Akute Gastroenteritis mit Dehydratation

Kinder- und Jugendmedizin · Gastroenterologie und Ernährung

AbrechnungsfallAkute Gastroenteritis mit Dehydratation – Untersuchung, Elektrolyt-/Glukosekontrolle und gegebenenfalls Infusion
FachgruppeKinder- und Jugendmedizin
ThemenbereichGastroenterologie und Ernährung
KernpositionenGOÄ-Nr. 5
GOÄ-Abrechnung für Akute Gastroenteritis mit Dehydratation – Untersuchung, Elektrolyt-/Glukosekontrolle und gegebenenfalls Infusion

Zweck und Anwendbarkeit

Wofür ist diese Ziffernkette gedacht?

Gleicht bei akuter Gastroenteritis einen klinisch relevanten Flüssigkeits- und Elektrolytverlust aus und überwacht, ob eine ambulante Behandlung sicher bleibt. Die Verlaufskontrolle umfasst intravenöse Infusion bis zu 30 Minuten und Intravenöse Infusion von mehr als 30 Minuten Dauer.

Wann ist sie anwendbar?

Bei Dehydratationszeichen oder unzureichender oraler Zufuhr; Kreislauf, Urinmenge, Elektrolytrisiko und Warnzeichen für stationäre Behandlung sind zu beurteilen. Bei Varianten gilt: Nur tatsächlich erbrachte und dokumentierte Kernleistungen ansetzen: Intravenöse Infusion bis zu 30 Minuten und Intravenöse Infusion von mehr als 30 Minuten Dauer.

GOÄ-Ziffern und Voraussetzungen

PositionRolleEntscheidende Voraussetzung
GOÄ-Nr. 1Bedingt / alternativBeratung. Behandlungsfallbegrenzung beachten.
GOÄ-Nr. 5KernpositionSymptombezogene Untersuchung. Hydratationsstatus und Warnzeichen gezielt untersuchen.
GOÄ-Nr. K1Bedingt / alternativKleinkinderzuschlag. Nur bis zum vollendeten 4. Lebensjahr, unmittelbar zu Nr. 5 und einfacher Satz.
GOÄ-Nr. 250ABedingt / alternativKapillarblutentnahme. Nur bei tatsächlicher Entnahme bis zum vollendeten 8. Lebensjahr.
GOÄ-Nr. 3514Bedingt / alternativGlukosebestimmung. Nur bei Erfüllung der Vorhalteleistungsregeln des Abschnitts M I: Untersuchung direkt beim Patienten oder in eigenen Praxisräumen innerhalb von vier Stunden; nicht bei Erbringung im Krankenhaus, in einer Laborgemeinschaft oder laborärztlichen Praxis.
GOÄ-Nr. 3524Bedingt / alternativCRP. Nur bei infektiologischer Differenzialdiagnostik. Nur bei Erfüllung der Vorhalteleistungsregeln des Abschnitts M I: Untersuchung direkt beim Patienten oder in eigenen Praxisräumen innerhalb von vier Stunden; nicht bei Erbringung im Krankenhaus, in einer Laborgemeinschaft oder laborärztlichen Praxis.
GOÄ-Nr. 3557Bedingt / alternativKalium. Nur abrechnen, wenn die konkrete Laborleistung nach Abschnitt M GOÄ vom abrechnenden Arzt persönlich bzw. unter fachlicher Weisung und Aufsicht in zulässiger Weise erbracht wurde. Echtes Fremdlabor rechnet selbst ab; Parameter, Methode, Höchstwerte und Ausschlüsse separat prüfen.
GOÄ-Nr. 3558Bedingt / alternativNatrium. Nur abrechnen, wenn die konkrete Laborleistung nach Abschnitt M GOÄ vom abrechnenden Arzt persönlich bzw. unter fachlicher Weisung und Aufsicht in zulässiger Weise erbracht wurde. Echtes Fremdlabor rechnet selbst ab; Parameter, Methode, Höchstwerte und Ausschlüsse separat prüfen.
GOÄ-Nr. 271Bedingt / alternativIntravenöse Infusion bis zu 30 Minuten. Nur bei tatsächlich durchgeführter Infusion; nicht neben Nr. 272 bis 276.
GOÄ-Nr. 272Bedingt / alternativIntravenöse Infusion von mehr als 30 Minuten Dauer. Nur bei tatsächlicher Infusionsdauer von mehr als 30 Minuten; nicht neben Nr. 271 oder 273 bis 276.
GOÄ-Nr. 273Bedingt / alternativIntravenöse Infusion bei einem Kind bis zum vollendeten 4. Lebensjahr. Nur bei tatsächlicher Infusion in dieser Altersgruppe; nicht neben Nr. 271, 272 oder 274 bis 276.

Wichtig: Die Tabelle beschreibt Entscheidungspunkte, keine automatisch abrechenbare Pauschale.

Weitere Angaben zu den Positionen

GOÄ K1

Bedingte oder alternative Position

Erforderlicher Zusammenhang: 5
GOÄ 271

Bedingte oder alternative Position

Abrechnungsalternative: infusion_path
GOÄ 272

Bedingte oder alternative Position

Abrechnungsalternative: infusion_path
GOÄ 273

Bedingte oder alternative Position

Abrechnungsalternative: infusion_path

Abgrenzung zu ähnlichen Abrechnungsfällen

Davon abzugrenzen sind „Zöliakieverdacht – Abdomenstatus, venöse Blutentnahme und laborchemische Basisdiagnostik“ sowie „Akute oder rezidivierende Bauchschmerzen – vollständiger Abdomenstatus, Urin-/CRP-Diagnostik und Abdomensonographie“. Diese Themen besitzen einen anderen dokumentierten Leistungsumfang und deshalb jeweils eine eigene Abrechnungsseite.

Dokumentation für diesen Abrechnungsfall

Alter, Entwicklungsstand, Anlass, vollständiger Untersuchungs- oder Beratungsumfang und relevante Fremdanamnese

GOÄ-Nr. 5: Hydratationsstatus und Warnzeichen gezielt untersuchen.

Gewichtsverlust und Flüssigkeitsbilanz

Hydratationsstatus

Laborwerte

Infusionslösung, Menge und Dauer

Verlauf

Einweisungsentscheidung

Typische Fehler in diesem Abrechnungsfall

1.

GOÄ-Nr. 1 wird angesetzt, obwohl die konkrete Zusatzvoraussetzung nicht belegt ist: Behandlungsfallbegrenzung beachten.

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Über den Autor

Dieser Artikel wurde von unserem Gründer und Geschäftsführer Felix Vogel erstellt. Er beschäftigt sich täglich mit GOÄ-Prozessen, Rechnungsstellung und modernen Alternativen zur klassischen Rechnungsabtretung.