Prostata-Stanzbiopsie/Punktion – systematische Gewebeentnahme
Urologie · Prostata und untere Harnwege

Zweck und Anwendbarkeit
Wofür ist diese Ziffernkette gedacht?
Entnimmt systematisch und gegebenenfalls MRT-gezielt Prostatagewebe, um ein klinisch relevantes Karzinom histologisch zu sichern und dessen Ausdehnung beziehungsweise Risikoprofil einzuordnen. Die Abklärung umfasst systematische Gewebeentnahme.
Wann ist sie anwendbar?
Bei begründetem Prostatakarzinomverdacht nach PSA-, Tast- und Bildbefund beziehungsweise kontrollbedürftigem Vorbefund; Zielregionen, Stanzenzahl, Infektionsprophylaxe, Blutungsrisiko und pathologische Zuordnung müssen dokumentiert sein. Erforderliche Kernleistung: Systematische Gewebeentnahme; sie muss tatsächlich erbracht und dokumentiert sein.
GOÄ-Ziffern und Voraussetzungen
| Position | Rolle | Entscheidende Voraussetzung |
|---|---|---|
| GOÄ-Nr. 319 | Kernposition | Punktion der Prostata oder Schilddrüse. Je medizinisch notwendiger, tatsächlich durchgeführter Punktion/Stanzentnahme berechnungsfähig; Anzahl und Lokalisation dokumentieren. Nicht Nr. 2402 verwenden. |
| GOÄ-Nr. 410 | Bedingt / alternativ | Ultraschalluntersuchung eines Organs. Sonographische Führung/Prostatadarstellung nur bei tatsächlicher Durchführung. |
| GOÄ-Nr. 403 | Bedingt / alternativ | Zuschlag zu sonographischen Leistungen bei transkavitärer Untersuchung. Transrektaler Zugang. |
| GOÄ-Nr. 3511 | Bedingt / alternativ | Untersuchung eines Körpermaterials mit vorgefertigtem Reagenzträger, z. B. Urinteststreifen |
| GOÄ-Nr. 250 | Bedingt / alternativ | Blutentnahme mittels Spritze, Kanüle oder Katheter aus der Vene. Nur bei tatsächlich durchgeführter venöser Blutentnahme in einer eigenständigen diagnostischen Behandlungsphase. |
Wichtig: Die Tabelle beschreibt Entscheidungspunkte, keine automatisch abrechenbare Pauschale.
Weitere Angaben zu den Positionen
Kombinationsregeln und Alternativen
Hinweise zur Kombination
Abgrenzung zu ähnlichen Abrechnungsfällen
Davon abzugrenzen sind „Erhöhtes PSA – differenzierte urologische Abklärung“ sowie „Männliche LUTS/BPH – urologische Erstdiagnostik“. Diese Themen besitzen einen anderen dokumentierten Leistungsumfang und deshalb jeweils eine eigene Abrechnungsseite.
Dokumentation für diesen Abrechnungsfall
Organ, Seite, Indikation, Zugangsweg, Untersuchungs- oder Operationstechnik, Befund und Proben beziehungsweise Implantate
GOÄ-Nr. 319: Je medizinisch notwendiger, tatsächlich durchgeführter Punktion/Stanzentnahme berechnungsfähig; Anzahl und Lokalisation dokumentieren. Nicht Nr. 2402 verwenden.
Indikation und Aufklärung
Anzahl und Lokalisation der Stanzen
Ultraschallführung
Blutungs-/Infektionsrisiko
Versand an Pathologie
Typische Fehler in diesem Abrechnungsfall
1.
GOÄ-Nr. 410 wird angesetzt, obwohl die konkrete Zusatzvoraussetzung nicht belegt ist: Sonographische Führung/Prostatadarstellung nur bei tatsächlicher Durchführung.
Ähnliche Abrechnungsfälle
Maßgeblich bleiben die aktuelle GOÄ, der konkrete Behandlungsfall und die vollständige Leistungsdokumentation.
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Über den Autor
Dieser Artikel wurde von unserem Gründer und Geschäftsführer Felix Vogel erstellt. Er beschäftigt sich täglich mit GOÄ-Prozessen, Rechnungsstellung und modernen Alternativen zur klassischen Rechnungsabtretung.
