiteres Organ, z. B. Restharnblase oder Niere; je Organ, maximal dreimal.
GOÄ-Nr. 3511Bedingt / alternativUntersuchung eines Körpermaterials mit vorgefertigtem Reagenzträger, z. B. Urinteststreifen
GOÄ-Nr. 1792Bedingt / alternativUroflowmetrie einschließlich Registrierung
GOÄ-Nr. 3908.H3Bedingt / alternativProstataspezifisches Antigen (PSA), Ligandenassay. PSA nur nach Indikation und Aufklärung; Fremdlabor rechnet selbst.
GOÄ-Nr. 250Bedingt / alternativBlutentnahme mittels Spritze, Kanüle oder Katheter aus der Vene. Nur bei tatsächlich durchgeführter venöser Blutentnahme in einer eigenständigen diagnostischen Behandlungsphase.

Wichtig: Die Tabelle beschreibt Entscheidungspunkte, keine automatisch abrechenbare Pauschale.

Weitere Angaben zu den Positionen

GOÄ 403

Bedingte oder alternative Position

Erforderlicher Zusammenhang: 410
GOÄ 420

Bedingte oder alternative Position

Erforderlicher Zusammenhang: 410

Abgrenzung zu ähnlichen Abrechnungsfällen

Davon abzugrenzen sind „BPH – Verlaufskontrolle mit Uroflowmetrie und Restharn“ sowie „Erhöhtes PSA – differenzierte urologische Abklärung“. Diese Themen besitzen einen anderen dokumentierten Leistungsumfang und deshalb jeweils eine eigene Abrechnungsseite.

Dokumentation für diesen Abrechnungsfall

Organ, Seite, Indikation, Zugangsweg, Untersuchungs- oder Operationstechnik, Befund und Proben beziehungsweise Implantate

GOÄ-Nr. 5: Symptombezogene Untersuchung

GOÄ-Nr. 410: Prostata oder Harnblase; untersuchtes Organ angeben.

Miktionsbeschwerden und IPSS

digital-rektaler Befund

Prostatavolumen/Restharn

Uroflowkurve

PSA-Indikation und Aufklärung

Typische Fehler in diesem Abrechnungsfall

1.

GOÄ-Nr. 403 wird angesetzt, obwohl die konkrete Zusatzvoraussetzung nicht belegt ist: Nur bei transrektaler Prostatasonographie.

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Über den Autor

Dieser Artikel wurde von unserem Gründer und Geschäftsführer Felix Vogel erstellt. Er beschäftigt sich täglich mit GOÄ-Prozessen, Rechnungsstellung und modernen Alternativen zur klassischen Rechnungsabtretung.