Patellasehnen-Tendinopathie – Bildgebung, Tape und Stoßwellentherapie

Orthopädie · Hüfte und Knie

FachgruppeOrthopädie
ThemenbereichHüfte und Knie
KernpositionenGOÄ-Nr. 1 und GOÄ-Nr. 410
GOÄ-Abrechnung für Patellasehnen-Tendinopathie – Bildgebung, Tape und Stoßwellentherapie

Zweck und Anwendbarkeit

Wofür ist diese Ziffernkette gedacht?

Lokalisiert einen belastungsabhängigen Sehnen- beziehungsweise Ansatzschmerz und verbindet Funktionsprüfung mit gezielter konservativer, infiltrativer oder physikalischer Therapie. Die Bildgebung umfasst patellasehnenbildgebung, funktionelles Tape und bei Indikation Stoßwellentherapie.

Wann ist sie anwendbar?

Bei klinisch gesichertem, anhaltendem Beschwerdebild nach Prüfung von Differentialdiagnosen; Infiltration oder Stoßwelle nur bei passender Zielstruktur und dokumentierter Vorbehandlung. Bei Varianten gilt: Nur tatsächlich erbrachte und dokumentierte Kernleistungen ansetzen: Patellasehnenbildgebung, funktionelles Tape und bei Indikation Stoßwellentherapie.

GOÄ-Ziffern und Voraussetzungen

PositionRolleEntscheidende Voraussetzung
GOÄ-Nr. 1KernpositionBeratung – auch mittels Fernsprecher
GOÄ-Nr. 5Bedingt / alternativSymptombezogene Untersuchung. Nur bei symptombezogener Untersuchung.
GOÄ-Nr. 7Bedingt / alternativVollständige körperliche Untersuchung mindestens eines der folgenden Organsysteme. Nur bei vollständiger Untersuchung der Stütz- und Bewegungsorgane.
GOÄ-Nr. 410KernpositionUltraschalluntersuchung eines Organs
GOÄ-Nr. 5030Bedingt / alternativRöntgenaufnahme eines Oberarm-, Unterarm-, Ellenbogen-, Oberschenkel-, Unterschenkel-, Kniegelenks, der ganzen Hand oder des ganzen Fußes, eines Schulter-, Schlüsselbein-, Becken-, Kreuzbein- oder Hüftgelenks in zwei Ebenen
GOÄ-Nr. 5031Bedingt / alternativErgänzende Ebene(n) zu einer Röntgenaufnahme nach GOÄ Nr. 5030
GOÄ-Nr. A1800Bedingt / alternativExtrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) bei orthopädischen, chirurgischen oder schmerztherapeutischen Indikationen, analog Nr. 1800 GOÄ, je Sitzung. Fokussierte ESWT.
GOÄ-Nr. A302Bedingt / alternativPunktion eines Schulter- oder Hüftgelenks. Radiale Stoßwellentherapie.
GOÄ-Nr. 207Bedingt / alternativTape-Verband eines großen Gelenks oder Zinkleimverband. Konventioneller Tapeverband eines großen Gelenks.
GOÄ-Nr. 857Bedingt / alternativOrientierende Testauswertung (z.B. Eysenck, MPQ, MPI, Raven, Sceno, Wartegg, Haus-Baum-Mensch), insgesamt. Lüscher-Test ausgeschlossen. Standardisierte Schmerz-/Funktionsskala, z. B. geeignetes validiertes Instrument, angewendet und ärztlich ausgewertet.

Wichtig: Die Tabelle beschreibt Entscheidungspunkte, keine automatisch abrechenbare Pauschale.

Weitere Angaben zu den Positionen

GOÄ 5

Bedingte oder alternative Position

Abrechnungsalternative: untersuchung
GOÄ 7

Bedingte oder alternative Position

Abrechnungsalternative: untersuchung
GOÄ A1800

Bedingte oder alternative Position

Analog bewertet zu: 1800
Abrechnungsalternative: eswt
GOÄ A302

Bedingte oder alternative Position

Analog bewertet zu: 302
Abrechnungsalternative: eswt

Kombinationsregeln und Alternativen

Auswahlregeln

Group: untersuchung
Choose: at_most_one
Note: Nr. 5 und Nr. 7 sind Alternativen; anhand des dokumentierten Untersuchungsumfangs auswählen.
Group: eswt
Choose: at_most_one

Abgrenzung zu ähnlichen Abrechnungsfällen

Davon abzugrenzen sind „Trochanter-major-Schmerzsyndrom – Bildgebung, Infiltration oder Stoßwellentherapie“ sowie „Gonarthrose – umfassende Diagnostik und intraartikuläre Therapie“. Diese Themen besitzen einen anderen dokumentierten Leistungsumfang und deshalb jeweils eine eigene Abrechnungsseite.

Dokumentation für diesen Abrechnungsfall

Körperregion, Seite, Funktionsbefund, bildgebendes oder therapeutisches Verfahren und selbständige Behandlungsschritte

GOÄ-Nr. 1: vollständiger Leistungsinhalt der GOÄ-Nr. 1

GOÄ-Nr. 410: vollständiger Leistungsinhalt der GOÄ-Nr. 410

Seite, Provokation und Funktion

Sonographie-/Röntgenbefund

ESWT-Verfahren, Parameter und Sitzungsnummer

Tape

bei Nr. 857 verwendete Skala und Ergebnis

Typische Fehler in diesem Abrechnungsfall

1.

GOÄ-Nr. 5 wird angesetzt, obwohl die konkrete Zusatzvoraussetzung nicht belegt ist: Nur bei symptombezogener Untersuchung.


2.

Die für „Patellasehnen-Tendinopathie – Bildgebung, Tape und Stoßwellentherapie“ hinterlegte Auswahl-, Alternativ- oder Begrenzungsregel wird nicht beachtet.

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Über den Autor

Dieser Artikel wurde von unserem Gründer und Geschäftsführer Felix Vogel erstellt. Er beschäftigt sich täglich mit GOÄ-Prozessen, Rechnungsstellung und modernen Alternativen zur klassischen Rechnungsabtretung.