Welche GOÄ-Ziffern sind für „Mastodynie oder dichte Brust mit bilateraler Sonographie und ergänzender Mammographie“ berechnungsfähig?

Praxisleitfaden zur GOÄ-Abrechnung in der Fachgruppe Gynäkologie und Geburtshilfe für das Thema „Mastodynie oder dichte Brust mit bilateraler Sonographie und ergänzender Mammographie“.

FachgruppeGynäkologie und Geburtshilfe
ThemenbereichMammadiagnostik und Senologie
PrüfmaßstabManuelle fachliche Prüfung erforderlich
GOÄ-Abrechnung für Mastodynie oder dichte Brust mit bilateraler Sonographie und ergänzender Mammographie

Welche GOÄ-Ziffern kommen für „Mastodynie oder dichte Brust mit bilateraler Sonographie und ergänzender Mammographie“ in Betracht?

Für „Mastodynie oder dichte Brust mit bilateraler Sonographie und ergänzender Mammographie“ führt die Kette GOÄ-Nr. 1, GOÄ-Nr. 7, GOÄ-Nr. 418 und GOÄ-Nr. 420 als Kernpositionen. GOÄ-Nr. 5266, GOÄ-Nr. 5267, GOÄ-Nr. 250, GOÄ-Nr. 4021 und GOÄ-Nr. 4039 sowie weitere Positionen kommen nur bei zusätzlichem oder alternativem Leistungsinhalt in Betracht.

Bei der Abrechnung von „Mastodynie oder dichte Brust mit bilateraler Sonographie und ergänzender Mammographie“ stehen Mastodynie, Brustschmerz, dichte Brust, fibrozystische Mastopathie. Für die Abrechnungsentscheidung sind insbesondere gynäkologischer oder geburtshilflicher Anlass, Schwangerschaftsphase, Organbezug, Untersuchungsweg und eigenständige operative beziehungsweise diagnostische Schritte maßgeblich. Der Titel der Behandlung ersetzt keinen dieser Leistungsnachweise.

PositionRolleEntscheidende Voraussetzung
GOÄ-Nr. 1KernpositionBeratung – auch mittels Fernsprecher
GOÄ-Nr. 7KernpositionVollständige körperliche Untersuchung mindestens eines der folgenden Organsysteme
GOÄ-Nr. 418KernpositionUltraschalluntersuchung einer Brustdrüse – gegebenenfalls einschließlich der regionalen Lymphknoten
GOÄ-Nr. 5266Bedingt / alternativMammographie einer Brust in zwei Ebenen; je Seite gesondert, Seite dokumentieren.
GOÄ-Nr. 5267Bedingt / alternativNur für tatsächlich zusätzlich erstellte Spezial-/Zusatzaufnahme(n) im Anschluss an Nr. 5266; Projektion und Seite dokumentieren.
GOÄ-Nr. 250Bedingt / alternativBlutentnahme mittels Spritze, Kanüle oder Katheter aus der Vene
GOÄ-Nr. 4021Bedingt / alternativFSH bei hormoneller Fragestellung.
GOÄ-Nr. 4039Bedingt / alternativEstradiol bei hormoneller Fragestellung.
GOÄ-Nr. 4041Bedingt / alternativProlaktin bei Galaktorrhoe/entsprechender Indikation.
GOÄ-Nr. 75Bedingt / alternativUmfassender Bericht mit Anamnese, Befunden, Beurteilung und ggf. Therapie.
GOÄ-Nr. 420KernpositionJe weiteres tatsächlich untersuchtes Organ/Region im Anschluss an genau eine Grundleistung nach Nr. 410–418; insgesamt höchstens dreimal je Sitzung; jedes Organ/Region benennen.

Wichtig: Die Tabelle beschreibt Entscheidungspunkte, keine automatisch abrechenbare Pauschale.

Wann sind die einzelnen Positionen für „Mastodynie oder dichte Brust mit bilateraler Sonographie und ergänzender Mammographie“ berechnungsfähig?

Jede Position ist anhand ihres vollständigen Leistungsinhalts und der konkret hinterlegten Abhängigkeiten zu beurteilen.

GOÄ 1

Kernposition der Kombination

Beratung – auch mittels Fernsprecher

GOÄ 7

Kernposition der Kombination

Vollständige körperliche Untersuchung mindestens eines der folgenden Organsysteme

GOÄ 418

Kernposition der Kombination

Ultraschalluntersuchung einer Brustdrüse – gegebenenfalls einschließlich der regionalen Lymphknoten

GOÄ 5266

Bedingte oder alternative Position

Mammographie einer Brust in zwei Ebenen; je Seite gesondert, Seite dokumentieren.

Wiederholung:
Max: 2
GOÄ 5267

Bedingte oder alternative Position

Nur für tatsächlich zusätzlich erstellte Spezial-/Zusatzaufnahme(n) im Anschluss an Nr. 5266; Projektion und Seite dokumentieren.

Wiederholung:
Max: 2
Abhängig von:
5266
GOÄ 250

Bedingte oder alternative Position

Blutentnahme mittels Spritze, Kanüle oder Katheter aus der Vene

GOÄ 4021

Bedingte oder alternative Position

FSH bei hormoneller Fragestellung.

GOÄ 4039

Bedingte oder alternative Position

Estradiol bei hormoneller Fragestellung.

GOÄ 4041

Bedingte oder alternative Position

Prolaktin bei Galaktorrhoe/entsprechender Indikation.

GOÄ 75

Bedingte oder alternative Position

Umfassender Bericht mit Anamnese, Befunden, Beurteilung und ggf. Therapie.

GOÄ 420

Kernposition der Kombination

Je weiteres tatsächlich untersuchtes Organ/Region im Anschluss an genau eine Grundleistung nach Nr. 410–418; insgesamt höchstens dreimal je Sitzung; jedes Organ/Region benennen.

Wiederholung:
Max: 3
Abhängig von mindestens einer Position:
410
417
418

Welche Abrechnungspfade und Sonderregeln gelten für „Mastodynie oder dichte Brust mit bilateraler Sonographie und ergänzender Mammographie“?

Hinweise zur Kombination

Hormonlabor nicht routinemäßig bei jeder Mastodynie, sondern nur bei dokumentierter Fragestellung.

Besondere Dokumentationsvorgaben

Seite, Zyklusbezug und Tastbefund
Sonographie Brust/Axilla beidseits
Mammographieprojektionen
hormonelle Indikation und Werte
Beurteilung und Verlauf

Wie grenzt sich „Mastodynie oder dichte Brust mit bilateraler Sonographie und ergänzender Mammographie“ von ähnlichen Abrechnungsfällen ab?

Dieser Artikel behandelt gezielt „Mastodynie oder dichte Brust mit bilateraler Sonographie und ergänzender Mammographie“ und nicht einen allgemeinen Sammelblock dieser Fachgruppe. Davon abzugrenzen sind „Tastbarer Mammabefund mit bilateraler Sonographie, Mammographie und Punktion“ sowie „Brustzyste mit bilateraler Sonographie, Punktion und zytologischer Weiterleitung“. Diese Themen besitzen einen anderen dokumentierten Leistungsumfang und deshalb jeweils eine eigene Abrechnungsseite.

Entscheidend ist nicht nur die Diagnose oder Behandlungsbezeichnung, sondern welcher Leistungsumfang im konkreten Fall vollständig erbracht wurde.

Was sollte für die Abrechnung von „Mastodynie oder dichte Brust mit bilateraler Sonographie und ergänzender Mammographie“ dokumentiert werden?

Behandlungsanlass und konkrete fachliche Fragestellung: Mastodynie, Brustschmerz, dichte Brust, fibrozystische Mastopathie

Anlass, Schwangerschafts- oder Zyklusbezug, untersuchte Organe, Zugangsweg, Befunde und selbständige Behandlungsschritte

GOÄ-Nr. 1: vollständiger Leistungsinhalt der GOÄ-Nr. 1

GOÄ-Nr. 7: vollständiger Leistungsinhalt der GOÄ-Nr. 7

GOÄ-Nr. 418: vollständiger Leistungsinhalt der GOÄ-Nr. 418

Seite, Zyklusbezug und Tastbefund

Sonographie Brust/Axilla beidseits

Wie kann ein konkreter Leistungsablauf für „Mastodynie oder dichte Brust mit bilateraler Sonographie und ergänzender Mammographie“ aussehen?

Dokumentierter Beispielfall

Der Beispielfall dokumentiert „Mastodynie oder dichte Brust mit bilateraler Sonographie und ergänzender Mammographie“. Vollständig erbracht und getrennt dokumentiert werden GOÄ-Nr. 1 (vollständiger Leistungsinhalt der GOÄ-Nr. 1); GOÄ-Nr. 7 (vollständiger Leistungsinhalt der GOÄ-Nr. 7); GOÄ-Nr. 418 (vollständiger Leistungsinhalt der GOÄ-Nr. 418); GOÄ-Nr. 420 (Je weiteres tatsächlich untersuchtes Organ/Region im Anschluss an genau eine Grundleistung nach Nr. 410–418;…). Für die bedingte Position GOÄ-Nr. 5266 gilt zusätzlich: Mammographie einer Brust in zwei Ebenen; je Seite gesondert, Seite dokumentieren.


Aus diesem Ablauf dürfen nur die Positionen übernommen werden, deren Voraussetzungen in der Dokumentation tatsächlich belegt sind.

Welche Abrechnungsfehler sollten für „Mastodynie oder dichte Brust mit bilateraler Sonographie und ergänzender Mammographie“ vermieden werden?

1.

Prüfpunkt 1

Vorsorge, kurative Diagnostik, Schwangerschaftsbetreuung und operative Leistungen dürfen nicht allein aufgrund desselben Termins zu einem Paket zusammengezogen werden.


2.

Prüfpunkt 2

GOÄ-Nr. 5266 wird angesetzt, obwohl die konkrete Zusatzvoraussetzung nicht belegt ist: Mammographie einer Brust in zwei Ebenen; je Seite gesondert, Seite dokumentieren.


3.

Prüfpunkt 3

Bei „Mastodynie oder dichte Brust mit bilateraler Sonographie und ergänzender Mammographie“ werden Kern-, Zusatz- und Alternativpositionen nicht getrennt beurteilt.


4.

Prüfpunkt 4

Die ausdrücklich vorgesehene manuelle fachliche Prüfung wird durch eine automatische Übernahme der Kette ersetzt.


5.

Prüfpunkt 5

Die vollständige Ziffernkette wird aus dem Titel übernommen, ohne jede Position und Alternative einzeln zu prüfen.

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Für „Mastodynie oder dichte Brust mit bilateraler Sonographie und ergänzender Mammographie“ führt die Kette GOÄ-Nr. 1, GOÄ-Nr. 7, GOÄ-Nr. 418 und GOÄ-Nr. 420 als Kernpositionen. GOÄ-Nr. 5266, GOÄ-Nr. 5267, GOÄ-Nr. 250, GOÄ-Nr. 4021 und GOÄ-Nr. 4039 sowie weitere Positionen kommen nur bei zusätzlichem oder alternativem Leistungsinhalt in Betracht.

Als Kernpositionen nennt die Kombination GOÄ-Nr. 1, GOÄ-Nr. 7, GOÄ-Nr. 418 und GOÄ-Nr. 420. Auch diese Positionen sind nur bei vollständig erbrachtem Leistungsinhalt berechnungsfähig.

Dieser Artikel behandelt gezielt „Mastodynie oder dichte Brust mit bilateraler Sonographie und ergänzender Mammographie“ und nicht einen allgemeinen Sammelblock dieser Fachgruppe. Davon abzugrenzen sind „Tastbarer Mammabefund mit bilateraler Sonographie, Mammographie und Punktion“ sowie „Brustzyste mit bilateraler Sonographie, Punktion und zytologischer Weiterleitung“. Diese Themen besitzen einen anderen dokumentierten Leistungsumfang und deshalb jeweils eine eigene Abrechnungsseite.

Nein. Die Kette ist ein strukturiertes Abrechnungsbeispiel. Jede Position, Alternative, Wiederholung und Auslage muss anhand der tatsächlichen Leistung, Dokumentation und Ausschlussbestimmungen geprüft werden.

Autor des Artikels

Über den Autor

Dieser Artikel wurde von unserem Gründer und Geschäftsführer Felix Vogel erstellt. Er beschäftigt sich täglich mit GOÄ-Prozessen, Rechnungsstellung und modernen Alternativen zur klassischen Rechnungsabtretung.



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