Zöliakieverdacht – Abdomenstatus, venöse Blutentnahme und laborchemische Basisdiagnostik
Kinder- und Jugendmedizin · Gastroenterologie und Ernährung

Zweck und Anwendbarkeit
Wofür ist diese Ziffernkette gedacht?
Prüft bei passender Symptomatik oder Risikokonstellation eine glutenabhängige Enteropathie serologisch und ordnet Wachstum, Blutbild und Mangelzeichen ein. Die Abklärung umfasst beratung und vollständige Untersuchung aller Bauchorgane.
Wann ist sie anwendbar?
Unter glutenhaltiger Ernährung bei gastrointestinalen Beschwerden, Gedeihstörung, Eisenmangel oder erhöhtem Risiko; positive Serologie benötigt leitliniengerechte Bestätigung. Erforderliche Kernleistungen: Beratung und vollständige Untersuchung aller Bauchorgane; sie müssen tatsächlich erbracht und dokumentiert sein.
GOÄ-Ziffern und Voraussetzungen
| Position | Rolle | Entscheidende Voraussetzung |
|---|---|---|
| GOÄ-Nr. 1 | Kernposition | Beratung. Glutenexposition und weiteres Vorgehen besprechen; Behandlungsfallbegrenzung beachten. |
| GOÄ-Nr. 7 | Kernposition | Vollständige Untersuchung aller Bauchorgane. Nicht neben Nr. 5, 6 oder 8. |
| GOÄ-Nr. 250 | Kernposition | Venöse Blutentnahme. Nur bei tatsächlicher Entnahme. |
| GOÄ-Nr. 3550 | Bedingt / alternativ | Blutbild. Nur abrechnen, wenn die konkrete Laborleistung nach Abschnitt M GOÄ vom abrechnenden Arzt persönlich bzw. unter fachlicher Weisung und Aufsicht in zulässiger Weise erbracht wurde. Echtes Fremdlabor rechnet selbst ab; Parameter, Methode, Höchstwerte und Ausschlüsse separat prüfen. |
| GOÄ-Nr. 75 | Bedingt / alternativ | Ausführlicher Bericht. Nur bei eigenständigem ausführlichem Bericht, z. B. an mitbehandelnde Stelle. |
| GOÄ-Nr. FREMDLABOR-ZOELIAKIE-SEROLOGIE | Bedingt / alternativ | Zöliakieserologie einschließlich Gesamt-IgA und spezifischer Antikörper. Klinisch typischer Bestandteil, aber konkrete M-III/M-IV-Positionen werden vom tatsächlich untersuchenden Labor abgerechnet. |
Wichtig: Die Tabelle beschreibt Entscheidungspunkte, keine automatisch abrechenbare Pauschale.
Weitere Angaben zu den Positionen
Bedingte oder alternative Position
Abgrenzung zu ähnlichen Abrechnungsfällen
Davon abzugrenzen sind „Chronische Obstipation oder Enkopresis – Abdomenstatus, Sonographie, Urinprüfung und Entwicklungsbeurteilung“ sowie „Akute oder rezidivierende Bauchschmerzen – vollständiger Abdomenstatus, Urin-/CRP-Diagnostik und Abdomensonographie“. Diese Themen besitzen einen anderen dokumentierten Leistungsumfang und deshalb jeweils eine eigene Abrechnungsseite.
Dokumentation für diesen Abrechnungsfall
Alter, Entwicklungsstand, Anlass, vollständiger Untersuchungs- oder Beratungsumfang und relevante Fremdanamnese
GOÄ-Nr. 1: Glutenexposition und weiteres Vorgehen besprechen; Behandlungsfallbegrenzung beachten.
GOÄ-Nr. 7: Nicht neben Nr. 5, 6 oder 8.
GOÄ-Nr. 250: Nur bei tatsächlicher Entnahme.
Beschwerden und Wachstum
Glutenaufnahme
Familienanamnese
Abdomenbefund
beauftragte Serologie
Überweisungs-/Biopsieplan
Typische Fehler in diesem Abrechnungsfall
1.
GOÄ-Nr. 3550 wird angesetzt, obwohl die konkrete Zusatzvoraussetzung nicht belegt ist: Nur abrechnen, wenn die konkrete Laborleistung nach Abschnitt M GOÄ vom abrechnenden Arzt persönlich bzw. unter fachlicher Weisung und Aufsicht in…
Ähnliche Abrechnungsfälle
Maßgeblich bleiben die aktuelle GOÄ, der konkrete Behandlungsfall und die vollständige Leistungsdokumentation.
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Über den Autor
Dieser Artikel wurde von unserem Gründer und Geschäftsführer Felix Vogel erstellt. Er beschäftigt sich täglich mit GOÄ-Prozessen, Rechnungsstellung und modernen Alternativen zur klassischen Rechnungsabtretung.
