Hämaturie oder Proteinurie – Harntraktstatus, Urinmikroskopie, Blutbild, Kreatinin und …

Kinder- und Jugendmedizin · Nephrologie und Urologie

AbrechnungsfallHämaturie oder Proteinurie – Harntraktstatus, Urinmikroskopie, Blutbild, Kreatinin und Nierensonographie
FachgruppeKinder- und Jugendmedizin
ThemenbereichNephrologie und Urologie
GOÄ-Abrechnung für Hämaturie oder Proteinurie – Harntraktstatus, Urinmikroskopie, Blutbild, Kreatinin und Nierensonographie

Zweck und Anwendbarkeit

Wofür ist diese Ziffernkette gedacht?

Lokalisiert die Blutungsquelle im Harntrakt und unterscheidet infektiöse, steinbedingte, glomeruläre und neoplastische Ursachen; bei Tamponade wird zusätzlich der Abfluss wiederhergestellt. Die Bildgebung umfasst blutbild und Kreatinin.

Wann ist sie anwendbar?

Bei sichtbarer Hämaturie grundsätzlich beziehungsweise bei persistierender risikorelevanter Mikrohämaturie; Koagelverhalt mit Abflussstörung verlangt zeitnahe Entlastung. Bei Varianten gilt: Nur tatsächlich erbrachte und dokumentierte Kernleistungen ansetzen: Blutbild und Kreatinin.

GOÄ-Ziffern und Voraussetzungen

PositionRolleEntscheidende Voraussetzung
GOÄ-Nr. 1KernpositionBeratung. Behandlungsfallbegrenzung beachten.
GOÄ-Nr. 5KernpositionSymptombezogene Untersuchung. Nur bei tatsächlich durchgeführter symptombezogener Untersuchung; nicht neben Nr. 6, 7 oder 8. Nr. 6 nur verwenden, wenn deren vollständige Organsystem-Legende erfüllt ist.
GOÄ-Nr. 3511KernpositionUrin-Teststreifen. Parameter angeben. Nur bei Erfüllung der Vorhalteleistungsregeln des Abschnitts M I: Untersuchung direkt beim Patienten oder in eigenen Praxisräumen innerhalb von vier Stunden; nicht bei Erbringung im Krankenhaus, in einer Laborgemeinschaft oder laborärztlichen Praxis.
GOÄ-Nr. 3532Bedingt / alternativPhasenkontrastmikroskopisches Harnsediment. Nur bei eigener tatsächlicher Durchführung. Nur bei Erfüllung der Vorhalteleistungsregeln des Abschnitts M I: Untersuchung direkt beim Patienten oder in eigenen Praxisräumen innerhalb von vier Stunden; nicht bei Erbringung im Krankenhaus, in einer Laborgemeinschaft oder laborärztlichen Praxis.
GOÄ-Nr. 250Bedingt / alternativVenöse Blutentnahme. Nur bei tatsächlicher Entnahme.
GOÄ-Nr. 3550Bedingt / alternativBlutbild. Nur abrechnen, wenn die konkrete Laborleistung nach Abschnitt M GOÄ vom abrechnenden Arzt persönlich bzw. unter fachlicher Weisung und Aufsicht in zulässiger Weise erbracht wurde. Echtes Fremdlabor rechnet selbst ab; Parameter, Methode, Höchstwerte und Ausschlüsse separat prüfen.
GOÄ-Nr. 3585.H1Bedingt / alternativKreatinin. Nur abrechnen, wenn die konkrete Laborleistung nach Abschnitt M GOÄ vom abrechnenden Arzt persönlich bzw. unter fachlicher Weisung und Aufsicht in zulässiger Weise erbracht wurde. Echtes Fremdlabor rechnet selbst ab; Parameter, Methode, Höchstwerte und Ausschlüsse separat prüfen. H1-Kennzeichnung ist Bestandteil der Gebührennummer; Höchstwert Nr. 3541.H beachten.
GOÄ-Nr. 410Bedingt / alternativUltraschalluntersuchung eines Organs. Untersuchtes Organ und Seite angeben; bei mehreren Organen Nr. 420 prüfen. Untersuchtes Organ beziehungsweise die als Organ geltende Körperregion angeben.
GOÄ-Nr. 420Bedingt / alternativUltraschalluntersuchung eines weiteren Organs. Nur je tatsächlich zusätzlich vollständig untersuchtem Organ im Anschluss an Nr. 410; Organ angeben, höchstens dreimal je Sitzung.

Wichtig: Die Tabelle beschreibt Entscheidungspunkte, keine automatisch abrechenbare Pauschale.

Weitere Angaben zu den Positionen

GOÄ 420

Bedingte oder alternative Position

Erforderlicher Zusammenhang: 410

Abgrenzung zu ähnlichen Abrechnungsfällen

Davon abzugrenzen sind „Fieberhafter Harnwegsinfekt – vollständiger Harntraktstatus, Urinmikroskopie, CRP und Sonographie“ sowie „Enuresis oder rezidivierende Harnwegsinfekte – Harntraktstatus, Urinmikroskopie und Sonographie“. Diese Themen besitzen einen anderen dokumentierten Leistungsumfang und deshalb jeweils eine eigene Abrechnungsseite.

Dokumentation für diesen Abrechnungsfall

Alter, Entwicklungsstand, Anlass, vollständiger Untersuchungs- oder Beratungsumfang und relevante Fremdanamnese

GOÄ-Nr. 1: Behandlungsfallbegrenzung beachten.

GOÄ-Nr. 5: Nur bei tatsächlich durchgeführter symptombezogener Untersuchung; nicht neben Nr. 6, 7 oder 8. Nr. 6 nur verwenden, wenn deren vollständige Organsystem-Legende erfüllt ist.

GOÄ-Nr. 3511: Parameter angeben. Nur bei Erfüllung der Vorhalteleistungsregeln des Abschnitts M I: Untersuchung direkt beim Patienten oder in eigenen Praxisräumen innerhalb von vier Stunden; nicht bei Erbringung im Krankenhaus, in einer Laborgemeinschaft oder laborärztlichen Praxis.

Urinbefunde und Verlauf

Blutdruck/Ödeme

vollständiger Harntraktstatus

Sediment

Kreatinin

Sonobefund

Überweisungsplan

Typische Fehler in diesem Abrechnungsfall

1.

GOÄ-Nr. 3532 wird angesetzt, obwohl die konkrete Zusatzvoraussetzung nicht belegt ist: Nur bei eigener tatsächlicher Durchführung. Nur bei Erfüllung der Vorhalteleistungsregeln des Abschnitts M I: Untersuchung direkt beim Patienten oder in…

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Über den Autor

Dieser Artikel wurde von unserem Gründer und Geschäftsführer Felix Vogel erstellt. Er beschäftigt sich täglich mit GOÄ-Prozessen, Rechnungsstellung und modernen Alternativen zur klassischen Rechnungsabtretung.