Vaginitis/Vulvovaginitis mit Mikroskopie, Färbung, Kultur und lokaler Behandlung

Gynäkologie und Geburtshilfe · Zervix, Vulva und Infektionen

FachgruppeGynäkologie und Geburtshilfe
ThemenbereichZervix, Vulva und Infektionen
PrüfungManuelle fachliche Prüfung erforderlich
GOÄ-Abrechnung für Vaginitis/Vulvovaginitis mit Mikroskopie, Färbung, Kultur und lokaler Behandlung

Zweck und Anwendbarkeit

Wofür ist diese Ziffernkette gedacht?

Grenzt infektiöse und nichtinfektiöse Ursachen genitaler Beschwerden ab und ermöglicht anhand Lokalbefund und gezieltem Erregernachweis eine passende Behandlung einschließlich Partner- oder Mitbehandlung, wenn indiziert. Die Behandlung umfasst vaginitis/Vulvovaginitis mit Mikroskopie, Färbung, Kultur und lokaler Behandlung.

Wann ist sie anwendbar?

Bei Ausfluss, Geruch, Juckreiz, Schmerzen, Blutung oder Expositionsrisiko; Materialentnahme, Erregerspektrum und weiterführende Diagnostik richten sich nach Lokalisation, Anamnese und klinischem Befund. Bei Varianten gilt: Nur tatsächlich erbrachte und dokumentierte Kernleistungen ansetzen: Vaginitis/Vulvovaginitis mit Mikroskopie, Färbung, Kultur und lokaler Behandlung.

GOÄ-Ziffern und Voraussetzungen

PositionRolleEntscheidende Voraussetzung
GOÄ-Nr. 1KernpositionBeratung – auch mittels Fernsprecher
GOÄ-Nr. 7KernpositionVollständige körperliche Untersuchung mindestens eines der folgenden Organsysteme
GOÄ-Nr. 298KernpositionEntnahme und gegebenenfalls Aufbereitung von Abstrichmaterial zur mikrobiologischen Untersuchung – gegebenenfalls einschließlich Fixierung. Mikrobiologische Abstrichentnahme; Entnahmeort angeben.
GOÄ-Nr. 3508Bedingt / alternativMikroskopische Untersuchung von Nativpräparaten (z.B. Punktate, Sekrete, Stuhl), ggf. mit Aufbereitung und Phasenkontrast. Nativpräparat/Nasspräparat tatsächlich mikroskopisch untersucht.
GOÄ-Nr. 3509Bedingt / alternativMikroskopische Untersuchung nach einfacher Färbung (z.B. Methylenblau, Lugol), je Material. Einfache Färbung tatsächlich durchgeführt.
GOÄ-Nr. 3510Bedingt / alternativMikroskopische Untersuchung nach differenzierender Färbung (z.B. Gramfärbung), je Präparat. Gramfärbung tatsächlich durchgeführt.
GOÄ-Nr. 4711Bedingt / alternativLichtmikroskopische Pilznachweisuntersuchung im Nativmaterial (Kalilauge o.ä.) oder mit aufwendiger Anfärbung (Fluorochrom, Baumwollblau, Tusche), je Material. Mikroskopischer Pilznachweis durch berechtigten Leistungserbringer.
GOÄ-Nr. 4715Bedingt / alternativUntersuchung zum Nachweis von Pilzen durch Anoder Weiterzüchtung auf einfachen Nährmedien (z.B. Sabouraud-Agar), je Nährmedium. Pilzkultur tatsächlich durchgeführt.
GOÄ-Nr. 4722Bedingt / alternativLichtmikroskopische Identifizierung angezüchteter Pilze – einschließlich Anfärbung (z.B. Färbung mit Fluorochromen, Baumwollblau-, Tuschefärbung) -, je Untersuchung. Pilzdifferenzierung/Identifizierung tatsächlich durchgeführt.
GOÄ-Nr. 4743Bedingt / alternativLichtmikroskopische Parasitenuntersuchung (ggf. mit Anfärbung/Phasenkontrast), qualitativ. Je Untersuchung. Trichomonadennachweis tatsächlich durchgeführt.
GOÄ-Nr. 1075Bedingt / alternativVaginale Behandlung – auch einschließlich Einbringung von Arzneimitteln in die Gebärmutter, Ätzung des Gebärmutterhalses und/ oder Behandlung von Portioerosionen. Vaginale lokale Behandlung tatsächlich erbracht.
GOÄ-Nr. 3511Bedingt / alternativUntersuchung von Körpermaterial (z.B. Urin) mit vorgefertigten Reagenzien und visueller Auswertung, qualitativ/semiquantitativ, je Untersuchung. Urin-Teststreifen bei zusätzlichen Harnwegsbeschwerden.

Wichtig: Die Tabelle beschreibt Entscheidungspunkte, keine automatisch abrechenbare Pauschale.

Weitere Angaben zu den Positionen

GOÄ 298

Kernposition der Kombination

Wiederholung:
Min: 1

Kombinationsregeln und Alternativen

Hinweise zur Kombination

Laborpositionen nur bei eigener/zulässig zugeordneter tatsächlicher Erbringung; Fremdlabor nicht als Eigenleistung.
Nr. 298 kann bei unterschiedlichen Materialien/Entnahmeorten mehrfach berechnungsfähig sein.

Abgrenzung zu ähnlichen Abrechnungsfällen

Davon abzugrenzen sind „Portioektopie oder Zervizitis mit Kolposkopie, lokaler Therapie und Abstrichdiagnostik“ sowie „Vaginaler Fremdkörper beim Kind mit altersgerechter Untersuchung, Vaginoskopie und Entfernung“. Diese Themen besitzen einen anderen dokumentierten Leistungsumfang und deshalb jeweils eine eigene Abrechnungsseite.

Dokumentation für diesen Abrechnungsfall

Anlass, Schwangerschafts- oder Zyklusbezug, untersuchte Organe, Zugangsweg, Befunde und selbständige Behandlungsschritte

GOÄ-Nr. 1: vollständiger Leistungsinhalt der GOÄ-Nr. 1

GOÄ-Nr. 7: vollständiger Leistungsinhalt der GOÄ-Nr. 7

GOÄ-Nr. 298: Mikrobiologische Abstrichentnahme; Entnahmeort angeben.

Beschwerden, pH und klinischer Befund

Abstrichorte und Material

Mikroskopie-/Färbeergebnisse

Kultur und Erregerdifferenzierung

lokale Behandlung

Typische Fehler in diesem Abrechnungsfall

1.

GOÄ-Nr. 3508 wird angesetzt, obwohl die konkrete Zusatzvoraussetzung nicht belegt ist: Nativpräparat/Nasspräparat tatsächlich mikroskopisch untersucht.

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Über den Autor

Dieser Artikel wurde von unserem Gründer und Geschäftsführer Felix Vogel erstellt. Er beschäftigt sich täglich mit GOÄ-Prozessen, Rechnungsstellung und modernen Alternativen zur klassischen Rechnungsabtretung.