Krebsfrüherkennungsuntersuchung beim Mann mit optionalem PSA-Test

Urologie · Prostata und untere Harnwege

FachgruppeUrologie
ThemenbereichProstata und untere Harnwege
KernpositionenGOÄ-Nr. 28
GOÄ-Abrechnung für Krebsfrüherkennungsuntersuchung beim Mann mit optionalem PSA-Test

Zweck und Anwendbarkeit

Wofür ist diese Ziffernkette gedacht?

Ordnet Prostatabefund, Entzündungszeichen und PSA im klinischen Kontext ein, um Infektion, benigne Veränderung und abklärungsbedürftiges Tumorrisiko nicht aus einem Einzelwert abzuleiten. Die Vorsorge umfasst untersuchung eines Mannes zur Früherkennung von Krebserkrankungen nach Maßgabe der GOÄ.

Wann ist sie anwendbar?

Bei Vorsorgewunsch nach informierter Entscheidung, auffälligem Tast-/PSA-Befund oder prostatitischen Beschwerden; Verlauf, Infektion und mögliche Einflussfaktoren sind mitzubeurteilen. Erforderliche Kernleistung: Untersuchung eines Mannes zur Früherkennung von Krebserkrankungen nach Maßgabe der GOÄ; sie muss tatsächlich erbracht und dokumentiert sein.

GOÄ-Ziffern und Voraussetzungen

PositionRolleEntscheidende Voraussetzung
GOÄ-Nr. 28KernpositionUntersuchung eines Mannes zur Früherkennung von Krebserkrankungen nach Maßgabe der GOÄ. Nur bei vollständiger Erbringung des Leistungskomplexes; die eingeschlossenen Beratungs-, Untersuchungs- und Urintestbestandteile nicht zusätzlich abrechnen.
GOÄ-Nr. 3908.H3Bedingt / alternativProstataspezifisches Antigen (PSA), Ligandenassay. Nur nach gesonderter Aufklärung und individueller Entscheidung; M-III-Labor nur bei zulässiger eigener Leistung, sonst Abrechnung durch das Labor.
GOÄ-Nr. 250Bedingt / alternativBlutentnahme aus der Vene. Nur bei tatsächlich durchgeführter Blutentnahme.
GOÄ-Nr. 410Bedingt / alternativUltraschalluntersuchung eines Organs. Nur bei zusätzlicher eigenständiger medizinischer Indikation; nicht Bestandteil der Nr. 28.
GOÄ-Nr. 403Bedingt / alternativZuschlag bei transkavitärer Sonographie. Nur bei tatsächlich transrektaler Untersuchung und nur zusätzlich zur zugehörigen Sonographieleistung.

Wichtig: Die Tabelle beschreibt Entscheidungspunkte, keine automatisch abrechenbare Pauschale.

Weitere Angaben zu den Positionen

GOÄ 403

Bedingte oder alternative Position

Erforderlicher Zusammenhang: 410

Abgrenzung zu ähnlichen Abrechnungsfällen

Davon abzugrenzen sind „Erhöhtes PSA – differenzierte urologische Abklärung“ sowie „Männliche LUTS/BPH – urologische Erstdiagnostik“. Diese Themen besitzen einen anderen dokumentierten Leistungsumfang und deshalb jeweils eine eigene Abrechnungsseite.

Dokumentation für diesen Abrechnungsfall

Organ, Seite, Indikation, Zugangsweg, Untersuchungs- oder Operationstechnik, Befund und Proben beziehungsweise Implantate

GOÄ-Nr. 28: Nur bei vollständiger Erbringung des Leistungskomplexes; die eingeschlossenen Beratungs-, Untersuchungs- und Urintestbestandteile nicht zusätzlich abrechnen.

Vollständige Erbringung aller Bestandteile der Nr. 28

Anamnese und Untersuchungsbefunde

Aufklärung und Entscheidung zum PSA-Test

PSA-Wert und Verlauf

Gesonderte medizinische Indikation einer Sonographie

Typische Fehler in diesem Abrechnungsfall

1.

GOÄ-Nr. 3908.H3 wird angesetzt, obwohl die konkrete Zusatzvoraussetzung nicht belegt ist: Nur nach gesonderter Aufklärung und individueller Entscheidung; M-III-Labor nur bei zulässiger eigener Leistung, sonst Abrechnung durch das Labor.

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Über den Autor

Dieser Artikel wurde von unserem Gründer und Geschäftsführer Felix Vogel erstellt. Er beschäftigt sich täglich mit GOÄ-Prozessen, Rechnungsstellung und modernen Alternativen zur klassischen Rechnungsabtretung.